Konstanzer Konzil-Kino im Museum

Kleine Spielfilme von Designstudenten im Rosgartenmuseum – Bewegte Bilder statt verstaubte Chroniken

Leiner Büste im RosgartenmuseumKonstanz. Das Konstanzer Konzil ist nicht nur ganz große Geschichte. Davon zeugt nicht nur die Imperia am Konstanzer Hafen. Die Richental Chronik erzählt Geschichten, die heute vermutlich getwittert würden. Konstanzer Studenten haben diese Storys zu kleinen Filmen inspiriert. Ab sofort sind sie im Konstanzer Rosgartenmuseum zu sehen. Museumsgründer Leiner hätte sich das noch nicht vorstellen können.

Klatschreporter trifft Otto Colonna, späterer Papst Martin V

Kardinal „Odo“ ist eine coole Socke: Er fährt einen dicken Schlitten, lässt keine Party aus und gibt dem Lokalreporter Ulrich Richental bereitwillig Interviews zum Nachtleben. Otto Colonna, der spätere Papst Martin V., hat das gesellige Leben des Konstanzer Konzils offenbar genossen. So jedenfalls haben Studierende des Fachbereichs Kommunikationsdesign der HTWG den Kirchenfürsten in ihrem verfilmten Puppenspiel karikiert. Dieser Beitrag und drei weitere filmische Umsetzungen des Themas „Konstanzer Konzil“ sind nun im neu erbauten „Museumskino“ des Rosgartenmuseums zu sehen.

Hübschlerin und Gesellschaftsleben

Die Filme über Jan Hus, Konstanz als Weltstadt auf Zeit, eine Hübschlerin und das Gesellschaftsleben während des Konzils wurden von einem 3. Semester der Hochschule unter Leitung von Professor Andreas Bechtold und dem wissenschaftlich-künstlerischen Lehrer Philipp Finkbeiner geschaffen. Museumschef Tobias Engelsing hatte die Studierenden zuvor mit Geschichte und Geschichten zum Konzil gebrieft Anschließend realisierten die 20 Studierenden jeweils ein komplettes Filmprojekt vom Drehbuch über die Ausstattung, die künstlerische Umsetzung und Produktion bis zum Schnitt. Entstanden sind schrill satirische, anschaulich-lehrreiche und auch nachdenkliche Beiträge über verschiedene Aspekte des widersprüchlichen Kirchenkonzil von Konstanz.

Museumskino neu eröffnet

Parallel zur Filmarbeit der Studierenden baute das Technische Team des Museums unter Leitung von Thomas Winkler ein eigenes Museumskino in einen der Säle: Wie in einem klassischen Theater sitzen die Zuschauer auf aufsteigenden Holzbänken und genießen, was die Leinwand zu bieten hat. „Wir haben das Museumskino vor allem gebaut, um jugendliche Besucher mit dem Medium Film noch besser zu erreichen“, sagte Museumschef Engelsing. Neben den Beiträgen der Studierenden werden dort auch andere Filme, unter anderem eine SWR-Produktion über die Geschichte des Konstanzer Münsters, gezeigt.

Wer sich die Filme anschauen möchte, muss nur das Museum besuchen.

Sie machen Konzilkino

Das Foto zeigt Studierende des Fachs Kommunikationsdesign an der HTW mit ihren Lehrern Andreas Bechtold und Philipp Finkbeiner (Mitte links) nehmen mit Museumschef Tobias Engelsing (Mitte unten) das museumspädagogische Kino im Rosgartenmuseum in Betrieb.

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