Konstanzer Herosépark-Anwohner sagen Kundgebung ab

Anwohner verweisen auf Umweltschutz- und Polizeiverordnung – Weniger Scherben seit Galsverbot

Konstanz. Nur geringes Interesse haben die Anwohner der Stadt am Seerhein offenbar an der Kundgebung, zu der die Grüne Hochschulgruppe für heute Samstag eingeladen hat. Die Bewohner sagten den Organisatoren der Aktion zum „Thema Glasverbot“ am Seerhein/Herosé-Areal, Seestraße und Uferbereich ab.

Anwohner haben heute keine Zeit

In einem Schreiben, das Dr. Christian Millauer, Vorsitzender des Verwaltungsbeirates Hofgarten 2 und Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der Bürgergemeinschaft Petershausen e.V. unterschrieben hat, heißt es: „Wir danken für die sehr kurzfristige Einladung zu Ihrer Kundgebung & Versammlung, die wir auch wie gewünscht an die anderen Betroffenen weitergeleitet haben. Da die Einladung sehr kurzzeitig bei uns einging, ist den meisten von uns eine persönliche Teilnehme leider nicht möglich.“

Anwohner fordern Mithilfe der Hochschulgruppe

Weiter schreibt Millauer höflich im Ton aber klar in der Aussage: „Zur Sache dürfen wir die folgenden Anmerkungen machen: Uns freut sehr, dass Sie sich auch in Zukunft mit dem Thema Glasverbot und den Konsequenzen, die sich aus dem Urteil des Verwaltungsgerichtshofes ergeben, auseinandersetzen und an der Erarbeitung von Lösungen und Alternativen mitwirken wollen. Wir erwarten allerdings auch, dass Sie diese selbst aktiv tatkräftig (gegebenenfalls auch personell und finanziell ) – wie bei der Klage- unterstützen.“

Sechs Jahre Diskussion

Die Anwohner begrüßen das Engagement, wie sie schreiben, ausdrücklich, sind jedoch der Auffassung, dass Lösungen nur im Einvernehmen aller Betroffenen und Verantwortlichen unter der Federführung der zuständigen Stellen der Stadtverwaltung erfolgen sollten und nur dann wirklich zielführend sein können. Weiter heißt es: „Außerdem weisen wir darauf hin, dass v. a. in den letzten 6 Jahren viele Initiativen und Aktivitäten von Stadt, Anwohnern und betroffenen Gruppen (auch der Jugendlichen) mit Runden Tischen, Aussprachen u. ä. auf verschiedenen Ebenen unternommen wurden, um die Probleme einer gemeinsamen Nutzung des öffentlichen Raumes am Seeufer einvernehmlich zu lösen. Darüber hinaus wurden von in den letzten Jahren viele konstruktive Vorschläge an die Stadtverwaltung herangetragen um durch soziale Kontrolle und Aufklärung zu einem einvernehmlichen Miteinander zu kommen.“

Beweis für Wirksamkeit des Verbots Seeputzete

Das „Glasverbot“ als offensichtlich einzige Möglichkeit der Stadt brachte dann nach Einschätzung der Anwohner „immerhin eine gewisse Beruhigung der Situation“. So wurden bei einer Seeputzete der Anwohner am Seerhein 2011 vor dem Glasverbot noch drei 60 ltr Kübel Glasscherben aus dem Seerhein geholt, nach dem Glasverbot 2011/12 war das Aufkommen minimal.

Regeln auch ohne Glasverbot

Letztlich gehe es den Anwohnern nur darum, dass die Umweltschutz- und Polizeiverordung der Stadt Konstanz eingehalten und durchgesetzt werde. „Wenn sich alle an diese eindeutigen Regeln halten, gibt es keine Probleme, denn die eigene Freiheit findet dort ihre Grenzen, wenn Andere und auch gemeinsames Eigentum geschädigt oder missbraucht werden“, schreibt Millauer. „Wir wünschen Ihrer Initiative und Aktivitäten viel Erfolg und möchten Sie bitten, in Zukunft alle schon aktiven, beteiligten und betroffenen Gruppen zu informieren um die weiteren Maßnahmen gezielt zu bündeln.“

2 Kommentare to “Konstanzer Herosépark-Anwohner sagen Kundgebung ab”

  1. An Wohner
    4. August 2012 at 23:44 #

    Was soll denn diese Meldung und Überschrift? Das vermittelt ein völlig falsches Bild. Sehr wohl haben Anwohner Interesse an der Kundgebung und Veranstaltung und waren zahlreich dort vertreten. Nur weil ein Mitglied des Verwaltungsrates eines einzigen Wohnblocks am Seerhein kein Interesse hat, ist die Meldung an die Öffentlichkeit, das „DIE Anwohner“ sprich die Mehrheit bzw. alle kein Interesse hätten völlig daneben und der Gesamtdebatte nicht dienlich.
    Also bitte bei den Fakten bleiben, die ja dann im Artikel etwas deutlich werden aber nicht der Überschrift entsprechen. Es gibt ja noch deutlich mehr Anwohner an Seestraße, Schänzle und Seerhein….

  2. M. Schäfer
    5. August 2012 at 09:44 #

    An Wohner hat recht, die Überschrift ist irre führend und es waren sogar nicht nur Anwohner da, sondern sie haben sich auch mit den im Text beschriebenen Inhalten zu Wort gemeldet.

    Hinzufügen möchte ich allerdings, dass es in Konstanz noch deutlich viel mehr Anwohner als Seestraße, Schänzle und Seerhein gibt und vielleicht würde sich ein Erfahrungsaustausch mit Bewohnern der Innensstadt lohnen, die gelernt haben, dass gewisse Örtlichkeiten auch Nachteile bezüglich Lärms mit sich bringen.

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