Konstanzer Kommissarin Klara Blum ermittelt: Bodensee im Fadenkreuz

Tatort-Kommissarin auf Augenhöhe mit Ballauf und Schenk – Showdown auf dem See und ein Abschied

Tatort Kai Perlmann zählt FischeKonstanz. Am Sonntagabend löst Eva Mattes als Konstanzer Tatort-Kommissarin Klara Blum ihren 18. Fall. „Der schöne Schein“ endet mit einem Showdown auf dem Bodensee. Der neue Tatort aus Konstanz ist auf Augenhöhe mit Ballauf und Schenk. Das ist nicht immer so gewesen.

Konstanzer Tatort auf Augenhöhe mit dem Kölner

Der Tatort ist, wenn er gut ist, mindestens spannend. Manchmal ist er aber auch langweilig, wenn Drehbuchautoren und Regisseure lieber einen Psycho- oder Gesellschaftsroman erzählen als ein Kriminalstück und dem Tatort vor lauter Tiefgründigkeit das Tempo fehlt. Der 18. Bodensee-Tatort „Der schöne Schein“ ist anders und er hat alles. Tief ist vor allem der See. Der neue Konstanzer Tatort ist auf der Höhe der Zeit, spannend, Morde geschehen, drei Kommissare ermitteln und der Schauplatz ist eine Schönheitsfarm. Am Sonntag vor einer Woche ermittelten Ballauf und Schenk noch in einem Kölner Zeitungshaus. Großstädtisch ist in Konstanz nichts. Und kurz vor dem Abspann stehen die Kommissare auch nicht an einer Currywurstbude, sondern Kai Perlmann lässt sich die Haare schneiden, was aber nicht weiter wichtig ist.

Ein starkes Team am Bodensee

Die fassbindererfahrene Eva Mattes ist eine gute Kommissarin. Sebastian Bezzel, der den Assistenten Kai Perlmann gibt, spielt die Rolle des Laufburschen und Partners. Nur Stefan Gubser, der den Schweizer Kommissar Reto Flückiger gibt, wird dem Konstanzer Tatort in Zukunft fehlen. Er geht nach Luzern, wo er Kripochef und neuer Schweizer Tatort-Kommissar wird. Im 18. Bodensee Tatort ist er aber noch einmal dabei, wenn das Schiff der Seepolizei ablegt und zum großen Showdown hinaus auf den Bodensee fährt, zur tiefsten Stelle zwischen Fischbach und Uttwil, wo Meerjungfrauen sterben könnten.

Ein Abschied an der Grenze

Zum dritten und letzten Mal ermitteln Klara Blum und Reto Flückiger gemeinsam. Bevor das Schweizer Fernsehen mit dem Kommissar Reto Flückiger und dem Tatort aus Luzern in die Reihe zurückkehrt, zeigen die beiden Kommissare vom Bodensee noch einmal, wie grenzüberschreitende Amtshilfe funktionieren kann. Einmal küssen sich die Kommissarin und ihr Schweizer Kollege sogar. Da ist aber leider schon klar, dass Flückinger sich nach Luzern versetzen lässt, weil er noch einmal etwas Neues anfangen möchte, bevor es zu spät ist. Aber die Schweiz ist klein. Das sagt er ganz zum Schluss. Zum Glück.

Mordserie in Schweizer Schönheitsklinik

Eine Schönheitsfarm am Bodensee. Hier gibt es Wohlfühlanwendungen und ästhetische Chirurgie. Die Ärzte leben sehr exklusiv, umgeben von Wohnaccessoires, teuren Autos und schicken Yachten. Die Welt des schönen Scheins. Doch da wird die Eigentümerin der Klinik tot im Kreuzlinger Planetarium gefunden. Sie ist Deutsche. Das Verbrechen führt Klara Blum und Reto Flückiger zusammen. Anfangs gibt es anscheinend drei Hauptverdächtige, die leitende Ärzte der Klinik sind und früher einmal Freunde waren. Der Fisch stinkt vom Kopf, heißt es. Kai Perlmann ermittelt undercover in der Klinik, in die er sich mit einem angeblichen Burnout-Syndrom einweisen lässt und macht dort erstaunliche Entdeckungen in einer Welt der unterschiedlichen Modelle von Brustimplantaten. Ein zweiter Mord passiert – nicht in der Klinik. Der Tote hängt im Netz am Mast eines Schiffes.

