Konstanzer OB Uli Burchardt besucht Arbeitnehmervertreter bei Siemens

Konstanz. In den vergangenen Monaten sind in Konstanz rund 1.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Bei Nycomed/Takeda, Centrotherm und bei Siemens haben Mitarbeiter ihre Arbeitsstellen verloren oder neue Jobs sind erst gar nicht geschaffen worden. Oberbürgermeister und Wirtschaftsförderer haben jetzt wenige Tage vor Weihnachten den Betriebsrat und Gewerkschaftsvertreter bei Siemens besucht.

Stadt machtlos bei Unternehmensentscheidungen

Bei einem Betriebsbesuch hat Oberbürgermeister Uli Burchardt zusammen mit dem Leiter der Wirtschaftsförderung Friedhelm Schaal heute Gespräche mit Vertretern des Betriebsrates von Siemens Konstanz und der IG Metall über die Zukunft des Unternehmens geführt. OB Burchardt drückte nochmals sein Bedauern aus über den geplanten Abbau von Arbeitsplätzen am Standort Konstanz und die damit verbundene schwierige Situation für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Siemens. Er wies dabei einerseits auf seine begrenzten Einflussmöglichkeiten bei Strukturentscheidungen des Unternehmens hin.

Grundsatzkritik des OB

OB Burchardt äußerte andererseits sein grundsätzliches Unverständnis dafür, dass viele Unternehmen ihre Unternehmenspolitik an zu hohen Renditeerwartungen im zweistelligen Prozentbereich ausrichten. „Ich halte Unternehmensentscheidungen, die die Erreichung dieses hochgesteckten Ziels über das Schicksal von Arbeitsplätzen und die mit ihnen verbundenen Menschen stellen, für sehr bedenklich“, so OB Burchardt.

 Arbeitnehmer-Expertise

Gegenüber den Vertretern des Betriebsrats und der IG Metall erklärte Burchardt, dass er als Oberbürgermeister sowohl der Seite der Arbeitnehmer als auch der Seite der Arbeitgeber verpflichtet sei und als Gesprächspartner mit Rat und Hilfe zur Verfügung stehe. Er sagte weiter, dass ihm die Zukunft des Unternehmens in Konstanz ein überaus wichtiges Anliegen sei. Sehr positiv stehe er dem Plan des Betriebsrats und der IG Metall gegenüber, auf die Geschäftsführung von Siemens mit einer eigenen Expertise über neue Geschäftsfelder und innovative Ideen zuzugehen.

Widerstand gegen Entlassungen

Verständnis äußerte der Oberbürgermeister für die Aussage der IG-Metall- und Betriebsratsvertreter, dass sie die Entlassung der 200 Mitarbeiter „nicht akzeptieren werden“.

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