Konstanzer Frauen durchbrechen das Schweigen nach Gewalterfahrungen

Am Sonntag, 3. Oktober, endet Ausstellung „Frauen in Veränderung – Wege aus der Gewalt“ im Konstanzer BildungsTURM

Konstanz. Mit der Ausstellung „Frauen in Veränderung – Wege aus der Gewalt“, in Vorträgen und einer Lesung haben sich Frauen in Konstanz in den vergangenen zwei Wochen den Themen Gewalt gegen Frauen, sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalterfahrung genähert. Die Ausstellung im BildungsTURM beim Kulturzentrum am Münster anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Vereins Frauen helfen Frauen in Not e.V. ist nur noch bis Sonntag zu sehen. Das Interesse ist riesig.

Sexuelle Gewalt ist real

Das Thema sexuelle Gewalt ist kein abstraktes. Die Missbrauchsfälle an der reformpädagogisch orientierten Schule im hessischen Odenwald, die Anfang März bekannt geworden sind, und Missbrauchsfällen vor allem in katholischen Einrichtungen haben die Öffentlichkeit aufgeschreckt. Missbrauchsopfer leiden oft lebenslänglich unter den Folgen. Wie sehr beschreiben Betroffene in Erfahrungsberichten.

Sichere Räume werden bei sexuellem Missbrauch zum Tatort

Missbraucht werden Kinder von Vätern, Großvätern, Onkeln, Brüdern oder vom guten Freund, der „fast zur Familie“ gehört. Die Täter sind Menschen, denen die Opfer vertrauen, von denen sie abhängig sind. Die Tat geschieht in einem Raum, in dem Kinder eigentlich Geborgenheit und Sicherheit erfahren müssten. Wenn ein Erwachsener sein Opfer sexuell missbraucht, benutzt er das Kind, dessen Liebe, Abhängigkeit und das Vertrauen, um seine sexuellen Bedürfnisse, sein Bedürfnis nach Unterwerfung, Macht oder Nähe mit Gewalt durchzusetzen. Er gefährdet die Lebens- und Entwicklungsgrundlage und schädigt die Seele des Kindes.

Problem des Nicht-darüber-reden-könnens

Schätzungen zu Folge werden 10 bis 15 Prozent aller Frauen und 5 bis 10 Prozent aller Männer in ihrer Kindheit sexuell missbraucht. Viele Fälle bleiben unbemerkt. Missbrauch wird verdrängt – auch auf Grund gesellschaftlicher Tabus. Missbrauchserlebnisse können aber niemals vergessen werden. Viele Opfer leiden unter dem Nicht-darüber-reden-können. Traumatische Erfahrungen wie der sexuelle Missbrauch fügen den Opfern seelische und körperliche Schäden zu. Die Folgen können psychischen Störungen sein, unter denen die Opfer noch als Erwachsene leiden.

Ausstellung zeigt Wege aus der Gewalt

Wege aus der Gewalt weist der Verein „Frauen helfen Frauen in Not“ in der Ausstellung „Frauen in Veränderung – Wege aus der Gewalt“. noch bis zum Sonntag, 3. Oktober. Die Ausstellung im Konstanzer BildungsTURM zeigt anhand von Bildern und Texten die Möglichkeiten, wie Frauen und Mädchen, die unterschiedliche Formen von Gewalt erlebt haben, Unterstützung finden können. Die Malerin Hanne Hick will mit dem Mittel der Kunst, mit ihren Bildern und Texten, den Aufbruch und das Ausprobieren neuer Wege veranschaulichen. Die Schau wird unterstützt vom Amt für Schulen, Bildung und Wissenschaft.

Letzte Zusatzführung am Samstag

Am Samstag, 2. Oktober, findet noch einmal eine Führung durch die Ausstellung „Frauen in Veränderung“ statt. Die Führung ist eine Zusatzveranstaltung, die auf Grund des großen Interesses zusätzlich angeboten wird und nicht auf dem Flyer zur Ausstellung angekündigt ist. Die Führung durch die vier Stockwerke beginnt um 14.30 Uhr im BildungsTURm (Zugang Kulturzentrum beim Münster) und dauert etwa eine Stunde. Anschließend besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

Hier geht es zu der Website von Frauen helfen Frauen in Not e.V., Konstanz

Hier geht es zu der Website Gruppe „Frauen nach sexuellem Missbrauch“ in Konstanz

Foto: Paul-Georg Meister PIXELIO www.pixelio.de

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