Im Hals ein toter Fisch

Bilder spielen eine Rolle. Im Hals der ersten Toten steckt ein Fisch. Im Feng Shui-Aquarium der Klinik, in dem acht Fische für inneren Reichtum und Ausgeglichenheit stehen, fehlt einer. Wo ist er hingekommen – so platt aber ist die Geschichte nicht. Ach ja, Blut und grausame Szenen bleiben den Zuschauern erspart. Die Kommissare ermitteln, kombinieren, versuchen Botschaften zu dechiffrieren und laufen dem Mörder hinterher. Kurz vor halb zehn wissen die Zuschauer dann, wer der Täter ist. Das ist in den meisten Tatorten so. Die Story vorab weiter zu erzählen, wäre falsch. Nur so viel: Wer den Tatort am Sonntagabend mag, sollte auf das Ritual auf keinen Fall beim 18. Bodensee Tatort aus Konstanz verzichten. Prädikat: Sehenswert.

Andere sehen es anders: Die taz verreißt den Bodensee-Tatort wie es schlimmer kaum geht. Hier geht’s zum Beitrag. Meedia findet ihn immerhin eine Stunde lang unterhaltsam. Hier geht’s zum Beitrag. Dem stern hat der Krimi gefallen. Hier geht’s zur Kritik.

Foto: SWR/Peter Hollenbach

6 Kommentare to “Konstanzer Kommissarin Klara Blum ermittelt: Bodensee im Fadenkreuz”

  1. dk
    16. Januar 2011 at 15:44 #

    … schon klar, dass Flückinger sich nach Luzern versetzen lässt, weil er noch einmal etwas Neues anfangen möchte, bevor es zu spät ist. …

    Ob nicht Millionen von dt. TV-Sehern sofort bei diesen Sätzen an den nächsten Urlaub denken? Sicher in Luzern, als Stadtführer mit Hr. Flückinger.

  2. Bedenkenträger
    17. Januar 2011 at 14:34 #

    Es ist bereits der 19. Fall gewesen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Tatort-Folgen

    Und Frau Blum wird niemals auf Augenhöhe sein mit den Ballaufs, Schenks, Thiels, Börnes, Batics, Leitmayrs oder Lindholms, dafür ist sie viel zu behäbig. Sie sollte sich – wie der eine oder andere bereits andernorts vorgeschlagen hat – nach Luzern bewerben und mit Herrn Gubser (Flückiger) dort in der ebenso ruhigen bis behäbigen Schweiz ermitteln. Dort kann sie dann mit ihm weiter „turteln“. Das war ja schon fast peinlich und löste Fremdschämen aus.

    Kai Perlmann könnte dann den Schwung fortführen, den er seit einigen Folgen hat und den in der Tat besser gewordenen und letztlich auch gestern über dem Schnitt liegenden Konstanzer Tatort weiterführen und verfeinern.

  3. wak
    17. Januar 2011 at 15:48 #

    na ja, der SWR schrieb, es sei der 18., aber danke für den Kommentar ;)

  4. Zwerg Nase
    17. Januar 2011 at 17:41 #

    Klara Blum war die Synchronsprecherin von Pipi Langstrumpf. Das hätte sie mal bleiben sollen.

  5. DeiMudder
    18. Januar 2011 at 10:30 #

    Werden kritische Kommentare eigentlich nicht veröffentlicht? Dieser Tatort war so derart schlecht, da ist dieser lächerliche Lokalpatriotismus wirklich fehl am Platz. Abgesehen davon wurde er (berechtigterweise) überall verrissen. Aber dass bei See-online nicht die großen Filmkritiker sind war absehbar. Der Verfasser war wohl eher ganz aus dem Häußchen dass er mal auf eine Pressevorführung durfte.

  6. wak
    18. Januar 2011 at 11:13 #

    Falsch, der SWR schickt immer eine DVD.

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