Konstanzer Komödie in zehn kurzen Akten „D'r Papst kütt“

Stückeschreiber und Peter Lenk bringen Posse um satirische Skulptur auf Theaterbühne

Konstanz (wak) Zuerst schuf der Bildhauer Peter Lenk nur ein „Gaukler-Päpstein“. Jetzt setzt er zusammen mit Schauspielern noch eins drauf. Die Stückeschreiber arbeiten an einer Komödie in zehn Akten. Der Titel des Werkes, das zur Aufführung kommen soll, „Der Papst kommt“.

Humor hat, wer…

Zeit, dass sich etwas dreht, hat sich Bildhauer Peter Lenk gedacht. Die Diskussion über sein „Gaukler-Päpstlein“ in Sandalen hat den Künstler und Schelm aus Bodman erschreckt. Peter Lenk vermisst den Humor in der Päpstlein-Debatte, die in Konstanz seit Aufstellung der Skulptur auf der nach oben offenen Verbiesterungsskala bierernst geführt wird. Zwar amüsieren sich Heerscharen von Konstanz-Besuchern über die Figur, die seit Eröffnung der Mobilitätszentrale am Konstanzer Bahnhof in stoischer Ruhe auf ihrem Sockel thront. Weil das Päpstlein aber anscheinend religiöse Gefühle verletzt, soll es bekanntlich weg. Konservative Politiker geben sich in der Mehrzahl seit Wochen verärgert, dünnhäutig und gereizt, um nicht zu sagen, engstirnig.

Papst=Gaukler

Die Debatte ist längst ins Groteske verrutscht. Der Landtagsabgeordnete Andreas Hoffmann (CDU) verstieg sich in einem Radiointerview gar zu einer interessanten Feststellung und erklärte inzwischen, dass es egal sei, ob die Figur nun einen Gaukler oder einen Papst darstellen solle. Viele Bürger sehen laut Hoffmann ihre religiösen Gefühle verletzt. Eine kirchenkritische Statue sei das falsche Signal, sagte Hoffmann. „Hört, hört“, ruft da Peter Lenk. Und Radiointerviews sind bekanntlich ja ein Minenfeld. Nicht nur Lenk möchte nun wissen: Kann ein Gaukler tatsächlich religiöse Gefühle verletzen?

„D’r Papst kütt“

Während sich die Stadt trotz Päpstlein im Bahnhof sammelt und sich auf 600 Jahre Konstanzer Konzil (1414-1418) vorbereitet, sendet ausgerechnet Peter Lenk nun auch noch ein neues Signal. Demnächst gibt es nun zu allem Überfluss das Stück zur Skulptur, das wohl auch zur Aufführung kommen wird – sei es als Straßentheater oder gar auf einer richtigen Bühne. Es ist fast ein bisschen wie Fasnacht und Karneval in diesem bisher launischen und verregneten Sommer. Der „D’r Papst kütt“. Typen und Masken sowie das Handlungsgerüst stehen fest und folgen einer festgelegten Dramaturgie. Die Protagonisten sind allseits bekannt.

Imperias Gauklerpersonal

Der Anfang der aktuellen Fassung der Komödie in zehn Akten liest sich so:„Die Konzilfestspiele beginnen mit einer Commedia dell ´Arte. Unter Führung des Stuttgarter Großmeisters Heribert der Rechen wird ein zweiter Kreuzzug mit Hilfe Konstanzer Hilfstruppen organisiert. Diesmal gegen Imperias Gauklerpersonal unter dem Banner der Bildzeitung und ihrer Botschaft: ,Papst, wo Du hinküsst, bleibt immer was hängen!‘ Die Kreuzritter stehen in Schlachtordnung bereit. Trommelwirbel. Der Konstanzer Alt-Heilige Müller Fehrenbach beginnt Bischof Fürst anzusingen, der in einer Sänfte sitzt und schläft…“

Kein geräuschloser Abgang

Eine Torheit wäre es, anzunehmen, dass Peter Lenk auf einen großen Abgang in Konstanz verzichtet. Noch sind die restlichen Akte der Komödie, die der Bildhauer zur Aufführung bringt, nicht gschrieben… „Mir nach, mir nach! Rettet die Gefühle und die Tiara!“. Nein, nicht etwa Lenk ruft diesen Satz und baut seinen Papst geräuschlos ab. Der Bildhauer lässt ihn  im Stück erst einmal Andreas Hoffmann ausstossen. Das Sommertheater setzt sich fort.

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