Kommende Woche Großplakate der Gaukler-Partei in Konstanz

Gaukler-Partei als zeitgemäße Antwort auf Politiker-Sprech – Bildhauer Peter Lenk nur ein Sympathisant

Konstanz. Müsste die Gaukler-Partei vor der Landtagswahl am Bodensee Unterstützer-Unterschriften sammeln, der Bodmaner Bildhauer Peter Lenk und auch so manch anderer Schelm wären wahrscheinlich gern dabei. Für Bildhauer Peter Lenk ist die Partei, die in Wirklichkeit gar keine ist, die einzig treffende Antwort auf Politiker-Sprech und Kasperletheater im Politik-Betrieb. „Es gibt Piraten, weshalb dann nicht auch noch Gaukler?“, fragt Lenk. In der kommenden Woche werde groß plakatiert. Aufsehen erregt die Gaukler-Partei aktuell auch in Berlin, wo am 18. September gewählt wird.

Gaukler-Partei auf Wählerfang

Am 1. März werden die Konstanzer aufwachen und sich verdutzt die Augen reiben. Möglicherweise entdecken sie im Wahlplakatwald wenige neue, große Plakate mit einem etwas anderen Motiv. Fastnacht und Wahlen hätten doch viele Gemeinsamkeiten, orakelt Peter Lenk. Die Idee mit der Gaukler-Partei ist mutmaßlich in taz Café in Berlin entstanden. Am Anfang war es wohl eine reine Blödelei. Als in Berlin kürzlich das Konstanzer Motiv plakatiert worden sei, habe eine Passantin gefragt, ob es die „Frau Ratzinger“ sei. Überliefert ist auch der Ausspruch: „Elfriede, die wählen wir.“

Programmatische Gaukler-Aussagen

Auch was das politische Programm und programmatische Aussagen angeht, kann die Gaukler-Partei mit den politischen Parteien problemlos mithalten. Eine Parole lautet: „Doktor-Titel können jetzt wieder ungestraft zurück gegeben werden.“ Auch einen Rettungsschirm spannt die Gaukler-Partei auf. Sie proklamiert: „Gerechte Verteilung deutscher Spareinlagen an Hedgefonds und Bankenmanager“. Eine weitere Forderung lautet: „Keine Fördergelder an kirchenkritische Institutionen, ungläubige Homosexuelle und unverheiratete Frauen.“

Fünf Prozent Hürde kein Hindernis

Peter Lenk schließt nicht gänzlich aus, dass eine Verwechslungsgefahr mit politischen Parteien, die zur Landtagswahl antreten, bestehen könnte. Der Künstler glaubt sogar, dass Wähler aus Jux die Partei wählen und die Gaukler so die fünf Prozent Hürde überspringen könnten. Anders als zum Beispiel bei Bürgermeisterwahlen, wo Wähler eigene Wahlvorschläge machen und Namen auf die Stimmzettel schreiben können, ist das bei der Landtagswahl am 27. März nicht möglich. Die Satire übertreibt, verzerrt und verspottet. Gelegentlich läuft sie anscheinend aber auch Gefahr, von der Realität überholt zu werden. Wer es nicht glaubt, könnte der Einfachheit halber in reales Politiker-Sprech zappen oder einer Podiumsdiskussion beiwohnen, die angesichts der intellektuellen Leistungen einzelner so genannter Politiker zur Realsatire mutiert.

Foto: Gaukler-Partei

Ein Kommentar to “Kommende Woche Großplakate der Gaukler-Partei in Konstanz”

  1. Bruno Neidhart
    26. Februar 2011 at 09:07 #

    Der selbstdarstellende Klamauker Lenk passt sich der taz an – oder umgekehrt: Beide wissen nie so richtig, wohin die Reise gehen soll. Wichtig ist, dass man dagegen ist. Das Ganze stellt sich wiedermal als überflüssig wie ein Kropf dar. Aber auch da werden sich Jubler einfinden wie beim „zurückgebenden“ Verteidigungsminister. Wir sind eine freie Gesellschaf: Ein Wert an sich sogar mit Wertlosem.

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