Knapp eine Million Besucher in Konstanzer Bädern 2011

Bädergesellschaft Konstanz mit neuen Saunaerweiterungsplänen – 2012 steigen die Eintrittspreise in fast allen Bädern

Konstanz. Die Konstanzer Bäder gehören zu den vier größten Freizeitbetrieben im Südwesten. Neben dem Europapark, der Mainau und den Bodensee-Schiffsbetrieben und sind sie die Nummer vier im Süden. In diesem Jahr schrammte die Bädergesellschaft Konstanz (BGK) an der Grenze von einer Million Gästen. Rund 965.000 Besucher – und damit so viele wie noch nie – sind in den vergangenen zwölf Monaten in die Bodensee-Therme Konstanz, ins Schwaketenbad, in die fünf Strandbäder und ins Hallenbad am Seerhein gekommen. Die Bodensee-Therme erreichte an manchen Tagen ihre Kapazitätsgrenze. Die beiden Geschäftsführer der Bädergesellschaft Konstanz, Konrad Frommer und Georg Geiger, haben auch schon wieder neue Pläne. Sie möchten die Sauna und den Wellnessbereich um ein „Beiboot“ erweitern, nachdem sie mit ihrer Seesauna Schiffbruch erlitten hatten.

Schwaketenbad beliebt

Allein 170.000 oder etwa 4.000 Besucher mehr kamen ins Schwaketenbad. Aus Sicht von Georg Geiger ist das ein riesiger Erfolg. Das Schwaketenbad, das 30 Jahre alt geworden ist, schafft in diesem Jahr voraussichtlich das zweit- oder drittbeste Ergebnis seit der Eröffnung. Der Kostendeckungsgrad liegt bei etwa 40 Prozent. Im Vergleich zu anderen Hallenbädern sei das ein sehr gutes Ergebnis, sagt Geiger. Er begründet den Erfolg so: „Das Bad ist nicht stehen geblieben.“ Anders als große, teure Freizeitbäder könnten Familien das Bad einmal pro Woche besuchen. Im September gab es 30 Prozent Rabatt für alle und Frühbader lud die BGK zu einem Sektfrühstück ein. Attraktiv bleiben möchte das Bad vor allem für seine Stammgäste.

Neuer Besucherrekord in Bodensee-Therme

Die Bodensee-Therme, die im Juli 2007 eröffnete, blickt in diesem Jahr auf ihr mittlerweile viertes volles Betriebsjahr zurück. Mit 390.000 Besuchern legt die Therme ein Rekordergebnis hin. So viele kamen noch nie. Zum Vergleich: Die Bodensee-Therme Überlingen gibt die jährliche Besucherzahl mit 340.000 Gästen an. Beachtlich ist das Konstanzer Spitzenergebnis vor allem auch, da sich wegen des frühen Sommers im April, Mai und Juni alle Thermen auf weniger Besuchern einstellen mussten. Im Juli vermasselte dann wiederum das unbeständige Wetter der Konstanzer Bodensee-Therme eine noch besseres Ergebnis. Mehr als 60.000 Gäste in einem Monat könne die Therme aber nicht verkraften, sagt Georg Geiger. Kommen mehr Besucher, kann die Therme ihre Qualität nicht halten, fürchtet der Geschäftsführer. Im August waren es immerhin 54.000 Gäste.

Fast eine Millionen Besucher in Bädern

Zusammen mit den Besuchern der Strandbäder kommt die BGK in diesem Jahr in allen Konstanzer Bädern auf 965.000 Besucher. „Wir kratzen an der Million“, freut sich denn auch Georg Geiger. Vom hohen Franken-Kurs habe die Therme dabei kaum profitiert. Etwa 30 Prozent der Gäste sind Schweizer. „Sie waren schon vorher da“, sagt Geiger. Im Januar plant die Therme wieder eine Befragung der Gäste nach Postleitzahlen. Die Konstanzer Badelandschaft ist vielfältig: „Wir haben alles für alle Zielgruppen – verteilt auf verschiedene Einrichtungen“, erklärt Geiger das Prinzip der BGK. Vor einem Thermalbad in Fischbach fürchten sich die Konstanzer nicht. Auch das Erlebnisbad Badeparadies Schwarzwald in Titisee-Neustadt spürte die Therme nicht.

