Konstanzer Abgeordneter Lehmann erwartet Aus für Fracking in der Bodenseeregion

Grüner fordert Konsequenzen aus Gutachten – Scharfe Kritik an EU-Kommissar Oettinger

Konstanz. Der Konstanzer Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann (Grüne) erwartet eine klare Absage an Fracking-Vorhaben in der Bodenseeregion von Seiten des Umweltministeriums. „Mit der Vorlage des lang erwarteten Gutachtens des Umweltbundesamts und des Bundesumweltministeriums ist nun zweifelsfrei klar, dass Fracking in Trinkwasserschutzgebieten absolut indiskutabel ist“, so Lehmann. Der Landtagsabgeordnete kritisiert in diesem Zusammenhang insbesondere die Forderung des früheren CDU-Ministerpräsidenten und EU-Energiekommissars Oettinger, Deutschland soll in großem Umfang Schiefergas fördern. „Diese Haltung verkennt in unverantwortlicher Weise die Gefahren, die das Fracking-Verfahren birgt.“

Nordrhein-Westfalen reagierte bereits

Das Land Nordrhein-Westfalen reagierte bereits auf die Veröffentlichung von Gutachten über die Risiken von Fracking mit einer grundsätzlichen Absage an Erkundungs- und Gewinnungsvorhaben unkonventioneller Erdgas-Lagerstätten. In einem Antrag erwartet der grüne Landtagsabgeordnete Lehmann auch für Baden-Württemberg eine eindeutige Positionierung. „Ich bin mir sicher, dass die Landesregierung schnell eine klare Rechtslage schafft und entsprechenden Anträgen eine klare Absage erteilt.“

Unkalkulierbare Risiken

Die Gutachter der in der vergangenen Woche vorgestellten Studie sprechen sich deutlich dafür aus, dass Fracking nur unter strengsten Auflagen überhaupt und in Trinkwasserschutzgebieten gar nicht genehmigt werden sollte. Lehmann sieht sich damit in seiner Ablehnung von Fracking bestärkt. „Die Studie macht deutlich, dass die Risiken unkalkulierbar sind. Dies können wir zum Schutz von Mensch und Umwelt nicht zulassen.“

Kritik an EU-Kommissar Oettinger

Lehmann fordert in seinem Antrag zu einem geschlossenen Konsens gegen den Einsatz der Fracking-Technologie auf. „Aussagen wie die des früheren CDU-Ministerpräsidenten Oettinger, Deutschland solle in großem Stil in die Förderung unkonventioneller Erdgasvorkommen einsteigen, zeugen von Unwissen über die Risiken. Eine derartige Forderung sollte parteiübergreifend eine klare Absage erhalten.“

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