Konstanzer Gemeinderat: Soll Stadt Centrotherm Gebäude kaufen?

Konstanz. Wenn der Konstanzer Gemeinderat am Donnerstag dieser Woche zu seiner Sitzung zusammen kommt, steht ein Tagesordnungspunkt weit oben, der noch zum Wahlkampfthema vor der Kommunalwahl werden könnte. Es geht um den Erwerb der Immobilie Reichenaustraße 21. Gemeint ist das Centrothermgebäude. OB Uli Burchardt könnte sich vorstellen, dass die Stadt in das Gebäude investiert und es zu einer multifunktionalen Halle umbaut. Die Halle könnte auch die Funktion eines Konzerthauses haben.

Mausetotes Konzerthaus wieder da

Das Thema Konzerthaus schien nach dem Bürgerentscheid vor vier Jahren mausetot. Doch vor einem Jahr machte es Christoph Nix, Intendant des Stadttheaters plötzlich wieder zum Thema und lud zur Debatte in die Spiegelhalle. Der Chef des Südwestdeutschen Philharmonie, Beat Fehlmann, der ehemalige Konzerthausgegner und Sprecher der Bürgerinitiative “Nein zu Klein Venedig”, Günter Schäfer, und Kommunalpolitiker diskutierten in der Konstanzer Spiegelhalle über ein Musikhaus für Konstanz. Initiatoren waren neben dem Theater Konstanz Architekturstudierende.

Standort eines Konzerthauses am Seerhein

Wo, so fragten, sich wieder immer mehr Konstanzer, könnte ein solches Gebäude stehen? Vor zehn Jahren, 2004, hatte sich die Stadt die Standortfrage gestellt und eine Standortanalyse erstellt. Geprüft wurden damals seenahe Flächen und auch rechtsrheinische Standorte. Viele sind heute längst überbaut. Klein Venedig dürfte nach dem Nein der Bürgerinnen und Bürger 2010 endgültig ausgeschieden sein.

Bürgerwille eindeutig gegen Klein Venedig

Denn am 21. März 2010 hat es auf die Standortfrage eine klare Antwort der Bürgerinnen und Bürger gegeben. Mit 20.800 Nein-Stimmen und bei nur 10.875 Ja-Stimmen hatte die Mehrheit der Konstanzer damals beim Bürgerentscheid ein Konzert und Kongresszentrum auf Klein Venedig endgültig abgelehnt. Die Wahlbeteiligung lag bei immerhin 52,2 Prozent und das Quorum wurde erreicht. Nach 2003 war diese Abstimmung bereits der zweite Bürgerentscheid gegen ein Konzerthaus auf Klein-Venedig.

Centrotherm: Frage des Preises und der Eignung

Mittlerweile ließen zum Beispiel die Freien Wähler und auch die SPD verlauten, dass sie sich das Cetrotherm Gebäude am Seerhein durchaus als multifunktionale Halle vorstellen könnten. Die verkehrliche Lage wäre günstig. Ob das auch auf den Preis, also die Kosten für den Kauf und den Umbau des ehemaligen Firmengebäudes der Solarfirma Centrotherm zu treffen würde, ist aber noch offen. Auch ist bisher vollkommen unklar, ob sich die Immobilie tatsächlich sinnvoll nutzen ließe – oder ähnlich wie das Konzil wiederum nicht ganz geeignet wäre, um sie als Konzerthaus zu bespielen. Immerhin, Oberbürgermeister Uli Burchardt hat eine Idee aufgegriffen, die bereits seit einiger Zeit in der Stadt – halb im Spaß und halb ernst gemeint – diskutiert worden ist.

Die Sitzung beginnt am Donnerstag, 27. März, um 17 Uhr. Centrotherm ist einer der ersten Tagesordnungspunkte. Ab Freitag gibt es die Debatte dann wieder als Podcast im Web.

Foto: Peter Schottmüller

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