Konstanz will mit kostenlosen Bussen am Stau vorbei

Kommunalpolitiker ziehen Lehren aus dem Adventsverkehr – Roger Tscheulin fordert 1.000 Parkplätze auf Döbele

Konstanz. Verdutzt reibt sich Konstanz die Augen. Mit kostenlosen Bussen soll es plötzlich möglich sein, an Haupteinkaufstagen Staus in der Stadt zu vermeiden. Dass es funktioniert, hätten die Adventssamstage gezeigt. Trotzdem forderte der Fraktionsvorsitzende der CDU im Konstanzer Gemeinderat, Roger Tscheulin, 1.000 neue Parkplätze auf dem Döbele. Oberbürgermeister Horst Frank (Grüne) sagte: „Ich freue mich über jeden Schweizer und jede Schweizerin, die zum Einkaufen nach Konstanz kommen.“

Konstanz pokerte hoch

Der Einsatz der Einkaufsstadt an den vier Adventssamstagen des vergangenen Jahres war hoch. 58.000 Euro stellte die Stadt bereit, und das Stadtmarketing wirbelte mächtig, wofür es von den Kommunalpolitikern am Donnerstag viel Lob bekam. Fest steht inzwischen: 47.874,59 Euro kosteten alle Aktion zusammen. Ausgegeben haben das Geld Stadt und Stadtmarketing auch für Werbung und kostenlose Bratwürste auf P+R Parkplätzen. Anne Mühlhäußer meinte, es sei „irrsinnig“ viel Geld ausgegeben worden und viel Manpower sei nötig gewesen. Sie forderte, was die FGL schon seit Jahren will, Busse im Advent kostenlos fahren zu lassen.

Maßstab für Erfolg ist staufreie Stadt

Zu den Profiteuren gehörten vor Weihnachten auch die Prinzeitungen. Angeblich erreichten die Anzeigen in den Tageszeitungen von Singen, Radolfzell und Stockach 400.000 Leser. In der Ostschweiz sollen es 500.000 gewesen sein. Auch Jürgen Ruff (SPD) sprach von einem großen Erfolg. Der ÖPNV habe funktioniert. Die Idee des Stadtmarketing, Verkehrskadetten auszubilden, findet er gut. Mit kostenlosen Bussen hat Ruff aber so seine Problem. Sinnvoll sei das nur, wenn zusätzliche Busse fahren, da Busse sowieso schon voll seien.

Verkehr nicht nur zur Weihnachtszeit

Woran viele nicht geglaubt hätten, funktionierte an den vier Tagen. Tatsächlich fuhren die Autofahrer vor Weihnachten auf P+R Parkplätze und nutzen den kostenlosen Busshuttle in die Stadtmitte. Rund um die Altstadt floss der Verkehr. Größere Staus waren die Ausnahme. Linienbusse kamen durch und der Einzelhandel machte Umsätze. Deswegen sei eine Beteiligung des Einzelhandels an solchen Aktionen in Zukunft wünschenswert, meint die Stadt. Gabriele Weiner (FW) forderte Konsequenzen auch im „Rest des Jahres“. Brückentage stünden in diesem Frühjahr wieder bevor. Wer aus Richtung Singen kommt, kann momentan allerdings wegen der Bauarbeiten an der B 33 gar nicht auf einen P+R Parkplatz fahren.

Kostenloser ÖPNV auch am Einkaufssonntag

Am Verkaufssonntag probierten es die Konstanzer gleich noch einmal mit Gratisverkehr aus. Der Einzelhandel ließ die Busse des Stadtverkehrs kostenlos fahren. Sechs Geschäfte finanzierten die Aktion. Oberbürgermeister Horst Frank sagte, dass insgesamt 30 Prozent weniger Besucher als an anderen Einkaufssonntagen nach Konstanz kamen, weshalb es auch weniger Verkehr gegeben habe. Heinrich Everke (FDP) fragte, was können wir in Zukunft lernen? Er will Parkplätze in der Innenstadt verteuern und Busse kostenlos fahren lassen. Im Unterschied zu anderen will die FDP aber nicht, dass der Einzelhandel dafür bezahlt.

Warten auf Masterplan Mobilität

Eine dauerhafte Lösung erhofft sich die Stadt von der Umsetzung eines Masterplans Mobilität. Die Bürgerbeteiligung hat gerade erst begonnen. Noch bis Ende 2013 soll erst einmal diskutiert werden.

Ein Kommentar to “Konstanz will mit kostenlosen Bussen am Stau vorbei”

  1. Johannisbrunnen
    30. März 2012 at 10:49 #

    Um überhaupt keinem Stau-Stress ausgesetzt sein, muß man Staus verhindern.Am besten, in dem man den Straßenerkehr verringert. Wie? Durch Bildung von Fahrgemeinschaften mittels Portalen wie
    http://www.wir-pendeln-zusammen.com Es werden Berufpendler zusammengeführt und aus drei Autos wird eins. Somit weniger Traffic während der Rushhours. Zudem spart man, bei Spritkosten über 1,60€ auch noch viel Geld.

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