Konstanzer Life-Studie lädt Teilnehmer zur zweiten Runde ein

Freiwillige Teilnehmer können sich melden – Frauen essen weniger Fleisch und Männer bewegen sich öfter

Konstanz. Konstanz ist gesundheitlich gut aufgestellt. Das erbrachte die erste Runde der Konstanzer Life-Studie im März und April 2012. Die Konstanzerinnen und Konstanzer lieben frisches Obst und Salat, und ihnen ist bei der Speisewahl die Natürlichkeit sehr viel wichtiger als der Preis. Das erste Zwischenergebnis ergab auch, dass 46 Prozent der insgesamt über 1.300 teilnehmenden Frauen und Männer körperlich noch nicht ausreichend aktiv sind. Der zweite Erhebungszeitraum der Konstanzer Life-Studie beginnt am 25. September 2012. Dazu werden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder in den Bürgersaal der Stadt Konstanz eingeladen. Das teilte die Universität Konstanz mit.

 Was wir essen

Die Konstanzer Life-Studie untersucht den Einfluss persönlicher Gründe für die Speisenwahl auf das typische Ernährungsverhalten. Zusätzlich wird das Wechselspiel dieser Faktoren mit der körperlichen Aktivität und die langfristige Wirkung auf die Gesundheit betrachtet. Deshalb ist es auch wichtig, dass die Teilnehmenden die Checkups mehrmals wiederholen. Bei den im ersten Erhebungszeitraum mit genau 1.321 Teilnehmenden im Alter zwischen 18 und 93 Jahren waren mit 41 Prozent knapp die Hälfte Männer, heißt es in der Mitteilung weiter, woraus geschlossen werden könne, dass in Konstanz Gesundheit nicht nur ein Thema für Frauen ist.

Typische Ernährungsprofile

Das Ernährungsprofil der Teilnehmenden an der Konstanzer Life-Studie stimmt mit den klassischen Alltagsannahmen überein: Männer konsumieren mehr Fleisch als Frauen, so essen 60 Prozent der Männer mehrmals in der Woche Fleisch gegenüber 34 Prozent der Frauen. Frauen hingegen essen mehr Salat und rohes Gemüse, 48 Prozent fast täglich gegenüber nur einem knappen Drittel der Männer. Auch bei frischem Obst liegen die Frauen mit 63 Prozent gegenüber den Männern vorn, bei denen kaum die Hälfte fast täglich Obst isst. Ungefähr gleich ist der Konsum bei Schokolade sowie Vollkornbrot und Weißbrot.

Appetit und Hunger

Unter den Gründen für die Wahl ihrer Speisen findet sich bei den Konstanzerinnen und Konstanzern neben Appetit (76 Prozent) und Hunger (65 Prozent) vor allem auch Gesundheit mit 62 Prozent und mit 55 Prozent Natürlichkeit. Weniger ausschlaggebend ist der Preis, der nur von 32 Prozent als entscheidender Grund genannt wurde, ebenso spielt mit 39 Prozent der Aspekt der Tradition eine untergeordnete Rolle.

Männer machen mehr Sport

Wenn es um körperliche Aktivität geht, haben die Männer leicht die Nase vorn. Rund 58 Prozent von ihnen erfüllen die Empfehlung, für den Gesundheitserhalt mindestens fünfmal in der Woche für 30 Minuten moderat oder alternativ dreimal in der Woche 20 Minuten intensiv körperlich aktiv zu sein. Bei den Frauen sind es 50 Prozent, die sich bereits genügend bewegen. Wobei die hinreichende körperliche Aktivität nicht für alle Altersgruppen gleichermaßen gilt: Die Lebensphase von Familiengründung und Erklimmen der beruflichen Karriereleiter scheint das gesunde Aktivitätsverhalten auf die Probe zu stellen: Nur 42 Prozent der Teilnehmenden zwischen 30 und 39 Jahren schaffen es, sich im Alltag ausreichend zu bewegen. Gut stehen demgegenüber die Altersgruppen über 60 beziehungsweise 70 Jahre da: Hier sind bis zu 67 Prozent der Teilnehmenden bereits im empfohlenen Maß aktiv.

Medizinische Wert gut

Insgesamt stehen die Konstanzerinnen und Konstanzer gesundheitlich gut da: Im Durchschnitt haben die Teilnehmenden einen Bodymaßindex (BMI) von 25 – ein optimales Ergebnis. Blutparameter wie Blutzucker, Blutfettwerte und Blutdruck sind insgesamt als gut zu bewerten. Die Frage dürfte aber sein, wie repräsentativ die Studie ist und wer sich an solchen Studien überhaupt beteiligt.

 Über die Life-Studie

Die Konstanzer Life-Studie ist ein Teilprojekt von EATMOTIVE, einem interdisziplinären Forschungsprojekt an der Universität Konstanz, das unter der Leitung der Psychologin Prof. Dr. Britta Renner aus der Perspektive von fünf verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen die Anreize und Motive für „normales Essverhalten“ untersucht. EATMOTIVE wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Universität Konstanz gefördert. Die Konstanzer Life-Studie wird in Kooperation mit der Stadt Konstanz durchgeführt. Schirmherren sind Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Ulrich Rüdiger und der Oberbürgermeister der Stadt Konstanz Horst Frank. Medienpartner ist die Konstanzer Tageszeitung Südkurier.

Termine und Infos

Vom 25. September bis 27. Oktober 2012 werden Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter im Bürgersaal am St-Stephans-Platz vor Ort anwesend sein. Termine zu folgenden Zeiten können vereinbart werden: Montag, Mittwoch, Donnerstag: 7 Uhr – 14 Uhr; Dienstag, Freitag: 7 Uhr – 20 Uhr; Samstag: 7 Uhr – 16 Uhr. Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ersten Welle können sich für die Wiederholungscheckups der zweiten Erhebungsphase Termine unter www.uni-konstanz.de/life-studie reservieren. Wer sich für eine Teilnahme interessiert, jedoch bislang nicht teilgenommen hat, kann sich telefonisch unter 07531/88 55 11 anmelden, um als Neueinsteigerin oder Neueinsteiger einen Termin zu vereinbaren.

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