Konstanzer „Mutter Courage“ bei Theaterfestival im Irak

Zwei Sponsoren finanzieren Reise – 25 Produktionen aus der ganzen Welt

Konstanz. Die Konstanzer „Mutter Courage“ zieht mit ihrem Karren in den Irak und damit in ein Land, das sehr aktuell Kriegserfahrung gemacht hat. Das Theater Konstanz ist, wie die Stadt heute mitteilte, mit der Inszenierung unter Regie von Thorleifur Örn Arnarrson vom Ministerium für Kultur und Jugend der Regionalregierung Kurdistan/Irak zum Ersten Internationalen Theatertreffen in Erbil Kurdistan/Irak eingeladen worden. Es findet vom 18. bis 25. September 2011 statt.

Krieg auf irakischer Bühne

Mit der Einladung zeige sich erneut, dass Brechts großer Klassiker über die „eiskalte Mechanik des Krieges“ und die „enge Verknüpfung von militärischer und ökonomischer Zielführung“ in der gegenwärtigen weltpolitischen Lage aktuell wie eh und je ist, heißt es in einer Mitteilung.

Aufführung vor 700 Zuschauern

Bevor die Konstanzer zusagten, informierten sie sich erst einmal beim Auswärtigen Amt. Es habe die Reise als unbedenklich eingestuft. Ein Team aus Konstanz werde deshalb im September für vier Tage nach Erbil reisen, dort auf Theaterschaffende aus der ganzen Welt treffen und vor allem auf ein dem Ensemble unbekanntes kurdisches Publikum. Am 19. September werden die Konstanzer ihre „Mutter Courage“ in der Mediahall vor 700 Zuschauern aufführen, heißt es in einer Mitteilung.

Erstes Theaterfestival im Irak

Nach dreißig Jahren Diktatur, Krieg und Gewalt öffne sich der Irak wieder anderen Kulturen, und das Bedürfnis nach interkulturellem Dialog und künstlerischem Austausch seien riesig. Das siebentägige Theaterfestival ist das erste seiner Art in Kurdistan. Es werde vom Kulturministerium der Regionalregierung Kurdistan/Irak in Zusammenarbeit mit dem Künstlerverband Kurdistan/Irak und dem Netzwerk Kulturaustausch Deutschland/Irak veranstaltet.

Claus Boldt begleitet Delegation

Eingeladen sind 25 Produktionen aus der ganzen Welt. Workshops, Lesungen, Vorträge, Konzerte und eine Prämierung der herausragendsten Inszenierungen sind Teil des Programms. „Die Regionalregierung Kurdistan/Irak sei sehr an einem internationalen Dialog und an der Weiterentwicklung internationaler Netzwerke interessiert., heißt es in einer Mitteilung. „Für uns bedeutet die Teilnahme an dem Theaterfestival eine aktive Unterstützung dieser Bemühungen und ein Zeichen der Solidarität mit den dortigen Kulturschaffenden, die unter schwierigen Bedingungen eine sehr wichtige Arbeit leisten“, so Bürgermeister Claus Boldt, der auf Einladung der Regionalregierung Kurdistan/Irak die Konstanzer Delegation leiten wird.

Reise mit Hilfe von Unterstützern

Das Konstanzer Team arbeitet außerdem mit Theatern in Malawi und Togo zusammen und befindet sich im interkulturellen Austausch. Möglich werde die Gastspielreise dank einer großzügigen Spende von Dr. Ing. E.h. Martin Herrenknecht. Unterstützt werde sie auch vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier.

Foto: wak

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