Klinikum Konstanz: Ärztliches Direktorium zurückgetreten

Geschäftsführer Rainer Ott bedauert, dass diese Situation eingetreten ist – Angespannte Situation

Klinikum KonstanzKonstanz. Noch mehr Turbulenzen in der Krankenhaus-Landschaft im Kreis Konstanz: Prof. Dr. Gert Müller-Esch ist als Ärztlicher Direktor des Klinikums Konstanz zurückgetreten.

Drei Ärzte erklärten Rücktritt

Mit ihm traten auch seine beiden Stellvertreter in diesem Amt zurück, Prof. Dr. Bernd Reith und Prof. Dr. Peter Gessler. Ihren Rücktritt erklärten sie bereits in der nicht-öffentlichen Sitzung des Krankenhaus-Ausschusses. Es sei vorgesehen, dass am kommenden Dienstag aus der Runde der Chefärzte ein neuer Ärztlicher Direktor gewählt werde, heißt es in einer Erklärung des Klinikums.

Geschäftsführer kritisiert Vorgänge an Klinikum

Rainer Ott, Geschäftsführer des Klinikums, sagte, er bedauere, dass diese Situation eingetreten sei. Prof. Dr. Gert Müller-Esch, Chefarzt des Zentrums für Innere Medizin, hatte seit 14 Jahren am Klinikum die Position als Ärztlicher Direktor inne und war damit auch richtungweisend für die Entwicklung des Klinikums Konstanz. „Er hat diese Position mit viel Sachverstand und Engagement ausgefüllt“, sagt Rainer Ott. Dass es am Ende auch innerhalb der Ärzteschaft nicht gelungen sei, unterschiedliche Einschätzungen in einzelnen Fragen auf einer vertrauensvollen Basis zu klären, zeigt auch, wie angespannt die Situation am Klinikum geworden ist angesichts des Drucks, unter dem das gesamte Gesundheitssystem zunehmend steht, Rainer Ott . Fatal habe sich nach Einschätzung des Geschäftsführers am Ende ausgewirkt, dass offenbar einzelne Mitarbeiter anstelle des persönlichen Gesprächs den Weg über die Presse in die Öffentlichkeit gewählt hätten, um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. „Dies hat vor allem innerhalb des Ärztekollegiums zu Verletzungen geführt, zu Beschädigungen von Personen und Persönlichkeiten. Daher habe ich es bewusst vermieden, mich in der Öffentlichkeit dazu zu Wort zu melden“, erklärt Rainer Ott.

Rainer Ott fordert Augenmaß und Weitblick

Angesichts der anstehenden Fragen zu einem kreisweiten Klinikverbund sowie zu den Neubauten von Funktionstrakt und Vincentius-Krankenhaus auf dem Konstanzer Klinik-Campus sei es mehr denn je erforderlich, dass mit Augenmaß und Weitblick weiter gearbeitet werde, sagt Rainer Ott. Er gehe davon aus, dass unterschiedliche Einschätzungen künftig auf einem sachlichen und von vertrauensvoller Offenheit getragenen Hintergrund verhandelt werden könnten.

Rücktritt nicht überraschend

Überraschend kam die Nachricht vom Rücktritt allerdings nicht. Im Vorfeld war Gert Müller-Esch von ärztlichen Kollegen massiv kritisiert worden. Offenbar hatte es auch Pläne gegeben,  den Chefarzt abzuwählen. Das war aus dem Krankenhausausschuss zu hören.

Foto: Klinikum Konstanz

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