Konstanzer OB Horst Frank lehnt „Fracking“ weiter strikt ab

Umstrittene Technik zur Erdgasförderung soll am Bodensee verboten werden – Konstanz will Moratorium

Konstanz. Oberbürgermeister Horst Frank bekräftigt gegenüber Bund und Land die Konstanzer Position zur umstrittenen Erdgasfördertechnik. „Fracking ist in unserer sensiblen Bodenseelandschaft nicht machbar“, betont der Oberbürgermeister in einem Schreiben an die zuständigen Ministerien und die Abgeordneten aus dem Landkreis. Für Bereiche wie den Bodensee, der unter anderem als Trinkwasserspeicher für rund 4,5 Millionen Menschen dient, hält OB Frank ein generelles Verbot erforderlich. Frank reagierte damit auch auf einen Medienbericht.

Genehmigung für Erkundungskonzession verlängert

Heute hatte eine Zeitung mit Berufung auf das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau berichtet, dass Parkyn Energie, eine Tochtergesellschaft des britischen Unternehmens 3Legs Recources, die Verlängerung der Erkundungskonzession für das 1500 Quadratmeter große Konstanzer Feld beantragt habe. Die erste Genehmigung galt nur bis Ende April. Henning von Jagow, Vorsitzender des Überlinger Vereins Bürgersinn erklärte dazu: „Die beantragte Verlängerung der Erkundungskonzession wird ja  nicht zum Spaß gemacht, sondern eben, weil man entsprechende Vorkommen erwartet.“ Weiter sagte von Jagow: „Wir müssen also die weitere Entwicklung genau beobachten. Damit ist die Gründung einer Bürgerinitiative gegen Gasförderung im Bodenseebereich nur vorläufig vom Tisch.“

Konstanzer OB fordert Moratorium

OB Horst Frank schreibt in seinem Brief: Bereits die Suche nach möglichen Standorten müsse untersagt werden. Ähnlich wie in Nordrhein-Westfalen, wo die Landesregierung bis zur Vorlage eines Gutachtens zu den langfristigen Folgen des „Frackings“ für Mensch und Umwelt alle Bohrungen bis auf weiteres gestoppt hat, hält OB Frank spätestens jetzt auch für Baden-Württemberg den Zeitpunkt für ein entsprechendes Moratorium für gekommen.

Stadt Konstanz bleibt bei nein

Die Stadt Konstanz lehnt angesichts der Risiken eine Gewinnung von Erdgas mittels „Fracking“ in der Bodenseeregion ab. Der Konstanzer Gemeinderat hat diese Haltung bereits in seiner Sitzung am 1. März 2012 zum Ausdruck gebracht. „Fracking“ ist die Kurzform von „hydraulic fracturing“. Bei den Bohrungen in bis zu 1.500 Meter Tiefe werden unter hohem Druck Gesteinsschichten aufgebrochen. Dabei werden auch giftige Chemikalien unter die Erde gepresst. Durch die dabei entstehenden Risse soll Erdgas aus Bodenschichten entweichen können, die an sich gasundurchlässig sind.

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