Konstanzer Linker bemängelt im Bundestagswahljahr Mietpreise

Konstanz. Neun Monate vor der Bundestagswahl besetzt der Bundestagskandidat der Linken in Konstanz, Marco Radojevic, das Thema Mietpreise. Er zitiert den Deutschen Mieterbund und stellt fest, dass auch in Konstanz die Neumieten 2012 um bis zu 44 Prozent über den Bestandsmieten lagen. Konstanz zählt wie auch Immobilienpreisvergleiche in der Vergangenheit zeigten, zu den teuren Pflastern in Deutschland. Auch SPD-Stadtrat und der Vorsitzende des Deutschen Mieterbunds in Konstanz, Herbert Weber, wiederholt das immer wieder. 

Konstanzer Linke zitieren Deutschen Mieterbund

Nach einer neuen Auswertung des „Deutschen Mieterbundes“ (DMB) explodieren die Mieten in Deutschland, so Marco Radojevic. Auch in Konstanz ergab, wie es in einer Mitteilung des Bundestagskandidaten der Linken heißt, der Vergleich der Neuvertragsmieten mit den Bestandsmieten 2012, dass die Mieten um bis zu 44 Prozent angestiegen seien. Neumieter müssten in Konstanz mit einem Preis von durchschnittlich 10 Euro je Quadratmeter rechnen, während alteingesessene Mieter durchschnittlich 6,93 Euro je Quadratmeter zahlen.

Sorge vor Gettobildung

Die Linke Konstanz trete dafür ein, der Mietpreisexplosion ein Ende zu bereiten, heißt es in der Mitteilung weiter. „Die Landesregierung steht in der Pflicht den Kommunen ausreichend Mittel für den öffentlichen Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen. Die Leidtragenden der hohen Mieten sind Menschen mit niedrigem Einkommen. Hier wird die Kluft zwischen Arm und Reich in der Bundesrepublik besonders deutlich“, so Marco Radojevic. Überhöhte Mieten führten zu Gettobildung, arme Menschen würden aus „normalen“ Wohngegenden verdrängt. „Wir müssen deshalb endlich über die Deckelung von Mietpreisen nachdenken “, erklärt Bundestagskandidat Marco Radojevic.

Mehr sozialer Wohnungsbau

Die Linke Konstanz fordere deshalb eine deutliche Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus, damit der sozialen Schieflage auf dem Wohnungsmarkt entgegengetreten werden könne.

3 Kommentare to “Konstanzer Linker bemängelt im Bundestagswahljahr Mietpreise”

  1. Winfried Kropp
    23. Januar 2013 at 16:29 #

    Die Landesregierung aus SPD und Grünen hat längst gehandelt: Die Zuschüsse für den sozialen Mietwohnungsbau wurden mehr als verdoppelt. 2013 erhalten Wohnungsbaugesellschaften sogar zinslose Darlehen, wenn sie preisgünstige Wohnungen schaffen wollen.

    mehr: http://www.hans-peter-storz.de/index.php?nr=64375&menu=1

  2. dk
    23. Januar 2013 at 20:12 #

    @Hr. Kropp

    Den Sachverhalt sollten Sie auch dem Mietverein mitteilen (mit der Bitte um Bekanntmachung bei seinen Mitgliedern).
    In der Öffentlichkeit wurde (bewusst?) der Eindruck erweckt, dass Vermieter soziale Problem verursachen oder diese politsche Probleme bewältigen sollen.

    Private familiäre Vermieter haben Jahrzehnte für ein Haus sparen bzw. handwerklich tätig sein müssen; mit der Herstellung ist es alleine nicht getan, ein Haus ist eine (eigentlich überfordernde) Lebensaufgabe, wobei auch Vermieter älter werden und den allgemeinen Armutsrisiken auch unterliegen.

    Es wurde zur Kenntnis genommen, dass ehem. Problem-Wohngebiete wie Berchengebiet und Pfeifferhölzle eine höhere Wohnqualität besitzen als manch ein privates Wohnhaus.

    Es wäre begrüssenswert, wenn Politik und Mieterverein ihre Vorwürfe zielgerechter kommunizieren würden. Das Verständnis ist gross, wenn Vermieter bei einzelnen fanatisch politisierten Mietern ihr Engagement minimieren bzw. das Eigentum vor dem Verfall verkaufen.

    Gestern gab es einen Artikel, wonach SPD/Grüne durch den Bundesrat neue Akzente für Gesetze setzen wollen, darunter auch den Wohnungsbau. Es ist mir bekannt, dass nicht überall diese „hohe demokratische Streitkultur“ herrscht, aber es macht trotzdem einen guten Eindruck der Fairness, wenn auch bundesweit eine gewisse Differenzierung als Diskussionskultur einführen würde.

    PS.
    Private Personen verschicken keine Pressemitteilung, sondern schreiben ihre flüchtigen Gedanken in (eigene) Blogs, evtl. auch über Medien und Politik.

  3. Marco Radojevic
    30. Januar 2013 at 17:53 #

    Sehr geehrter Herr Kropp,

    ich möchte Sie darauf hinweisen, dass im Förderprogramm der Landesregierung welches 63 Millionen umfasst, lediglich 40 Millionen für Mietneubauten eingeplant sind. Wer sich allein, die Ausgaben des Studentenwerks „Seezeit“ für die Wohnheimsneubauten anschaut, der wird feststellen, dass so eine Summe nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Weiterhin wird ein zinloses Darlehen angesichts des allgemein niedrigen Zinsniveaus kaum Anreize setzen, verstärkt Mietwohnungen zu bauen. Aufgrund der der extrem hohen Preise des Baulandes und der stetig steigenden Nachfrage nach Wohnraum, ist öffentlicher Wohnungsbau direkt gefragt. Nur so kann wohnen in den Ballungszentren und Unistädten in BaWü bezahlbar bleiben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Marco Radojevic
    Bundestagskandidat DIE LINKE Konstanz
    http://www.linke-bw.de/wk287

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