Konstanz rüstet sich mit Glasverbot für Fasnacht 2013

Konstanz. Die Stadt plant am „Schmotzigen Donnerstag“, 7. Februar, ein Glasverbot für einzelne Straßen und Plätze in der Konstanzer Altstadt. Entscheiden soll der Konstanzer Gemeinderat. In diesem Jahr musste die Stadt 15 Tonnen Fasnachtsmüll auf den Straßen und Plätzen in der Innenstadt einsammeln, den Narren und andere Feiernde verteilt hatten. Ein besonderes Ärgernis waren viele kleine Glascherben, die noch monatelang – übrigens genauso wie Konfetti – in den Ritzen auf den gepflasterten Pätzen und in den Gassen lagen. Am meisten Mülle sei am „Schmotzigen Donnerstag“ liegen geblieben.

Trinken bis der Arzt kommt

An der Straßenfasnacht und ganz besonders am „Schmotzigen Donnerstag“ werde meist vom Vormittag an bis in die späten Abendstunden gefeiert und getrunken. Die Bewohner der Innenstadt würden vielleicht auch noch sagen, es wir „gelärmt“.

Leere Flaschen im öffentlichen Raum

Viele Mäschgerle bringen ihre Getränke selbst mit und konsumieren sie dann auf öffentlichen Straßen und Plätzen. Die leeren Flaschen würden in der Mehrzahl nicht in Abfallcontainern entsorgt, sondern einfach auf dem Boden oder auf Fenstersimsen abgestellt. Die Stadt hat erkannt: „Flaschen werden bewusst zerschlagen oder unbeabsichtigt weggetreten und zersplittern dabei.“ In der Sitzungvorlage steht: „In den Morgenstunden des darauffolgenden Tages gleichen die Straßen und Plätze mitunter einem ,Scherbenmeer’“.

Gefahr durch Scherben

Der Glasmüll berge ein erhebliches Gefahrenpotenzial und damit eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Die Stadt stellt fest: „Glasscherben führen zu Verletzungen bei Mensch und Tier und zu Reifenschäden bei Fahrrädern und Fahrzeugen.“ Eine besondere Gefahr entstehe auch dadurch, dass Rettungskräfte aufgrund der Scherben mehr zu ihren Einsatzorten fahren könnten oder wegen eines platten Reifens erst verspätet ankommen.

TBK rückt nur mit Ersatzrädern aus

Das Problem mit den platten Reifen betreffe auch die Fahrzeuge der TBK, die bei der Reinigung nach dem „Schmotzigen Donnerstag“ immer mit einem zusätzlichen Anhänger mit Ersatzreifen unterwegs sein müssten. Der Wechsel der Räder nehme unnötig viel Zeit in Anspruch, was die eigentliche und bereits sehr zeitaufwändige Reinigung der Innenstadt noch zusätzlich verzögere.

Scherben bleiben monatelang liegen

Weiter argumentiert die Stadt komme, dass das Kopfsteinpflaster in vielen Gassen und auf dem Münsterplatz sowie schlechte Witterungsverhältnisse mit Schnee und Eisglätte die Straßenreinigung der TBK vor zusätzliche Probleme stelle. Glasscherben könnten bei derartiger Witterung nur unter erschwerten Bedingungen und unter enormer personeller und finanzieller Belastung eingesammelt werden. Gleichzeitig seien Glasscherben unter einer Schneedecke für alle Verkehrsteilnehmer schwer erkennbar. Die Stadt stellte fest: „Trotz intensivster Reinigung lassen sich zum Beispiel am Münsterplatz auch jetzt noch zahlreiche, durch den Straßenverkehr in die Fugen des Kopfsteinpflasters hineingedrückte Scherben erkennen. „

Retter kamen nicht mehr durch

Die Scherbenproblematik an Fasnacht ist in Konstanz schon seit Jahren bekannt. Im Jahr 2008 war das Scherbenmeer bereits so groß, dass Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge nicht mehr überall fahren konnten. Die Müllmenge, die im öffentlichen Raum verteilt war, wuchs. 2012 stellte die Stadt dann 41 Container zusätzlich auf – sie verhinderten aber das Scherbenmeer nicht.

Straßenverkauf von Schnaps verboten

Bei anlässlich der Fasnacht aufgestellten Verkaufsständen, Zelten und Motivwägen sei der Ausschank von Alkohol erlaubt. Das Bürgeramt erteile aber seit Jahren Auflagen versieht. Die Abgabe von Spirituosen in unverdünnter Form wie bei Schnäpsen sowie von branntweinhaltigen Fertigmischgetränken wie Alcopops ist bei öffentlichen Veranstaltungen nicht zulässig. Auch die Abgabe von Getränken in Glasflaschen oder Gläsern werde aus Sicherheitsgründen nicht zugelassen. Das bedeute, dass Getränke nur in Plastikbechern oder – flaschen ausgegeben werden dürften.

Kein Glas darf mit nach draußen

Bei Gestattungen für sogenannte „Besenwirtschaften“ verlangt das Bürgeramt, dass kein Glas „nach draußen“ mitgenommen werden darf. Bei größeren Veranstaltungsräumlichkeiten wie dem Fasnachtszelt beim Münsterplatz werde zudem der Einsatz eines gewerblichen Sicherheitsdienstes vorgeschrieben.

Allgemeinheit zahlt für Entsorgung

Trotzdem sei der „Schmotzige Donnerstag“ hinsichtlich der Scherbenproblematik der „kritischste Tag“, so die Stadt. Zahlreichende Gewerbetreibende deckten sich extra vor Fasnacht gezielt mit den kleinen Glasfläschchen ein, weil sie wissen, dass diese bei Jugendlichen besonders beliebt sind. Gleichzeitig locke der Handel auch in Konstanz mit besonders verlockenden Sonderangeboten speziell an Fasnacht. Ein Appell des früheren Oberbürgermeisters Frank an den Handel habe leider zu keiner Verhaltensänderung geführt. Die Entsorgung der Hinterlassenschaften von „vermeintlichen“ Narren gehe zu Lasten der Allgemeinheit, so die Stadt.

Erstmals Glasverbot geplant

Das Bürgeramtes, Polizei, TBK und Feuerwehr befürworten für das Jahr 2013 estmals ein temporäres Glasverbot am „Schmotzigen Donnerstag“ in Form einer Allgemeinverfügung. Es soll in der Zeit von Donnerstag, 8 Uhr bis Freitag 6 Uhr gelten und sich auf das meist frequentierte Gebiet der Innenstadt beschränken. Die Einhaltung des Glasverbotes werde durch die Landespolizei, die Ortspolizei sowie durch externe Security überwacht.

Entscheidung am Donnerstag

Im Haupt-und Finanzausschuss des Gemeinderats hatte es ein einstimmiges Votum für das Glasverbot gegeben. Die endgültige Entscheidung trifft der Gemeinderat am Donnerstagnachmittag ab 16 Uhr in öffentlicher Sitzung.

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