Konstanzer Kommunalpolitiker empören sich in Resolution über Takeda

Rat verabschiedet Resolution zu Nycomed/Takeda – Erklärung soll ins Englische und Japanische übersetzt werden

Konstanz. Der Konstanzer Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Donnerstagnachmittag eine Resolution zur geplanten Streichung von 700 Arbeitsplätzen bei Nycomed in Konstanz verabschiedet. Nach einer Debatte hat der Rat einige Formulierungen in dem von der Verwaltung vorformulierten Text noch verschärft. Die Resolution, die auch auf der Homepage der Konstanz Stadt im Web steht, soll noch ins Englische und auch in Japanische übersetzt werden.

Betroffenheit nach Nycomed Entscheidung

Mehrere Gemeinderatsmitglieder zeigten sich in der Debatte im Ratssaal auch persönlich betroffen vom Kahlschlag. Heinrich Everke (FDP) sagte, er kenne persönlich Mitarbeiter in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung und empfinde Wut und Trauer. Die Wissenschaftler hätten ihr Haus in Konstanz gebaut. Vera Hemm (Linke Liste Konstanz) sagte, sie habe 30 Jahre bei Byk Gulden, dem Unternehmen, aus dem später Altana und dann Nycomed wurde, und das jetzt vom Takeda Konzern zerstört worden ist, gearbeitet. Zwölf Jahre sei sie Betriebsrätin gewesen. Sie sprach davon, dass viele Menschen jetzt Zukunftsängste hätten. Jürgen Wiedemann (NLK) sagte, die Stadt trage am Tag danach Trauerflor. Solidaritätsbekundungen helfen nicht viel. Oberbürgermeister Horst Frank (Grüne) sagte, es gebe längst Gespräche mit Land und Bund. Es gehe jetzt darum, neue Perspektiven zu schaffen

Resolution im Wortlaut

„Der Gemeinderat der Stadt Konstanz ist empört, dass der japanische Konzern Takeda den Nycomed-Standort Konstanz trotz guter Perspektiven drastisch abbauen und 700 Arbeitsplätze streichen will. Das Unternehmen hat mit dem Wissen und der Leistung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vergangenen Jahren glänzende Gewinne gemacht. Es ist deshalb nicht nachvollziehbar, dass der Bereich Forschung und Entwicklung komplett geschlossen und andere Bereiche verlagert werden sollen.

Nycomed und Takeda müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie einen traditionellen und erfolgreichen Pharma-Standort allein finanziellen Interessen geopfert haben.

Der Gemeinderat der Stadt Konstanz unterstützt den Betriebsrat in seiner Forderung nach einem verbesserten Sozialplan und der Einrichtung einer Transfergesellschaft. Das Gremium fordert von Takeda, dass der Konzern alles unternimmt, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Unternehmens in Konstanz zu helfen.

Insbesondere erwartet der Gemeinderat vom Konzern aktive Unterstützung, wenn es in den nächsten Wochen und Monaten darum geht, neue Perspektiven für die vielen betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen“.

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