Pro Eintritt 3,50 Euro Zuschuss

Beachtlich selbst aus Sicht der Geschäftsführer Geiger und Frommer: 60 Mitarbeiter stemmen den Betrieb. Der Umsatz der BGK liegt bei 28 Millionen Euro jährlich. Die Stadt schießt 3,5 Millionen Euro zu. Bei rund einer Millionen Besucher bedeutet das, dass die Stadt zu jedem einzelnen Besuch 3,50 Euro dazu gibt. Das rechnete Konrad Frommer vor. Die Konstanzer Bäder haben ansonsten von der Abkopplung von der Stadt profitiert: Wenn die BGK ein neues Floß bauen will, muss sie nicht mehr darüber diskutieren, ob vielleicht eine Rutsche für einen Kinderspielplatz wichtiger sein könnte. Investitionen sind wichtig, sagt Konrad Frommer. So will die BGK zum Beispiel jedes Jahr eine Sauna sanieren und das Holz austauschen.

Höhere Eintrittspreise 2012

Weniger erfreulich für Besucher ist da nur die Nachricht, dass die BGK ab 2012 die Eintrittspreise um drei bis sechs Prozent erhöht. Die BGK argumentiert mit Lohn- und Energiekosten sowie dem Unterhalt. Die Preiserhöhung fällt aber selbst in der Bodensee-Therme moderat aus: So kosten drei Stunden Thermal- und Freibad ab 2012 neu 9,50 Euro statt wie bisher 9 Euro. Die Tageskarte gibt es für 11 Euro statt wie bisher für 10,50 Euro. Wer nur ins Freibad geht, zahlt 5, 20 Euro statt 5 Euro. Neu ist ein Abendtarif, der von 20 bis 22 Uhr gilt. Er ist für Schwimmer interessant. Der Eintritt am Abend kostet 3,50 Euro. Im Schwaketenbad zahlen Erwachsene ab 2012 neu 4,50 Euro statt 4,40 Euro. Die Zwölferkarte wird um 1 Euro teurer. Im Rheinstrandbad bleibt es bei 2,60 Euro. Höhere Preise wären nicht durchsetzbar, fürchten Georg Geiger und Konrad Frommer. Sonst würden Strandbadbesucher womöglich in den Herosépark ausweichen, wo der Seezugang frei ist. Wer mit der Kundenkarte s’Kärtle zahlt, bekommt – je nach Vorauskasse – weiterhin zwischen 10 und 20 Prozent Rabatt.

Neue Sauna-Träume in der Bodensee-Therme

Einig sind sich die beiden Geschäftsführer übrigens in einem Punkt. Die Seesauna wäre nicht durchsetzbar. Ihre Pläne haben Geiger und Frommer deswegen aufgegeben. In 2012 möchten sie jetzt einen neuen Anlauf machen und planen. Ein eigenständiger Bau mit einer Fläche von 230 Quadratmetern soll entstehen – aber nicht am See. Fertig gestellt könnte er 2013 oder 2014 sein. An das Schiff Therme will die BGK architektonisch ein „Beiboot“ andocken. Möglich wäre es, zwei kleinere Saunen oder eine große zu bauen, einen Liegeraum und Platz für Wellness zu planen. Wer eine Massage oder Kosmetikbehandlung buchen möchte, könnte künftig durch einen separaten Eingang gehen. Ausführliche Beratungen seien an der Rezeption der Therme nur schwer möglich, wenn viel Betrieb herrsche, sagte Frommer. Eine Entwurfsplanung hatten Geiger und Frommer zu einer Pressekonferenz schon mitgebracht – um sie öffentlich zu zeigen, sei es aber noch zu früh, sagte sie.

Fotos: wak/Konrad Frommer und Georg Geiger – hier wollen sie bauen.

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