Konstanzer CDU-Fraktion fordert Ausbau der Gäubahn

Alexander Fecker schreibt an Verkehrsministerin Tanja Gönner

Konstanz (wak) In einem Brief hat der Fraktionsvorsitzende der CDU im Konstanzer Gemeinderat, Alexander Fecker, Verkehrsministerin Tanja Gönner zum zügigen Ausbau der Gäubahn aufgefordert. Die derzeitigen Zustände seien weder zukunftsfähig noch sonst „in irgendeiner Weise akzeptabel“, heißt es in dem Schreiben. Fecker beklagt, dass Nahverkehrszüge wie der Seehas ständig Verspätung hätten, da sie auf die verspäteten Fernverkehrszüge warten müssten.

Der Brie im Wortlaut:

„Sehr geehrte Frau Ministerin Gönner,

zunächst dürfen wir Ihnen mitteilen, dass wir Ihr Engagement zum raschen Ausbau der Gäubahn in puncto Technik und Sicherheit begrüßen.

Die CDU-Fraktion im Gemeinderat der Stadt Konstanz wurde in der Vergangenheit verschiedentlich auf folgende Problematik hingewiesen:

Der im Wortsinn bilaterale Zug der Gäubahn verbindet mit der Strecke Zürich – Singen – Stuttgart über die Landesgrenzen hinweg zumal die Schweizerische Eidgenossenschaft und die Bundesrepublik Deutschland miteinander.

Zudem kann die Bedeutung der Gäubahn allein mit Blick auf das Projekt Stuttgart 21 nicht hoch genug eingeschätzt werden, erfüllt sie doch dabei – und auch dies wiederum grenzüberschreitend – eine überaus herausragende Zubringerfunktion.

Gleichwohl zeitigen die in der jüngsten Vergangenheit vorgenommenen Eingriffe seitens der Deutsche Bahn AG katastrophale Folgen für das gesamte Netz des ÖPNV in einer von vier Anrainerstaaten – Italien, Frankreich, Schweiz und Deutschland – geprägten und verkehrlich wichtigen europäischen Region.

Die wie auch immer begründeten Verspätungen auf der Gäubahn machen sich für die NutzerInnen des ÖPNV bis auf die lokale Ebene hinab bemerkbar, was sich an einem Beispiel aus der Region und Stadt Konstanz veranschaulichen lässt.

Aufgrund des Prinzips der Nachrangigkeit der Nahverkehrszüge gerät der so genannte Seehas, der die Strecke Konstanz bis Engen und zurück befährt, in Verzug, da er auf die verspäteten Fernverkehrszüge warten muss. In der Folge kommt zur Wartezeit am jeweiligen Bahnhof der für die Dienstleistungen der DB AG zahlenden KundInnen, dass sie an ihren Heimatorten die örtlichen Busse nicht erreichen.

Die in unserem Anschreiben bis anhin dargelegten Zustände sind in gleich mehrfacher Hinsicht weder zukunftsfähig noch sonst in irgendeiner Weise akzeptabel. Vielmehr machen sie den insbesondere in den vergangenen Jahren und mit hohem finanziellem Aufwand betriebenen Ausbau des ÖPNV zunichte, um zugleich die traditionell auf Kommunikation und Transport angewiesene wirtschaftliche Entwicklung – nicht nur – des Bundeslandes Baden-Württemberg nachhaltig in Verzug zu bringen.

Deshalb bitten wir Sie eindringlich, sehr geehrte Frau Ministerin Gönner, sich für einen optimalen, zügigen Ausbau der Gäubahn und darüber hinaus des Schienenverkehrs in Baden-Württemberg einzusetzen. Oberste Priorität hat ganz klar die schnellstmögliche Beseitigung der geschilderten Missstände für die NutzerInnen der Züge während der Bauarbeiten an der Gäubahn.

Es muss zwingend gewährleistet sein, dass die Zugreisenden auch während der Bauphasen verlässliche Verkehrsverbindungen zur Verfügung gestellt bekommen.

Wir sind überzeugt davon, dass die genannten Maßnahmen absolut richtige, aber auch unverzichtbare Schritte für das Wohl unseres Bundeslandes wie für die Nachbarländer sind. Von deren Umsetzung profitieren von Beginn an die Menschen ebenso wie es für unsere Wirtschaft und unsere Umwelt zutrifft.“

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.