Konstanzer Goldrausch beim „Fuochi Artificiali“ in Winterthur

Konstanzer Architekturstudenten verwandeln Passage in illusionistische Scheinwelt

Konstanz/Winterthur. Auch in diesem November wird wieder die Altstadt von Winterthur durch die 3. internationalen Lichttage zur Bühne für leuchtende Inszenierungen. Unter dem barocken Thema Fuochi Artificiali geben 15 Passagen Denkanstöße für die Auseinandersetzung mit dem Thema Licht.

Opulenter Lebensstil, Verkleiden und Täuschen

Die Fakultät für Architektur und Gestaltung der HTWG Konstanz wurde eingeladen, einen Beitrag zu dieser Ausstellung zu erarbeiten. Architekturstudenten haben unter Leitung von Professorin Miriam Gautschi das barocke Lebensgefühl analysiert, neu interpretiert und anschließend in einem Projekt inszeniert. Sie beschäftigten sich mit den barocken Stilmitteln der illusionistischen Raumwirkung, mit Licht und Schatten sowie dem Spannungsfeld von Realität und Abbild.

So entstand die Idee des „Goldrausches“. Gold als Ausdruck opulenten Lebensstils, des Verkleidens und Täuschens, aber auch die Irritation der eigenen Wertvorstellungen. Gold verwandelt die Passage „Im Gängli“ zwischen der Obertorgasse und der Badgasse in Winterthur in eine illusionistische Scheinwelt.

Vernissage am Freitag, 5. November

Auftakt des barocken Feuerwerks bildet die Vernissage am Freitag, 5. November, um 19 Uhr. Dann wird ein genussvolles Essen zelebriert. Orient und Barock werden an einer langen Tafel bei Kerzenschein vereinigt. Das „Gängli“ selbst wird im Goldgkleid erstrahlen. Der folgende Spiegelsaal wird ein Spiel mit den Elementen Raum und Perspektive und die Pracht, Größe und Opulenz des Vorangegangenen und des Folgenden verstärken. Die Festtafel als Drehpunkt des Gesamtkonzepts wird nicht nur den Genuss aufgreifen, sondern ist auch ein Spiel von Licht und Schatten. Ein Lichtkleid aus Goldregen wird die Besucher überschütten, wodurch sie selbst Teil der Installation werden. Die Verfremdung von barocken Cembalo-Klängen durch die Anwesenheit der Besucher wird die gesamte Lichtinstallation akustisch untermalen. Die Lichtinszenierung „Verführung“ wird mit dem barocke Motiv der Veränderung der Natur durch den Menschen spielen.

Die Installation Goldrausch der HTWG Konstanz ist nicht nur ein Hinterfragen und Interpretieren von Fuochi Artificiali, sondern zeigt die Vielschichtigkeit des Themas. Die Projektgruppe will ganz bewusst an die Kindheitswünsche der Besucher erinnern, Ironie spielen lassen, mit Poesie leuchten und doch mit Logik überzeugen.

Bild: Studiengang Architektur/HTWG Konstanz

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