Konstanzer Jusos unterstützen Klage gegen Glasverbot finanziell

Benjamin Wohnhaas kämpft nicht alleine vor dem Verwaltungsgerichtshof Mannheim

Konstanz. Der Konstanzer Juso-Vorsitzende Gyrel Herrmann hat es gleich am Freitagnachmittag so gesagt: Wenn Benjamin Wohnhaas nicht gegen das Glasverbot am Konstanzer Seeufer geklagt hätte, hätte es ein Mitglied der Jusos getan. Zwei Klagen seien nicht nötig. Jetzt wollen die Jusos dem Mitglied der Grünen Hochschulgruppe helfen – auch finanziell.

Jusos hatten Klage erwogen

In einer Mitteilung der Jusos heißt es: „Die Juso-AG Konstanz ist erfreut über die Klage, die der Konstanzer Student Benjamin Wohnhaas vergangenen Donnerstag gegen das Glasverbot eingereicht hat. Auch die Jusos waren kurz davor. „Auch wir haben bereits rechtliche Schritte prüfen lassen und freuen uns umso mehr, dass wir nicht die Einzigen sind, die den juristischen Weg gegen das Glasverbot beschreiten wollten.“, so Theresa Gaßmann, stellvertretende Vorsitzende der Konstanzer Jusos.

Glasverbot widerspricht Gerechtigkeitsgefühl

„Wie wir schon mehrfach betont haben, möchten wir nicht, dass der Herosé-Park zu einer Scherbenwiese verkommt. Aber eine Verordnung, die insbesondere junge Menschen, die es sich nicht leisten können, den Abend in einem Biergarten zu verbringen, in Sippenhaft nimmt, können wir nicht unterstützen. Im Gegenteil: Wir sehen darin einen ungerechtfertigten Eingriff in bürgerliche Freiheiten und sind gespannt darauf, wie die Gerichte entscheiden werden.“, so Gaßmann weiter.

Scheck für den Studenten

„Wir möchten den Kläger Benjamin Wohnhaas finanziell unterstützen, indem wir einen Teil der möglicherweise entstehenden Prozesskosten abdecken. Dazu werden wir uns eine Aktion überlegen und das gesammelte Geld in Form eines Schecks an den Konstanzer Student überreichen.“

5 Kommentare to “Konstanzer Jusos unterstützen Klage gegen Glasverbot finanziell”

  1. B. Lange
    20. September 2011 at 08:40 #

    Frau Gaßmann, Sippenhaft ist ein großes Wort. Denken Sie bitte darüber nach.

  2. Rixx
    20. September 2011 at 15:07 #

    Frau Lange, pauschalisiertes Vorgehen gegen Mitbürger (hier: junge Besucher des Bereiches Herose) ist nicht minder gefährlich.

  3. Franz Sauerstein
    20. September 2011 at 15:10 #

    Wikipedia definiert:
    “ Die Sippenhaftung, oft auch Sippenhaft obwohl es sich nicht notwendigerweise um eine Haft handelt, ist eine Form der Kollektivhaftung aus dem altdeutschen Recht. Sie bezeichnet das Einstehenmüssen der Familienmitglieder für Bußen und Wergeld ihrer Angehörigen.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Sippenhaftung

    Das Wort wurde, wie so viele Wörter, im Nationalsozialsmus missbraucht – der Grundgedanke, der im Bezug auf altes, deutsches Recht ausgedrückt wird, den Frau Gaßmann wohl hat, wird durch dessen alte Bedeutung aber sehr treffend dargelegt.

  4. Bübi
    20. September 2011 at 17:12 #

    Das Bürgeramt hatte in kurzen Abständen versucht ein Glasverbot auszusprechen. Hiergegen gab es keine Einwände. Die Rechtslage für ein längeres Glasverbot hat auch beim Bürgeramt Bedenken geweckt. Bereits in Freiburg ist ein pauschales Alkoholverbot in der Öffentlichkeit rechtlich gescheitert.
    Es ist wirklich enttäuschend, dass das bestehende Recht nicht auf die einzelnen Verursacher angewendet werden kann. Sonst klappt dies doch auch bei der Überwachung und Ermittlungen von Rechten. Macht es sich Polizei und Bürgeramt zu leicht oder was macht die Behörden ausgerechtet hier so hilflos?
    Für mich unbegreiflich!

  5. JEDI
    20. September 2011 at 21:59 #

    Erfreulich, dass sich die Jugendorganisationen der Parteien in ihrer Ablehnung des Glasverbots einig sind und sich jetzt auch zusammentun, um der Klage gegen das unseelige Verbot zum Erfolg zu verhelfen. Es ist wichtig, dass der massive Eingriff in die bürgerlichen Freiheitsrechte von Gerichten überprüft wird und das, offenbar in der vorsommerlichen Hektik vom Gemeinderat erlassene Verbot, in die Mottenkiste der Rechtsgeschichte entschwindet. Hoffen wir, dass die „Alten“ daraus lernen werden und zukünftig nicht so leichtfertig über die Köpfe der „Jungen“ und „Junggebliebenen“ entscheiden.

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