Konstanzer Intendant Christoph Nix beteiligt sich rege an „Kulturinfarkt“-Debatte

Theaterintendant schimpft auf Autoren der Streitschrift – Buch gibt’s in Buchhandlung in Sichtweite des Theaters zu kaufen

Konstanzer Stadttheater lädt zu WeihnachtsgeschichtenKonstanz. Auch der Intendant des Theaters Konstanz, Christoph Nix, hat sich in die Debatte über die Streitschrift „Der Kulturinfarkt“ eingemischt. Er schimpft über die Arbeit und setzt sich mit ihr auseinander. Die Autoren Dieter Haselbach, Pius Knüsel, Armin Klein und Stephan Opitz haben ein Ziel somit erreicht. Die Republik diskutiert darüber, wie viel Kultur sie sich leisten möchte. In einer Buchhandlung in Sichtweite des Konstanzer Theaters, was wie eine feine Ironie wirkt, liegt die Polemik – wie in anderen Buchhandlungen wahrscheinlich auch – aus. Die Profiteure sind erst einmal die Autoren.

Kultur-Debatte losgetreten

Wie viel Kultur braucht das Land, hatte vor zwei Wochen das Magazin „Der Spiegel“ gefragt. Das Subventionssystem stehe vor dem Kollaps, hieß es. Aufgestellt hatten diese These die vier Autoren Dieter Haselbach, Pius Knüsel, Armin Klein und Stephan Opitz. Sie forderten, dass die Hälfte der Theater, Museen und Bibliotheken geschlossen werden sollte.

Diskurs wird geführt

Weder Theaterintendanten, noch Orchesterchefs oder Museumsleiter hören solche Aussagen gern. In Angststarre sind sie aber nicht verfallen. André Schmitz, Staatssekretär für Kultur in Berlin, antwortete in der vergangenen Woche wiederum im „Spiegel“, Deutschland brauche seine Theater, Opern und Museen – „uns zwar alle“. Er warf den Autoren „marktliberalen Hochgesang auf die Kulturwirtschaft“ und „ahnungslose Betrachtung des öffentlich geförderten Angebots“ vor.

Konstanzer Intendant Nix empört

Auch vom Konstanzer Theaterintendanten Christoph Nix kam Kritik: Der „Stern“ zitierte ihn mit dem Satz: „Die Autoren von ,Kulturinfarkt‘ haben jahrelang wie die Maden im Speck als selbsternannte Kulturmanager von den Einrichtungen gelebt, die sie jetzt abschaffen wollen.“ In der Zeitung Südkurier erwiderte er ausführlich. Vier Autoren suchten sich einen Gegenstand, stellten die Verhältnisse von den Füßen auf den Kopf, fänden einen Spiegeljournalisten, der von Kultur auch nichts verstehe und behaupte, sie hätten eine neue Rezeptur gefunden, schrieb er unter anderem.

Streitschrift auf dem Bücherstapel

Die Streitschrift, für die „Spiegel“ und Kulturschaffende, die sich am Diskurs beteiligen, werben, gibt es – was ansich schon wie eine kleine, feine Ironie wirkt – zum Beispiel in der Konstanzer Buchhandlung Homburger & Hepp am Münsterplatz – nur wenige Schritte vom Konstanzer Theater entfernt in Sichtweite der Städtischen Konstanzer Wessenberg Galerie und der Stadtbibliothek.

„Der Kulturinfarkt. Von allem zu wenig und überall das Gleiche. Eine Polemik über Kulturpolitik, Kulturstaat, Kultursubventionen“ (Knaus, München 2012, 287 Seiten, 19,99 Euro).

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