Konstanz bleibt beim Radverkehr unter Möglichkeiten

juergen_ruff-radP1030560-250x187Konstanz. SPD-Stadtrat Dr. Jürgen Ruff kritisiert Defizite der Konstanzer Fahrrad-Politik. Er sagt, Konstanz bleibt weit unter den Möglichkeiten. Nicht gut abgeschnitten hat Konstanz zudem bei einem bundesweiten Ranking.

Radwege reichen nicht

Verkehrsberuhigte Wohngebiete mit Tempo 30 Zonen allein sichern kein leistungsfähiges Radwegenetz in Konstanz , sagt Dr. Jürgen Ruff. Der Stadtrat rückte damit Aussagen eines Stadtsprechers zurecht, der stolz auf annähernd 200 Kilometer Radwege in der Stadt Konstanz verwiesen hatte. Diese Zahl sei nur statistisch korrekt, da seit ein paar Jahren die Tempo 30 Zonen mitgerechnet werden , sagt Ruff. Tatsächlich stagniere die Fahrradstadt Konstanz seit Jahren. So lägen die Planungen zur Weiterentwicklung der Radvorrangachsen seit Jahren in den Schubladen und werden nicht umgesetzt.

Versäumnis der Stadtverwaltung

Die Stadt habe auch keine Förderanträge an das Land eingereicht, obwohl es seit 2012 ein neues Programm für kommunale Radwege gebe. Freiburg dagegen erhalte in diesem Jahr eine umfangreiche Förderung für den Neubau seines Rad-Vorrang-Netzes. Für Ruff ist es daher nicht verwunderlich, dass der Anteil des Radverkehrs in Konstanz seit Jahren nicht steigt – die Kapazitätsgrenzen des Netzes seien gerade während der Radsaison vor allem im Innenstadtbereich schon seit langem erreicht.

Reihe der Versäumnisse

Eine aktive Politik für das Fahrrad scheiterte in Konstanz bislang an der Verwaltungsspitze, sagt Ruff und zählt eine Reihe von Versäumnissen auf. So wurde vor Jahren ein Fahrradleihsystem vom damaligen Verkehrsplaner angedacht, jedoch nicht weiter verfolgt. Umgesetzt wird es inzwischen von der viel kleineren Schweizer Nachbargemeinde Kreuzlingen. Die Radwegebeschilderung in Konstanz sei äußerst mangelhaft und gerade für Touristen eine Zumutung. Das nicht zuletzt auch imageschädigende Problem werde, obwohl seit Monaten bekannt und beklagt, offenbar wegen Abstimmungsschwierigkeiten innerhalb der Verwaltung nicht angegangen. Seit Jahren quellen in der Radlersaison die ausgewiesenen Rad-Abstell-Anlagen über. Das Chaos wird beklagt, doch die zahlreichen Verbesserungsvorschläge werden nicht umgesetzt.

Rüge an Gemeinderatsitglieder

Ruff erinnerte daran, dass der derzeit sehr spendierfreudige Gemeinderat im vergangenen Jahr eine Mitgliedschaft der Stadt in der baden-württembergischen Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen mehrheitlich abgelehnt habe. Auch sei das Ehrenamt eines Radverkehrsbeauftragten auf Antrag der Grünen gescheitert.

2 Kommentare to “Konstanz bleibt beim Radverkehr unter Möglichkeiten”

  1. Franz Sauerstein
    9. April 2013 at 10:25 #

    Ich unterstützte jede Bemühung für ein besseres Radnetz, vor allem in Sachen „Fahrradschnellstrasse“, Abstellmöglichkeiten und Gefahrenpunktentschärfung.

    • Wolfgang Becker
      16. April 2013 at 08:26 #

      Herr Sauerstein:
      wie unterstützen Sie denn?

      Ich habe noch nie etwas von Ihnen vernommen.
      Keine Meldung über Mägel in der Fahrrad-Infrastruktur hat mich von Ihnen erreicht.

      An Unterstützung sonstiger Art gemerkt habe ich auch nichts.

      Aber ich kann ja nicht alles….

      Alos weiter helfen und am besten vereint, also gebündelt.

      Gruß Wolfgang Becker
      ( ehemaliger Ansprechpartner für Radverkehrsfragen in KN, ehrenamtlich )
      http://www.konstanz.de/umwelt/01604/03256/04006/index.html

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