Keine Wiedereröffnung des Grillplatzes während des Konstanzer Oktoberfests

Oberbürgermeister Horst Frank erteilt den Jugendlichen und der SPD Absage – Planungen für Oktoberfest zu weit fortgeschritten

Konstanz. Der Grillplatz auf Klein-Venedig bleibt während des Konstanzer Oktoberfestes geschlossen. Das teilte der Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank jetzt der SPD-Fraktion mit. Den Brief hat er offenbar bereits am 8. September geschrieben. Bei der SPD kam er aber erst nach dem Wochenende an. Als die Stadt den Grillplatz angelegen ließ, seien die Planungen für das Oktoberfest bereits zu weit fortgeschritten gewesen, so Frank. Im kommenden Jahr sollen die Uferzone frei und der Grillplatz offen bleiben. Das hat der Oberbürgermeister versprochen.

Jugendliche nach Klein-Venedig geschoben

Die Wogen schlugen hoch, als die Stadt in einer dürren Pressemitteilung über die Schließung des Grillplatzes informierte. Die Jugendlichen und mit ihnen Konstanzer Stadträte waren empört. Während sich Jugendliche in der Seestraße und auch vor den Hofgärten nicht willkommen fühlen und sich Anwohner regelmäßig über nächtliche Ruhestörungen und trotz Glasverbots in der Seestraße auch über Scherben beklagen, sollten Jugendliche auf Klein-Venedig unter sich bleiben und ungestört feiern können. Der Gemeinderat hatte beschlossen, am Ufer eine Grillstelle zu bauen. Das ist in diesem Sommer auch passiert. Doch dann sperrte die Stadt die Grillstelle plötzlich. Ausgerechnet am vergangenen hochsommerlichen Wochenende blieb der Grillplatz erstmals geschlossen.

Welle der Empörung wegen Grillplatzschließung

Protestiert haben gegen die Schließung des Grillplatzes die SPD, die Jusos und die Linke Liste Konstanz, die am vergangenen Freitag noch die sofortige Wiedereröffnung des Platzes forderte. Stadtrat Holger Reile rief zu zivilem Ungehorsam und zum Grillen auf Klein-Venedig am kommenden Wochenende auf. Parallel zur Eröffnung des Oktoberfestes kündigte er an, auf Klein-Venedig auf dem von der Stadt gesperrten Platz mit Jugendlichen grillen zu wollen. 30 Würste und Holzkohle wolle die Linke Liste besorgen. Eingeladen seien alle. Reile will eine große Koalition und am Freitag nicht nur (mit) Rote(n) grillen.

Ernüchterung und Empörung bei Nachtwanderern

Im Namen der Nachtwanderer hat sich auch Gaby Weiner, die für die Freien Wähler im Stadtrat sitzt, über das Verhalten der Stadt empört. In einer Mail an ihren Stadtratskollegen Holger Reile schrieb Weiner, dass am vergangenen Samstag wieder Hochbetrieb an der Seestraße geherrscht habe. Es sei zu Beschwerden und einer Räumung der Seestraße durch die Polizei gekommen. Weiner wörtlich: „Die Alternative Klein Venedig hat einfach gefehlt.“ Am kommenden Wochenende könnte sich dasselbe Szenario wiederholen.

OB verweist auf fortgeschrittene Oktoberfest-Planung

Oberbürgermeister Horst Frank hat mittlerweile aber klar gestellt, dass eine Wiedereröffnung des Platzes nicht in Frage käme. Der Grill steht nur wenige Meter von einer Lärmschutzwand und der Zeltstadt auf Klein-Venedig entfernt. Eine nutzbare Freifläche gibt es zwischen Sealife und Kunstgrenze derzeit nicht mehr. Als der Gemeinderat im April den Grillplatz beschlossen habe, seien die Planungen für das Oktoberfest bereits soweit fortgeschritten gewesen, dass eine Umplanung nicht mehr möglich gewesen sei, so der OB. Die „Einfriedung“ des Grillplatzes durch die Lärmschutzwand für das Oktoberfest ließ sich offenbar nicht mehr vermeiden. Der Nutzungskonflikt war anscheinend nicht zu verhindern. Erst am Wochenende nach dem Oktoberfest ist der Grillplatz nun wieder nutzbar.

Oberbürgermeister macht Versprechen

Der OB schrieb, dass es auch weiterhin Ziel der Verwaltung sei, Veranstaltungen wie das Oktoberfest mit anderen Nutzungen des Seeufers, insbesondere auch der Nutzung des Grillplatzes in Einklang zu bringen. Gespräche mit den Veranstaltern der GEWA hätten zum Beispiel ergeben, dass der Grillplatz grundsätzlich kein Problem darstelle. Grundsätzlich könne die Verwaltung aber über „temporäre Nutzungseinschränkungen“ entscheiden, schrieb Horst Frank. 2012 sollen die Jugendlichen dann aber nicht mehr weichen müssen. „Wir gehen davon aus, dass ab 2012 mit dem Betreiber des Oktoberfestes eine Lösung gefunden werden kann, bei der die Uferzone einschließlich des Grillplatzes vollständig nutzbar sein wird“, so der OB.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos wak

3 Kommentare to “Keine Wiedereröffnung des Grillplatzes während des Konstanzer Oktoberfests”

  1. Hinterwäldler
    13. September 2011 at 11:10 #

    [satire] Was denkt sich diese linke Jugend eigentlich? Man kann doch nicht ein inoffizielles Oktoberfest zelebrieren und den Würstchenverkäufern das Salz aus der Suppe stehlen oder sollen die tatsächlich am Hungertuch nagen? [/satire]

    Für mich stellt sich die Frage, ob dieses Fest ein Volksfest ist oder nur der Ankurbelung des Kommerz dient.

  2. Tilmann Breetsch
    15. September 2011 at 00:01 #

    Braucht man gar nicht so hochnäsig verurteilen. Was ist denn dieser ominöse und böse „Kommerz“? Böse Kommrzgeistgelder fließen in den Stadtsäckel und werden dann verteilt.

  3. dk
    15. September 2011 at 17:19 #

    Tolle Bilder (bzw. Kamera) und mieserabler Grillplatz. Über welche Themen lang und breit diskutiert (bzw. auch nicht) wird? Das Unverständnis zwischen der Jugend und Erwachsenen wird nachvollziehbarer.

    Alternative:

    Strasse Schwaketen in Richtung Uni
    vor der ersten Linkskurve links auf den Waldweg abbiegen
    zwischen den Bäumen gibt es einen Grillplatz
    allerdings ohne Seesicht und etwas älteren Baumstämmen als Sitzplätze
    Garten- oder Campingmöbel mitbringen verbessert den Komfort

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