Konstanzer Konzil Köche: Rotweinaal trifft Garnelenspieß

Kochen ist Krieg und Essen ein Genuss – Gourmets standen vor dem Schlemmen Schlange

Konstanz. Kochen ist Krieg. Das sagen erfahrene Köche. Ihr Schlachtfeld ist die Küche. Ihre mit scharfen Messern und Feuerwerfern bewaffenete Brigade ist die Truppe. Wie gut sie sind, haben die Konstanzer Konzil Köche beim Gourmetabend an einem langen Schlemmerabend im altehrwürdigen Kaufhaus unter Beweis gestellt. Die Konstanzer Konzil Köche richteten im Akkord an. Das geneigte Publikum stand Schlange für die kulinarischen Genüsse.

Bestes aus der Region Bodensee

Zuerst saisonal und regional und manchmal auch bio. Convenience gelten als unstatthaft und sind verpönt. Die besten Köche aus der Region stellten wie alle Jahre wieder im Konstanzer Konzil ihr handwerkliches Können und ihre Kreativität unter Beweis. Die Gourmets stellten sich an, während die Köche hochkonzentriert die Teller anrichteten.

15 Küchenteams

Die Gourmets schlemmten sich von Stand zu Stand und durch den Abend und verkosteten an Stehtischen wunderbare regionale Genüsse und dazwischen auch ein bisschen crossover. 15 Küchen tischten auf. Wo beginnen? Hubert Neidhart vom „Grünen Baum“ in Moos reichte vorzüglich schmeckende Ziger-Bülleknöpfle. Sollten wir dazu lieber Rotweinaal oder Rheinbarbenklops verkosten? Am besten beides.

Kulinarische Ausflüge

Ein Höhepunkt Egebert Tribelhorns Kastanien-Ravioli mit Mangoldfüllung. Er reichte sie auf kleinem Ragout vom Randener Wildschwein mit kaltgerührten Preiselbeeren. Ein Ausflug nach Wiechs am Randen in die Gaststätte „Zur Sonne“ ist sehr empfehlenswert.

Großküche Konzil

Manfred Hölzls Saibling vom Grill und Hechtklößchen an Taschenkrebssößle wollten wir nicht verschmähen. Hölzl gab am Abend den Gastgeber. Außer Genuss ist so ein Gourmetabend auch eine logistische Meisterleisung. Denn ihre Küchen hatten die Restaurants teilweise ins Konzil verlagert.

Garnele trifft Speck

Wenn es nicht so unpassend wäre, über eine Vorspeise zu sagen, „zum Reinsitzen“, wäre dies das Prädikat, das für Bernd Blumauers gebratenen Garnelenspieß mit Speck und Linsen mit Wakame Algen und Wasabi-Espuma zu vergeben wäre. Wie schön, dass sich das Restaurant „O‘ Lac“ von der Konstanzer Altstadt aus gesehen in fußläufiger Entfernung befindet.

Oder Garnelen-Eintopf

Einmal Garnelen ging da trotzdem noch. Den „Garnelen-Gumbo“ aus Garnelen, Zitronengras, Kokosmilch, Safran und Knoblauch, zubereitet von Michael Noll vom „Blauer Affe“ in Ludwigshafen, zu verpassen, wäre ein schwerer Fehler gewesen. Zum Eintöpfchen reichte die Küche noch in Olivenöl getunktes Brot.

Trüffelschweinchen

Gar eine Sünde gewesen wäre es, Maurizio Canestrinis Risotto mit Trüffeln zu verpassen. Trüffel gehören zwar nicht unbedingt zur regionalen Küche, missen möchten wir Trüffelschweinchen sie aber auch in der Bodensee-Küche nicht mehr. Wir denken europäisch. Das „Pinocchio“ in Konstanz hat sich empfohlen. Später entdeckten wir auf einem fremden Tellerchen dann auch noch Ravioli mit reichlich Trüffel bestreut.

Auf fremden Tellern

Apropos fremde Tellerchen: Thomas Hunolds gebrannte Foie Gras aus Meisterhand haben wir nur bestaunt aber nicht verkostet. Die „Mettnaustube“ Radolfzell bekam höchstes Lob an unserem Stehtisch. Ausgelassen haben wir fahrlässig womöglich viel zu viel: Da wäre noch die Kaninchenterrine gewesen, der „Wildburger“, gebratener Hirschrücken mit geschmortem Spitzkohl in Pumpernickel-Mandel-Muffin und Espuma von Preiselbeeren. Der Rücken soll exzellent gewesen sein. Gut, dass Martin Baumgärtel und das Löchnerhaus auf der Reichenau nicht aus der Welt sind.

Feuer vorm Dessert

Spektakulär der Auftritt von Jürgen Veeser, der vor den Augen der Gourmets Walnuss-Apfel-Tarte flambierte. Gereicht wurde die Köstlichkeit mit kleiner Variation und in homöopathischer Dosis ein mildes, aromatisches Opa Hermann’s Zibärtle. Mitgebracht hatte das Küchenteam auch gleich noch Einweckgläser, die zeigten wie Veeser Bodensee-Köstlichkeiten konserviert. Die Küche des Gasthauses „Zum Adler“ in Wahlwies hat sich mit dem süßen Ende bestens empfohlen.

Auf ein Sonntagsbier

Gleich mehrere Weingüter und Händler aus der Region haben sich am Abend, an dem es von so viel reichlich gab, mit vorzüglichen Weinen präsentiert. Hier ein Rotwein-Cuvé vom Spitalweingut Kiefer in Überlingen und da ein Spätburgunder Rotwein aus den Kellern des Markgrafen von Baden. Zum Abschied verschenkte die Brauerei Meckatzer noch Sonntagsbier. Am Ende taten manchem Feinschmecker, wie wir vernommen haben, die Füße weh. Dafür war der Gaumen verwöhnt. Einen wunderbaren Heimweg mit wohligem Gefühl werden die Leckermäulchen trotzdem gehabt haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mehr Infos unterwww.suedland.net

Fotos: wak

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