Konstanzer Baubürgermeister wirbt für linksrheinischen „Mobilitätspunkt“ bei der Schänzlebrücke

Zugeparktes Paradies in Konstanz

Konstanz. Der Konstanzer Bürgermeister Kurt Werner will lieber klotzen und redet von einem „Meilenstein“. In einem so genannten „Mobilpunkt Schänzlebrückenkopf Süd“ sieht er „eine große Chance zur Verkehrsentlastung“. Noch sind die Pläne aber nicht konkret. Erst einmal Gemeinderat, Bürger, Vereine und die Hochschule am Seerhein mitreden. Außerdem müsste der Gemeinderat das nötige Geld bereit stellen. Bis es soweit ist, ist das Konstanzer Paradies weiterhin komplett zugeparkt.

Machbarkeitsstudie fertiggestellt

In einer Medienmitteilung der Stadt heißt es: Eine Machbarkeitsstudie zeige die wichtige Rolle des „Mobilpunkts Schänzlebrückenkopf Süd“. Vorgestellt wird sie am Donnerstag, 10. Januar, im Technischen und Umweltausschuss.

Verkehrslenkung und Umstieg

Die Einrichtung eines so genannten „Mobilitätspunktes“ vor den Toren der Innenstadt sei ein „wichtiger Meilenstein“, um die Innenstadt zu entlasten. Eine mit dem Masterplans Mobilität in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie zeige, wie durch verschiedene Angebote wie Park+Go und Park+Ride, Park+Bike oder Car Sharing der Verkehr an einer Stelle gebündelt und der Parkverkehr im Paradies gelenkt werden könne.

Angebot für die HTWG

Zusätzlich könnte, so heißt es weiter, der wachsende Parkverkehr der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung abgewickelt und der Stellplatzbedarf der Besucher der Sporteinrichtungen an der Schänzlehalle gesichert werden. „Wir alle wissen um die schwierige Verkehrssituation in der Altstadt. Und wir alle wissen, dass sich hier dringend etwas ändern muss. Der Mobilpunkt Schänzlebrückenkopf Süd bietet eine große Chance zur Verkehrsentlastung der Altstadt“, erklärt Bürgermeister Kurt Werner.

Planungsbüro stellt Studie vor

Die Studie wird am 10. Januar 2013 im Technischen- und Umweltausschuss vom Planungsbüro Richter-Richard (Aachen/Berlin) vorgestellt. Zudem beschäftigt sich der Sportauschuss am 29. Januar 2013 und danach der Gemeinderat mit dem Thema. Es gehe um die Ergebnisse der Studie und um die Bereitstellung von Mitteln für die weiteren Planungen, so die Stadt.

Bürgerbeteiligung kommt noch

Im weiteren Verfahren würden die Bürgerinnen und Bürger, die verschiedenen Nutzergruppen, die HTWG sowie die Vereine und Verbände beteiligt. Bei der Weiterentwicklung des Projekts werde auch die Frage der Betriebsform des Mobilpunkts erörtert.

Die Vorgeschichte

Das Konzept „Ruhender Verkehr“ wurde vom Gemeinderat am 19. Mai 2009 beschlossen. Das Planungsbüro Richter-Richard, Aachen/Berlin wurde daraufhin mit einer Parkraumstudie für das linksrheinische Gebiet (Altstadtring/Paradies) beauftragt. Die Untersuchung kam unter anderem zu dem Ergebnis, den Standort Schänzlebrücke Süd auf der Grundlage der Erhebung von Nutzerdaten des Sportamts und der HTWG weiterzuentwickeln. Aufbauend auf den Ergebnissen dieser Parkraumstudie wurde das Planungsbüro Richter-Richard laut TUA-Beschluss am 10. Januar 2012 mit einer Machbarkeitsstudie für einen Mobilpunkt Schänzlebrückenkopf Süd beauftragt.

Die Situation im Paradies

Nahezu im gesamten Paradies ist der öffentliche Parkraum rund um die Uhr ausgelastet. Grund dafür sind nach Mitteilung der Stadt unter anderem die höheren Studierendenzahlen an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG). Waren im Wintersemester (WS) 2010/11 noch knapp 4.000 Studierende eingeschrieben, sind es im WS 2012/13 400 mehr. Langfristig gehe die HTWG von zirka 5.000 Studierenden aus. Für die Nutzer der Schänzle-Sporthalle stünden häufig nicht ausreichend freie Stellplätze zur Verfügung, da diese durch andere Nutzergruppen belegt sind.

Empfehlung der Parkraumstudie

Um den bestehenden und wachsenden Parkdruck quartiersverträglicher abzuwickeln, empfiehlt die Parkraumstudie „linksrheinische Innenstadt Altstadt/Paradies“ den Standort Schänzlebrückenkopf-Süd unter Aufwertung des Umfeldes zu einem Mobilpunkt als Schnitt- und Übergabepunkt verschiedener Verkehrsmittel zu entwickeln und zusätzliche Stellplätze der HTWG auf diesem Standort zu schaffen. Es biete sich auch die Unterbauung des Brückenbauwerks mit einer Parkpalette an. Diese Lösung habe den Vorteil, dass der Verkehr gar nicht erst in das Quartier hineinfließe.

Brückenköpfe ideale Orte

In der Parkraumstudie werde aufgezeigt, dass diesem Standort eine zentrale Rolle zukomme. Zusammen mit dem Parkhaus Altstadt und dem Döbele könnten mit ihm für die angrenzenden Gebiete des Stadtteils Paradies Parkierungsstandorte angeboten werden, die in akzeptierter Entfernung für die Bewohner liegen. Zusätzlich lasse sich an diesem Standort ein umfassendes Park + Ride-Angebot integrieren, da der Standort wie der P+R-Standort Schänzlebrückenkopf Nord hervorragend über die B 33 erreichbar ist.

Den aktuellen Stand der Machbarkeitsstudie gibt’s im Internet unter konstanz.de.

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