Konstanz bittet Wohnsitzlose in Notunterkünfte

Übernachten im Freien ist lebensgefährlich – Trotz gefühlter zweistelliger Minusgrade lehnen einige Obdachlose Hilfe ab

Konstanz. Die Stadt Konstanz reagiert auf die Kältewelle. Bei Temperaturen, die weit unter null Grad gerutscht sind, wird das Übernachten im Freien lebensgefährlich. Deshalb bietet die Stadt Wohnsitzlosen Unterkünfte an. Wenn eine Polizeistreife einen Obdachlosen schlafend in der Stadt antreffe, weise ihn die Polizei ins Klinikum ein oder nehme ihn mit in eine Zelle auf dem Polizeirevier.

Notübernachtungsunterkunft Haidelmoosweg 15

Mit den sinkenden Temperaturen werde das Leben auf der Straße für Obdachlose zum Überlebenskampf und jede Nacht zum Risiko, teilte die Stadt am Freitagnachmittag mit. Deshalb unterstütze die Stadt Konstanz obdachlose Menschen in den kalten Wintermonaten durch die Bereitstellung von Unterkünften. Zuflucht finden Hilfebedürftige in der Notübernachtungsunterkunft Haidelmoosweg 15, darüber hinaus bestehe die Möglichkeit weitere Personen in der Jugendherberge unterzubringen. In der vergangenen Nacht waren die sieben Schlafplätze im Haidelmoosweg belegt. Zwei jüngere Wohnsitzlose bekamen ein Bett in der Jugendherberge.

Leben Obdachloser gefährdet

Auch in Konstanz ist es eisig kalt geworden. Gefühlt erreicht die Temperatur zweistellige Minusgrade. Die vergangene Nach war die die kälteste Nacht dieses Winters: In Sachsen wurden bis zu minus 23 Grad gemessen. In Magdeburg erfror ein Obdachloser. In Osteuropa hat es bereits mehr als 100 Kältetote gegeben.

Wohnsitzlose mit warmem Essen versorgt

Trotz der eisigen Kälte in der Nacht ziehen es einige Obdachlose weiterhin vor, im Freien zu schlafen. „Diese lehnten es bislang ab, Hilfe von der AGJ Wohnungslosenhilfe oder der Stadtverwaltung anzunehmen“, so der städtische Pressesprecher Walter Rügert.  Laut AGJ soll es sich um sechs Personen handeln, sagte Walter Rügert. Sozialarbeiter und temporär bei der AGJ arbeitende Krankenschwestern überprüfen regelmäßig die physische und psychische Verfassung dieser Personen. Sie erhalten Frühstück und Mittagessen und werden nach Mitteilung der Stadt mit warmer Winterkleidung versorgt.

Notfalls ins Klinikum

Weiter heißt es: „Für die Wohnungslosen sind die klirrenden Minusgrade eine große Gefahr. Die Polizei wird aus diesem Grund jede obdachlose Person, die im Freien schlafend angetroffen wird, entweder ins Klinikum einliefern oder bis zum nächsten Morgen in Schutz nehmen.“

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