Konstanzer Grüne präsentieren ihre(n) OB-BewerberIn

Gespräche mit Interessenten noch in dieser Woche – Interessierte aus mehreren Bundesländern

Konstanz. Die Freie Grüne Liste (FGL) Konstanz und Bündnis90/Die Grünen sind die erste Gruppeierung, die einen Vorstellungstermin genannt hat. Am Mittwoch, 25. April, stellen die Grünen in Konstanz ihren Bewerber oder ihre Bewerberin bei einer Mitgliederversammlung im Restaurant „Seerhein“ vor. Die Versammlung ist öffentlich. Wer sich präsentieren wird, ist noch nicht entschieden. Klar ist nur, es wir nur ein Bewerber oder eine Bewerberin sein. Vorwahlen oder ein Voting bei der Mitgleiderversammlung sind nicht geplant.

Vorentscheidung fällt am 20. April

In dieser Woche führe eine Findungskommission noch letzte Gespräche mit Interessierten. Das sagte Karin Göttlich, die Mitglied des FGL-Vorstands ist und der Findungskommission angehört. Einzelheiten nannte Karin Göttlich nicht. Nur so viel: Die Bewerber, die sich bei den Konstanzer Grünen gemeldet haben, kommen nicht nur aus Baden-Württemberg, sondern stammen aus mehreren Bundesländern. Die Entscheidung darüber, wer das grüne Rathaus verteidigen oder neu erobern soll, treffen die Grünen in gut einer Woche. Am Freitag, 20. April, fällt die Vorentscheidung. Die von der Findungskommission vorgeschlagenen Interessierten stellen sich an diesem Tag der Konstanzer FGL-Fraktion und dem Vorstand von Bündnis90/die Grünen vor. Eingeladen zu dieser internen Runde sind mehrere Bewerber, unter ihnen ist mindestens auch eine Frau.

Grüne erstellten Anforderungsprofil

Bei einer Mitgliederversammlung hatte die Freie Grüne Liste schon vor einigen Monaten ein Anforderungsprofil skizziert. Der oder die Bewerberin sollte kompatibel zum Wahlprogramm der FGL sein. Die FGL hat im Konstanzer Gemeinderat die meisten Sitze. Als weitere Kriterien definierten die Grünen die „Favorisierung des öffentlichen Nahverkehrs“, Verwaltungserfahrung, Führungsqualität sowie „breite Akzeptanz“, Mehrheitsfähigkeit, soziale Kompetenz und „überzeugende Persönlichkeit“.

Bürgernah und gern weiblich

Weitere Wünsche waren, dass der Kandidat oder die Kandidatin für die Energiewende und ökologische Kompetenz steht. Ins Anforderungsprofil schrieben die Grünen zudem Bürgernähe, Bereitschaft zur Transparenz sowie Familienfreundlichkeit. Der oder die neue OB sollten „ausgewiesene Verkehrspolitiker“ sein und als „grüne Gallionsfigur“ bereit sein, den grünen Zielen zu „dienen“. Sehr gut vorstellen könnten sich die Grünen im Konstanzer Rathaus auch eine Frau. Diese Wünsche finden sich auf einem grünen „Wunschzettel“ im „Kleinen Subkurier“, den Blättern der Freien Grünen Liste Konstanz, vom Januar.

Stellenanzeige in Printzeitung ohne Resonanz

Viele Interessierten hatten sich offenbar erst sehr spät gemeldet. Die Resonanz auf die unter anderem bereits am 17. Dezember 2011 in der Zeitung Südkurier und in der taz veröffentlichte „Stellenanzeige“ sei dagegen eher gering gewesen. Die Reaktionen auf die Annonce waren nur spärlich. Möglicherweise sei die Anzeige auch zu früh gekommen. Das sagte Karin Göttlich, die Mitglied des FGL-Vorstands ist und der Findungskommission angehört.

Neun Wochen Wahlkampf

Zwischen dem Tag der öffentlichen Vorstellung des Bewerbers oder der Bewerberin am 25. April und dem Wahltermin am 1. Juli liegen immerhin noch neun volle Wochen. Sobald sich der Bewerber oder die Bewerberin vorgestellt habe, fange der Wahlkampf an, weiß Karin Göttlich, die schon viele Wahlkämpfe in Konstanz mitgemacht hat.

Grüner startet aus der ersten Reihe

Offenbar waren die Grünen die Sensationsberichterstattung darüber leid, dass sich für Konstanz kein geeigneter OB-Kandidat oder eine OB-Kandidatin findet. Die Spekulationen in den Medien nervten die Grünen. Dass sich angeblich kein kompetenter Grüner finde, wollten sich die Grünen anscheinend nicht mehr länger anhören. Die Ausgangssituation für einen Grünen oder eine Grüne ist komfortabel. Konstanz – nicht nur der Wahlkreis, sondern die Stadt – wählte bei der Landtagswahl 2011 immerhin einen Grünen zum Wahlkreisabgeordneten. Siegfried Lehmann vertritt den Konstanzer Wahlkreis in Stuttgart. Der frühere CDU-Angeordnete Andreas Hoffmann verlor sein Mandat. Rechnen kann der Bewerber oder die Bewerberin, die nach Horst Frank ins seit 16 Jahren grüne Rathaus einziehen soll, mit Unterstützung aus der FGL und von Bümdnis90/Die Grünen. Auch ein Budget für den Wahlkampf gibt es.

100 Unterstützerunterschriften nötig

Außer Frage steht: Das Konstanzer Rathaus möchten die Grünen gern behalten. Denn Horst Frank (Grüne) war vor 16 Jahren der erste grüne Oberbürgermeister in Deutschland. Erst später folgten die grünen OB’s Dieter Salomon in Freiburg und Boris Palmer in Tübingen. Die Konstanzer OB-Wahl ist in diesem Jahr zudem eine der drei wichtigen Oberbürgermeisterwahlen in Baden-Württemberg. Gewählt wird in Stuttgart, Karlsruhe und Konstanz. Die drei Wahlen dürften nach einem Jahr grün-roter Regierung in Stuttgart auch Signalwirkung für das Land haben. Wahltermin ist am 1. Juli. Die offizielle Stellenausschreibung erfolgt am 27. April. Ab dem darauffolgenden Samstag können Bewerber ihre Bewerbung einwerfen. In Konstanz brauchen die Bewerber 100 Unterstützerunterschriften. Da der Briefkasten nicht videoüberwacht ist, lässt sich nach dem Wochenende nicht sagen, wer zuerst abgegeben hat. Welcher Name oben steht, entscheidet voraussichtlich das Los.

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