Konstanz will Fahrradabstellplätze in die Warteschleife hängen

Keine Verbesserungen in der Radsaison 2013 – Chaotische Zustände und wildes Parlen sind keine ausreichenden Argumente

Konstanz. In Konstanz fehlen Fahrradabstellanlagen. Anschlussmöglichkeiten für Fahrräder gibt es im Zentrum fast gar nicht. Wer mit dem Rad in die Stadt fährt, muss wild parken. Die abgestellten Räder versperren Durchgänge wie die Tirolergasse und ganze Plätze. Die Freie Grüne, die Freien Wähler und die SPD sahen schon im April dringenden Handlungsbedarf. Passiert ist seither nicht viel. Nach Ende der Fahrradsaison 2012 befasst sich nun der Technische und Umweltausschuss des Konstanzer Gemeinderats mit Abstellanlagen für Fahrräder. Die Stadtverwaltung will Räte und Radler aber erst einmal vertrösten und Abstellanlagen in die Warteschleife hängen. Zuerst sei eine Bedarfserhebung nötig und die könne vor Ende der Fahrradsaison 2013 nicht angeschlossen werden.

Chaotisches Parken auf der Marktstätte

Die Ratsmitglieder hatten im Juni in einem Brief an den Oberbürgermeister bereits auf die immer chaotischeren Zuständen vor allem auf der Marktstätte hingewiesen. Im Notfall sei für Rettungswagen und Feuerwehr schon kein Durchkommen mehr. Die Räte baten die Verwaltung, noch vor der Sommerpause wenigstens die schlimmsten Missstände zu beseitigen und machten in ihrem Brief auch konkrete Vorschläge.

Konkrete Vorschläge schon für Fahrradsaison 2012

In einen fraktionsübergreifenden Antrag verlangten die Räte weitere Anlagen oder Abmarkierungen auf der Marktstätte. Sie forderten auch eine kurzfristige Erweiterung der Fahrradabstellanlagen auf dem Stephansplatz und langfristig einen autofreien Stephansplatz mit großzügigen Fahrradabstellmöglichkeiten. Zusätzliche Fahrradabstellanlagen wollten die Räte zudem bei der Dreifaltigkeitskirche und auf dem Augustinerplatz beim Kaufhaus Karstadt haben. All dies sollte, so stand es in dem Brief, noch in diesem Jahr passieren. Tatsächlich ist 2012 aber erst einmal nicht viel geschehen.

Fahrradabstellkonzept angeblich nötig

Statt zu handeln, lässt die Stadtverwaltung wissen, dass für die „Lenkung des Fahrradverkehrs“ und die „städtebauliche Einfügung der Abstellanlagen“ ein Fahrradabstellkonzept notwendig sei. Eine Ziel- und Quellanalyse des Fahrradverkehrs sei nötig, um die Platzierung neuer Anlagen am tatsächlichen Bedarf auszurichten. Für den Fahrradparkverkehrs hält die Stadt eine Gesamtkonzept für nötig. Ein Gang über die zugeparkte Marktstätte und weiter durch die Tirolergasse zur Ecke Stepahnsplatz/Wessenbergstraße oder auch durch die Wessenbergstraße in Richtung Münster reichen der Verwaltung anscheinend nicht.

Vertrösten bis 2014

Eine „Bestandsaufnahme der bestehenden Abstellanlagen“ und eine „Auslastungserhebung bestehender Abstellanlagen“, um den derzeitigen Bedarf ermitteln zu können, schlägt die Verwaltung vor. Weiter heißt es in einer Sitzungsvorlage: „Die Erarbeitung eines qualifizierten Fahrradabstellplatzkonzepts kann erst nach der Radsaison 2013 abgeschlossen werden, da die Bedarfserhebungen zum Teil in der Radsaison erfolgen müssen.“

Auch Stadt will mehr Fahrradparkplätze

Die Rede ist seitens der Verwaltung weiter von der „Erarbeitung weniger Grundtypen von Fahrradabstellanlagen – unterschieden nach Zweck und Lage“, von „Kriterien für die Mehrung bzw. Erweiterung dezentraler Standorte“ und von „Vorschlägen zur Optimierung und Erweiterung bestehender Anlagen.“ Vielleicht könnte sich die Stadt einfach auch einmal die Fahrradabstellanlage auf dem Platz vor Edeka in der Reichenaustraße anschauen. Hier können Fahrradfahrer ihre Räder sicher und bequem anschließen. Immerhin: Zusätzliche Fahrradstellplätze und zusätzliche Standorte würden grundsätzlich befürwortet. Aber auf Wiedersehen 2014.

Heute Thema im Ausschusss

Der Technische und Umweltausschuss befasst sich heute mit dem interfraktionellen Antrag von FGL, FWG und SPD zum Thema „Abstellanlagen für Fahrräder“. Die Sitzung am heutigen Donnerstag beginnt um 16 Uhr im Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes Laube.

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