Konstanzer OB Frank über B 33 neu: ,,Die Region wartet auf die neue Straße"

Grüner Oberbürgermeister widerspricht grünem Bundestagsabgeordneten – Mehr Staus bedeuteten mehr Belastungen für Menschen

Konstanz. Der Konstanzer Oberbürgermeister Frank hofft nach wie vor auf eine zügige Umsetzung des Projekts B 33. „Ich höre von vielen Menschen, dass sie sich sehnlichst eine baldige Beseitung des Nadelöhrs zwischen Allensbach und Konstanz erhoffen. Man spürt deutlich: die ganze Region wartet darauf, dass die Straße nach nunmehr über 30 Jahren endlich fertig gestellt wird“, so der OB. Damit widerspricht der grüne OB dem grünen Bundestagsabgeordneten Till Seiler. Der hatte in einem See-Online-Interview gesagt, er lehne die derzeitige Ausbau-Planung entschieden ab, da die unter anderem Belange von Umwelt- und Naturschutz nicht ausreichend berücksichtige. Zuletzt hatte Frank auf Bitte des Konstanzer CDU-Stadtrats Alexander Fecker an Seiler geschrieben, er möge sich für eine „schnelle Finanzierung“ der B 33 neu einsetzen.

Stadt kann Verkehrszunahme nicht ignorieren

Am Freitagnachmittag stellte der OB klar: „Alles andere wäre schlecht für die Verkehrssituation im Landkreis und für seine Bewohner. Wir kommen nicht an der Tatsache einer Zunahme des Verkehrs vorbei.“ Horst Frank erklärte: „Hierauf müssen wir reagieren. Das sind wir unseren Bürgerinnen und Bürgern schuldig.“

Erster Erfolg Verbannung des LKW-Verkehrs

Dass man etwas bewegen könne, zeige das Beispiel Konstanz: Durch den Bau des Zollhofs und der Anbindung der Europastraße an das Schweizer Autobahnnetz sei es gelungen, den LKW-Transitverkehr aus der Innenstadt zu verbannen. „Das hat der gesamten Stadt eine spürbare Entlastung gebracht“, so OB Frank. Eine Zunahme der Staus auf der B 33 würde zu Belastungen für die Menschen führen, die niemand verantworten könne.

Verständnis für Vorbehalte gegenüber Projekt

Zwar ist dem Konstanzer Oberbürgermeister klar, dass der Bau der B 33 mit einem Eingriff in die bisherige Landschaft verbunden ist. Er erklärte, er könne auch die Menschen verstehen, die Vorbehalte gegenüber dem Projekt äußern. Man müsse die Vor- und Nachteile eben abwägen. Die vom Regierungspräsidium erarbeitete Planung sei dabei zu bevorzugen, so der Oberbürgermeister.

5 Kommentare to “Konstanzer OB Frank über B 33 neu: ,,Die Region wartet auf die neue Straße"”

  1. Umweltmeister
    8. Juli 2011 at 19:15 #

    Eine Frage wäre da noch, nach meinem Kenntnisstand ist der Bereich um Reichenau inkl dem „Autobah-Kreuz“ bereits Planfestgestellt und die Finanzierung gesichert. Ist dann überhaupt noch eine Einflussnahme oder Veränderung möglich? Wie sehen da die Rechtsmittel aus?

    Btw. Schön zu wissen das ein Politiker gegen den Ausbau ist, der nichtmal fähig ist Auto zu fahren da er keinen Führerschein besitzt. Autobahnkreuze kennt er also eher nur vom Hören Sagen. Den Stau hat er jedenfalls noch nicht miterlebt, sonst würde er sich zu so einer Aussage nicht hinreißen lassen.

    In Anbetracht der Lage als Konstanzer Lehrer, der die Stadt wohl nur selten verlässt und dann per Bahn ist dies natürlich nachvollziehbar. Fatal wohl nur das er auch Einfluss auf diese Entscheidung nehmen kann.

    Als Anfang 30er Jähriger Lehrer wäre Jugend oder Bildung das passendere Resort…..
    Schuster bleib bei deinen Leisten!

  2. TB
    8. Juli 2011 at 21:58 #

    Anmerkung zu Nummer 1: Mit Eintritt in die grüne Partei wird man unfehlbar und mit Platznahme im Bundestag wird man Experte für alles.

  3. db
    9. Juli 2011 at 13:01 #

    @Umweltmeister:
    Seiler ist in der Tat Jugendpolitischer Sprecher, Mitglied des Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Kinderkommission – also in genau dem Ressort tätig, in dem Sie ihn sich wünschen, ist das nicht wunderbar?

    Im Bundestag darf dennoch jedeR AbgeordneteR über alle Angelegenheiten mit abstimmen, so ist das in unserer repräsentativen Demokratie. Vegetarier stimmen über Fleischsubventionen ab, junge Abgeordnete über Rentenregelungen, Süddeutsche über Meeresschutz, Unternehmer über Beamtenrecht… und Bahnfahrer über Straßenbau.

  4. Winfried Kropp
    9. Juli 2011 at 13:31 #

    @ Umweltmeister: Zur Planfeststellung siehe meinen Kommentar hier: http://www.see-online.info/29954/gruner-konstanzer-bundestagsabgeordenter-irritiert-kommunlapolitiker/#comment-2388

  5. JEDI
    10. Juli 2011 at 17:09 #

    Ich wusste gar nicht, dass Politiker normalerweise nur an solchen Entscheidungen mitwirken, von denen sie persönlich profitieren würden und bereits selber ausreichend Erfahrungen gemacht haben. Wenn Till Seiler, weil er keinen Führerschein hat und somit die Welt zu wenig aus der Windschutzscheibenperspektive kennt, das Recht abgesprochen wird, über Straßenbauprojekte zu befinden, dürfen dann Politiker ohne Drogenerfahrung auch keine Drogengesetze machen, Heterosexuelle auch keine Gesetze zum Thema Homosexualität und Männer natürlich grundsätzlich keine Politik zum Thema Schwangerschaft und Abtreibung. Wenn solche Vorgaben gelten würden, dann dürfte es schwierig werden mit der parlamentarischen Arbeit. Aber zum Glück ist das ja nicht so, von daher lasst bitte auch Menschen über Verkehrspolitik mit entscheiden, die nicht vom Bleifuß gesteuert werden.

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