Konstanz ein heißes Pflaster auch für Fahrraddiebe

Polizei verwarnte im vergangenen Jahr fast 1800 Radfahrer gebührenpflichtig

Konstanz (wak) Die Fahrradfahrer im Kreis Konstanz sind im vergangenen Jahr verstärkt in den Fokus der Polizei geraten. Alarmiert hatte die Polizei, dass immer mehr Fahrradfahrer verunglückten. Für Fahrraddiebe brachen gleichzeitig schlechte Zeiten an.

Risiko für Fahrraddiebe stieg mit Verkehrskontrollen

Dass es einen Zusammenhang zwischen Fahrradunfällen und Fahrraddiebstählen gibt, schließt Uli Schwarz, Leiter der Polizeidirektion, nicht mehr aus. Möglicherweise in Folge der dichten Verkehrskontrollen wegen der vielen Fahrradunfälle im Kreis und in der Stadt Konstanz stieg auch das Risiko für Fahrraddiebe, von der Polizei erwischt zu werden. Nicht auszuschließen ist, dass im Kreis im vergangenen Jahr plötzlich auch deswegen weniger Fahrräder geklaut wurden. Die Zahl der Fahrraddiebstähle sank kreisweit um satte 11,5 Prozent. Es sei erst einmal nur eine Vermutung, dass es den Zusammenhang gibt, sagte Uli Schwarz, Leiter der Polizeidirektion Konstanz, als er in der vergangenen Woche die Kriminalstatistik für 2009 vorstellte.

Die meisten gestohlenen Räder in Konstanz

Am meisten Räder wurden übrigens in der Stadt Konstanz gestohlen. Hier war aber im vergangenen Jahr auch der Rückgang am deutlichsten: Kamen 2008 noch 855 Räder abhanden, waren es 2009, also im Jahr der vielen Kontrollen, nur noch 647. Das waren mehr als 200 Fahraddiebstähle weniger. In Radolfzell wurden 2008 251 Räder gestohlen gemeldet – 2009 waren es noch 243. In Singen sank die Zahl von 253 auf 209. Am wenigsten Räder kamen übrigens in Stockach abhanden. Es waren im vergangenen Jahr genau 22.

Geisterfahrer sind das Problem

Fahrradfahren im Kreis Konstanz wurde, bevor die Polizei massiv einschritt, immer gefährlicher. Dreiviertel aller, die bei Verkehrsunfällen verletzt wurden, waren Fahrradfahrer. In vielen Fällen waren die Fahrradfahrer auch noch selbst schuld. In der Konstanzer Reichenau-, der Mainau- oder der Jahnstraße – oft auch nur auf kurzen Abschnitten – waren Biker schier selbstverständlich mit ihren Fahrräder auf dem Radweg aber in der falschen Richtung unterwegs. Das Risiko zu verunglücken, war entsprechend hoch.

Weniger Fahrradunfälle seit 2009

Die Polizei wollte nicht mehr länger zusehen. Mit dem Ziel, die Unfallzahlen drastisch zu senken, stoppten Polizisten immer öfter Fahrradfahrer. Um einen Effekt zu erzielen, nahm sich die Polizei vor, 1800 Fahrradfahrer im Kreis Konstanz gebührenpflichtig zu verwarnen. Die Beamten schafften es. Die Zahl der Fahrradunfälle ging darauf hin tatsächlich um 7 Prozent zurück. Statt 415 Radfahrern verunglückten und verletzten sich im vergangenen Jahr nur noch 380.

Fahrraddiebe im Netz der Polizei

Gleichzeitig baute die Polizei eine Findfahrraddatenbank auf. Gestohlene und gefundene Fahrräder ließen sich plötzlich – auch ohne Rahmennummer – zuordnen und wieder finden. Die Polizei checkte bei ihren Kontrollen immer auch die Räder. Für Fahrraddiebe brachen schwere Zeiten an. „Die Entdeckungswahrscheinlichkeit ist gestiegen“, so Uli Schwarz.

Risiko bleibt hoch

Für Fahrraddiebe ist der Kreis Konstanz wohl auch weiterhin ein gefährliches Pflaster. Die Verkehrskontrollen sind längst noch nicht abgeschlossen. In der vergangenen Woche stoppte die Polizei in nur zwei Stunden erst wieder 93 Fahrradfahrer, die alle auf einem Radweg in Konstanz in der falschen Richtung unterwegs waren.

2 Kommentare to “Konstanz ein heißes Pflaster auch für Fahrraddiebe”

  1. wo-becker-kn
    12. April 2010 at 07:24 #

    Hier macht man sich das Leben wieder mal sehr leicht. Die Radfahrer….

    Nun ist doch auch mal zu fragen, wieso diese bösen Buben und mädels auf der falschen Seite fahren?
    Ok, das ist nicht Aufgabe der Polizie, die hat dafür zu sorgen, dass die Regeln eingehalten werden.
    Könnte es sein, dass die Infrastruktur für den Radfluss ungeeignet ist?

    Auch gibt es dann das Unfallrisiko des rechtsabbiegenden PKW-Fahrers: Ich kann da nur sagen:=>>Achtung: Kinder dürfen immer aus beiden Richtungen per Rad kommen!!
    Da hilft es nicht zu sagen ‚kommt aus der falschen Richtung“.

    Vieleicht denkt man auch mal daran.
    Das soll aber das rüpelhafte Radlerverhalten nicht entschuldigen. Jeder sollte versuchen den anderen Verkehrsteilnehmer zu verstehen und rücksicht nehmen.
    Der Starke etwas mehr als der Schwache:
    PKW – Radler – Fußgänger.

    KN-Ddf 12.04.2010
    Wolfgang Becker

  2. wo-becker-kn
    12. April 2010 at 07:42 #

    Sie schreiben
    „…Um einen Effekt zu erzielen, nahm sich die Polizei vor, 1800 Fahrradfahrer im Kreis Konstanz gebührenpflichtig zu verwarnen…“ klingt, als ob Polizisten zu Jägern geworden sind.
    Ich hoffe mal nicht, denn über diesen Weg ereicht man keinen wirklichen Wandel der Einstellung. Ab und an mal richtig „abkassieren“ kann und darf nicht das Mittel sein.
    Ich meine, da sind regelmäßige, spontane Kontrollen an beliebigen Stellen besser und bleiben bestimmt auch tiefer im Bewußt sein hängen. Dafür fehle das Perosnal, so sagte man mir und wenn man sich so umsieht, Kontrollen sieht man so gut wie nie. Wo sind die radelnden Polizisten bzw. Polizistinnen ? Geradelt wird nicht nur im Sommer.

    Dann schrieben Sie auch noch
    „… In der vergangenen Woche stoppte die Polizei in nur zwei Stunden erst wieder 93 Fahrradfahrer…“.
    Da frage ich mich, ob die Kontrollen gezielt vor einer Schule stattfanden? Wo soll die Strecke sein auf der an einem gewöhnlichen Tag zu einer beliebigen Zeit 93 Radler anzutreffen sind, ich meine in Konstanz?
    Schule oder Radlergruppe….

    Ob ich eine Antwort bekomme? Man wird ja sehen

    12.04.2010 KN-Ddf
    Wolfgang Becker

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