Konstanzer Linke vermisst Erklärung der Fastnachtsumzugs-Organisatoren

Nach Teilnahme von Neonazis am Konstanzer Fastnachtsumzug – Linke warnt vor Vernetzung der rechten Szene

Konstanz. Die Linke Liste Konstanz stellt nach der Teilnahme von Neonazis am großen Konstanzer Fastnachtsumzug am vergangenen Sonntag die Frage, weshalb sich die Veranstalter bisher nicht erklärt haben und was zu tun sei, um ähnliche Aktionen in Zukunft zu verhindern.

Linke verlangt Erklärung

In einer Erklärung der Linken Liste heißt es: „Wie einigen Medienberichten zu entnehmen war, beteiligten sich mehrere Neonazis aus dem Landkreis Konstanz am Fasnachtsumzug und verteilten rechtsradikale Propaganda.“ Gerade vor dem Hintergrund der braunen Mordserie verurteile die Linke Liste Konstanz diesen ungeheuerlichen Vorgang und stellt drei Fragen. Sie möchte wissen: Wie konnte es dazu kommen, dass die Rechtsradikalen unbemerkt und offensichtlich ungehindert für sich Werbung machen konnten? Warum gibt es bis heute keine distanzierende Erklärung der Veranstalter des Fasnachtsumzuges? Was ist zu tun, um zukünftig ähnliche Aufmärsche zu verhindern?

Linke warnen vor Verharmlosung

Weiter heißt es in der Mitteilung die Linke Liste Konstanz beobachte seit einiger Zeit, dass sich die rechtsradikale Szene auch im Landkreis Konstanz zunehmend vernetzt und mittlerweile ernstzunehmende Strukturen aufweist. „Wer immer noch glaubt, dabei handle es sich um eine harmlose Randerscheinung, handelt fahrlässig und spielt dem braunen Mob in die Hände“, schrieben die Unterzeichner Vera Hemm und Holger Reile.

Aufruf zu Demonstration

Auch aus diesem Grund ruft die Linke Liste Konstanz alle „Demokratinnen und Demokraten im Landkreis“ auf, sich an einer geplanten Demonstration gegen rechte Gewalt am 16. März in Konstanz zu beteiligen.

 Über Strategien von Neonazis

Offenbar benutzen Neonazis mittlerweile ganz unterschiedliche Strategien, um sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Die „Emanzipatorische Gruppe Konstanz“ erklärte zum Beispiel, bei der Konstanzer Aktion habe es sich um eine neuere Aktionsform der Neonazis gehandelt, die ursprünglich von der Neonazigruppe „Spreelichter“ aus Südbrandenburg benutzt wurde. Weiter hieß es in der Mitteilung der linken Gruppe: „Bei den ,Die Unsterblichen’ genannten Aktionen treffen sich Neonazis heimlich und maskiert, um dann mit einem Transparent ohne Polizeibegleitung und Gegenprotest durch die Ortschaften marschieren zu können.“ Mit der Aktionsform reagierten die Neonazis, so heißt es weiter, „auf die erfolgreichen antifaschistischen Proteste und Blockaden“ der letzten Jahre, die Neonazidemos mehr und mehr verunmöglichen“.

Hier geht es zu einem Video über die Strategien der Rechten in den östlichen Bundesländern.

httpv://www.youtube.com/watch?v=dAVVIsQ5KTg

Foto: wrw PIXELIO www.pixelio.de

2 Kommentare to “Konstanzer Linke vermisst Erklärung der Fastnachtsumzugs-Organisatoren”

  1. 0711er
    23. Februar 2012 at 11:13 #

    Ich möchte mal ein Lob für diesen Blog aussprechen. Die Seite ist ein Grund, warum ich größtenteils auf die grottige Südkurierwebpräsenz verzichten kann.

    Beim Südkurier wurde in dem Artikel zu dem Naziaufmarsch alle Internetadressen der Idioten veröffentlicht. Es kam einem fast wie ein Werbetext vor. Die Beschwerdekommentare wurden zudem größtenteils nicht veröffentlicht, nur lediglich nach drei Stunden die Adressen aus dem Text entfernt. Das Bild mit der Internetadresse wurde bis heute nicht gelöscht. Der Südkurier besteht zudem inzwischen auf Klarnamen, was im Netz ein absolutes no go ist und veröffentlicht unliebsame Kommentare nicht mehr.

  2. dk
    23. Februar 2012 at 20:59 #

    So bunt kann der sog. Osten anhand eines Bsp. aus einer ca. 15.000 Einwohner-Stadt in MeckPom. sein.

    Der Bürgermeister stammt aus dem Südwest-Staat und hat auch eine bunte vielseitige Vergangenheit.
    http://www.dambach-fuer-pasewalk.de/vita.html

    CDU – 9
    SPD – 3
    WIP – 4
    DieLinke – 3
    Trawny und Kull – 2
    Fraktionslos – 2
    FDP – 1
    NPD – 1

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