Konstanz: Nach Fastnacht kommt Brandschutt weg

Landesdenkmalamt und Kriminalpolizei beobachten schichtweises Abtragen der Trümmer

Konstanz. Zwei Monate nach dem Altstadtbrand liegen der Brandschutt und die verkohlten Trümmer des eingestürzten Hauses sowie der beschädigten Gebäude noch immer mitten in der Stadt. Ursprünglich hieß es, mit der Räumung des Brandplatzes würde Mitte Februar begonnen. Jetzt soll es nach der Fastnacht losgehen. Die Kripo erhofft sich neue Erkenntnisse die Brandursache betreffend. Wie es zu dem verheerenden Feuer am 23. Dezember kam, steht noch nicht fest.

Baustelle bis 2012

Bereits im Januar hatten Bürgermeister Kurt Werner und der oberste Denkmalschützer des Landes, Claus Wolf, bei einer Medienkonferenz Auskunft darüber gegeben, wie es an der Ecke Hussen- und Kanzleistraße in den kommenden Monaten weitergehen soll. Bis Ende 2012 soll die schwarze Baulücke wieder geschlossen sein.

Baudenkmal aus verschiedenen Epochen

Das abgebrannte Haus galt als ein „herausragendes Baudenkmal. In unterschiedlichen Epochen war an dem Haus an- und weitergebaut worden. Tiefe Mauern zeugen davon, dass ein Teil des Gebäudes bereits im Mittelalter stand. Ursprünglich befand sich an der Stelle offenbar ein Steinwohnturm. Ein Teil der Bausubstanz stammte aus späteren Jahrhunderten – aus der Renaissance und dem Barock. Unter dem Haus befindet sich ein Kellergewölbe. Zerstört worden ist bei dem Brand unter anderem auch auch eine Bohlenstube. Erfasst oder dokumentiert war so gut wie nichts.

Denkmalpflege und Kripo ermitteln

Bis der gesamte Bauschutt abgetragen ist, werden nach Fastnacht voraussichtlich weitere acht bis zehn Wochen vergehen. Die Denkmalpflege und Bauforscher werden das Abräumen der Trümmer genauso wie die Kriminalpolizei begleiten. Die Forscher und die Kripo hoffen, Informationen über die Geschichte des Hauses und die Brandursache sammeln zu können. Bei einer archäologischen Sichtung sollen darüber hinaus noch etwaige wertvolle Bauteile geborgen werden. Eingesetzt wird auch ein 3-D-Laserscanner.

Qualität des Untergrunds möglicherweise problematisch

Noch nicht fest steht bisher auch, ob die angrenzenden Häuser gehalten werden können. Wenn der Bauschutt abgetragen wird, könnten sie ins Rutschen geraten. Entscheidend sei der Untergrund. Ob die Häuser auf einer Endmoräne oder Seeton stehen, wisse bisher niemand. Seeton würde nachgeben. Eine entscheidende Frage sei, ob der Keller stabil ist. Das sagte Axel Mothes, Leiter des Konstanzer Baurechts- und Denkmalamts.

Neue Häuser sollen sich ins Ensemble einfügen

Der Neuaufbau des Ensembles werde bis Ende 2012 dauern. Das Ziel sei, „historisch“ zu bauen. Das bedeute nicht, dass die zerstörten Häuser rekonstruiert würden. Werner spricht von einem zeitgemäßen Bauen und wies darauf hin, dass das eingestürzte und die angrenzenden beschädigten Häuser in unterschiedlichen Jahrhunderten unterschiedliche ausgesehen hätten. Der Neubau soll sich in das Ensemble einfügen. Einige Elemente der ursprünglichen Bauten könnten wieder aufgenommen werden. Einen Glas-Stahl-Palast wird es mitten in der Konstanzer Altstadt nicht geben. Das schloss Bürgermeister Kurt Werner aus.

Fotos: wak

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