Konstanzer OB Horst Frank hat viele Bedenken wegen W-LAN

Konstanzer zögern bei W-LAN für Mehrzweckhallen und Bürgersaal

Konstanz (wak) Bei McDonald’s geht’s, in Konstanzer Hallen noch nicht. Bis W-LAN in städtischen Tagungsräumen in Konstanz Einzug hält, wird es wohl noch eine Weile dauern. Die Konstanzer SPD-Gemeinderatsfraktion hatte bei OB Horst Frank angefragt und vorgeschlagen, das Kulturzentrum beim Münster, den Bürgersaal sowie die Schänzle- und andere Mehrzweckhallen mit W-LAN auszustatten. Jetzt hat der Oberbürgermeister zurück geschrieben. Die Antwort liegt See-Online vor. Begeisterung und Aufbruchstimmung hören sich anders an.

Kein Geld für W-LAN

Im ersten Satz heißt es, das es „grundsätzlich technisch möglich“ sei, W-LAN in städtischen Tagungsräumen einzurichten. Alles andere wäre in Konstanz wohl auch erstaunlich gewesen. Doch das war auch schon die gute Nachricht. Dann kommen im Antwortschreiben von Horst Frank schon die Einschränkungen und Hindernisse. Es geht um Verlegung von Netzwerkkabeln, ausreichende Sendeleistung, Wände, Decken, Signalstärke und Datenübertragungsgeschwindigkeit. Außerdem gibt es offenbar kein Geld. Entscheidend dürfte in diesem Zusammenhang der nächste Satz im Brief sein: „Wir haben aktuell keine Haushaltsmittel für diese Anforderung eingeplant“, heißt es da. Die Stadt sei aber gerne bereit, die Anforderung und den Bedarf zu prüfen. Nach einer schnellen Umsetzung hört sich nicht an.

Haftungsfragen vorgeschoben

Nach Technik und Finanzen führt der OB auch mögliche rechtliche Probleme an. Noch einmal zaudert die Stadt. „Bedenken möchte ich bei dieser Gelegenheit auch, dass der DSL-Anschlussinhaber für Verstöße in Zusammenhang mit der Nutzung von W-LAN haftet, insbesondere, wenn der Zugang quasi durch jeden ungeschützt d. h. ohne Passwortschutz erfolgt“, schreibt Oberbürgermeister Horst Frank. Es geht um etwaige Schadenersatzansprüche, sollten zum Beispiel Musik oder Filme heruntergeladen werden. Vertraglich wäre es aber durchaus möglich, dass nicht die Stadt haftet, sondern der Veranstalter der jeweiligen Tagung. Denkar wäre zudem statt eines freien ein Passwort geschütztes W-LAN, bei dem sich die Passwörter nach jeder Veranstaltung ändern. Außerdem könnte die Stadt über die Mcadresse Nutzer identifizieren, die sich möglicherweise unberechtigt Daten über das W-Land einer Halle aus dem Internet geladen haben.

SPD hält Zeit reif fürs Web

Die Konstanzer SPD war davon ausgegangen, dass die Zeit für W-LAN in städtischen Veranstaltungsräumen reif ist. Sie hatte deswegen nachgefragt und die Verwaltung gebeten, die technischen und organisatorischen Voraussetzungen zu prüfen und den Gemeinderat über Umsetzungsmöglichkeiten zu informieren. „Immer mehr Menschen greifen auf mobile Internet-Dienste zu“, hieß es in dem Schreiben der SPD. Viele Veranstalter von Tagungen und Seminaren wollten ihren Teilnehmern kostenloses W-LAN anbieten. Auch von Sportveranstaltungen, zum Beispiel aus der Schänzlehalle, werde immer häufiger mit Hilfe des Internets live berichtet.

Modell McDonald’s

Auch in Fastfood Restaurants geht längst, was in Konstanzer Mehrzweckhallen nicht geht. In rund 1.200 Restaurants und McCafés bietet der Burgerbrater McDonald’s gemeinsam mit T-Mobile eine Stunde kostenloses Surfen im Internet an. Wer mit dem Laptop, iPhone oder jedem anderen W-LAN-fähigen Endgerät kommt, kann surfen oder Mails checken. Die erste Stunde ist immer gratis. Allerdings müssen Nutzer im Hotspot ein Online-Formular ausfüllen, dann erst gibt es per SMS eine Zugangs-PIN an die Handynummer. Für Tagungen wie Landesdelegiertenkonferenzen oder Parteitage wäre dieses Modell aber ungeeignet.

Foto: Kigoo Images PIXELIO

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