Konstanzer Glasflaschenverbot voraussichtlich vor dem Aus

Glasverbot am See und Seerhein steht mindestens auf der Kippe – Urteil folgt morgen schriftlich

Konstanz. Das umfassende Glasverbot, das die Stadt Konstanz erlassen hat und das für mehrere Uferabschnitte am See und am Seerhein gilt, steht anscheinend vor dem Aus. Die Gesundheitsgefahr durch Scherben ist offenbar nicht ausreichend nachgewiesen. Das sagte der Vorsitzende Richter des Verwaltungsgerichtshofs in Mannheim. Ein Student hatte gegen das Verbot geklagt. Lokale Getränkehersteller hatten die Klage finanziell unterstützt. Morgen, Freitag, gibt es ein schriftliches Urteil.

Stadt brachte keine Zahlen

Die Stadt Konstanz hatte das Glasverbot mit der Gefahr begründet, die von den Scherben am Ufer ausgehe. Mit diesem Argument hatte die Stadtverwaltung auch die Mehrheit des Gemeinderats überzeugt. Volker Ellenberger, Vorsitzende Richter und Präsident des Verwaltungsgerichtshofs, ist das aber zu pauschal. Die Stadt anscheinend in Mannheim zudem schlecht aufgestellt: Die Stadtverwaltung patzte offenbar, weil sie nicht mit konkreten Zahlen belegen konnte wie viele Badende sich vor dem Glasverbot tatsächlich am Konstanzer Ufer durch Scherben verletzt hatten.

Verbot geht Freiburger Weg

Erst vor drei Jahren hatte das Mannheimer Gericht das Freiburger Alkoholverbot kassiert. Das Gericht sah damals keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Gewalttätigkeit. Das Urteil über das Konstanzer Glasverbot will das Gericht morgen schriftlich bekanntgegeben. Die Wahrscheinlichkeit, dass es den Freiburger Weg geht, ist hoch.

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