Konstanzer Piraten fragen: Wodurch fühlen Sie sich bedroht?

Zwei Karten für Debatte mit BKA-Präsident Jörg Ziercke und dem Bundesvorsitzenden der Piratenpartei Sebastian Nerz

Konstanz. Der Abend verspricht Hochspannung. Jörg Ziercke, Präsident des Bundeskriminalamts, und Sebastian Nerz, Bundesvorsitzender der Piratenpartei, sowie Siegfried Kauder, Vorsitzender des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages, diskutieren in Konstanz über Bedrohungslagen. Während sich ein Teil der Bevölkerung durch Cyberkriminalität, Rechtsterrorismus und Islamisten bedroht fühlt, fürchten sich andere vor der Vorratsdatenspeicherung. Dem Kreisverband der Piratenpartei Konstanz ist das noch zu abstrakt. Er möchte wissen: Wovor fürchten sich zum Beispiel die Besucher von See-Online? Die Piratenpartei verlost zwei Karten unter allen, die sich in einem Kommentar zu Wort melden und sagen, wodurch sie sich aktuell am meisten bedroht fühlen.

Piratenkapitän möchte Meinungsbild

Die Mitteilung kam als Direktnachricht über Twitter. Benno Buchczyk, Kreisvorsitzender der Piratenpartei, meldete sich und fragte, ob See-Online nicht zwei Karten im Wert von je zehn Euro für die Veranstaltung mit Jörg Ziercke, Präsident des Bundeskriminalamts, und Sebastian Nerz, Bundesvorsitzender der Piratenpartei am 12. Januar um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle Konstanz-Wollmatingen verlosen wolle. Er möchte die Karten privat bezahlen und er hätte als Gegenleistung gern ein Meinungsbild.

Wider Vorratsdatenspeicherung und Staatstrojaner

Die Mitglieder der Piratenpartei halten Bürgerrechtseinschränkungen für eine „falsche und kopflose Reaktion auf Verbrechen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreisverbands der Piratenpartei vom Montag. Vorratsdatenspeicherung, Staatstrojaner und viele andere Werkzeuge seien weder wirksam, noch mit dem Geiste der Verfassung vereinbar. Die Piraten setzten sich für Rechtsstaatlichkeit, Bürgerrechte und Verhältnismäßigkeit ein, und forderten die kritische Überprüfung aller bisher ergriffenen „Sicherheitsmaßnahmen“, schreiben die Piraten weiter.

Bedrohungslagen in der Zukunft

Bei der Veranstaltung in Konstanz geht es zunächst um die aktuelle Bedrohungslagen in Deutschland aus Sicht des Bundeskriminalamts. Prominente Gäste in Konstanz sind Jörg Ziercke, Präsident des Bundeskriminalamts, und Sebastian Nerz, Bundesvorsitzender der Piratenpartei, sowie Siegfried Kauder, Vorsitzender des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages. Sie diskutieren über folgende Fragen: Welche Bedrohungen sind in Zukunft zu erwarten? Wie entwickeln sich Terrorismus, Cyberkriminalität, international organisierte Kriminalität? Welche Konsequenzen ergeben sich für unsere Gesellschaft und jeden Einzelnen?

Zugunsten der Kinderkrebsklinik Tannheim

Veranstalter ist die Anwaltskanzlei Hoppe und Biskupek aus Singen. Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 7 Euro. Der Erlös geht an die Kinderkrebsklinik Tannheim.

9 Kommentare to “Konstanzer Piraten fragen: Wodurch fühlen Sie sich bedroht?”

  1. Satansbraten
    10. Januar 2012 at 13:31 #

    Am meisten fühle ich mich durch das Interpretations-
    Monopol von Seiten der Guten Menschen bedroht. Ich
    hatte neulich eine Diskussion mit einem Grünen.
    Meinem Dafürhalten nach kann man für oder gegen
    S 21 sein. Es gibt sogar Parteien in denen es erlaubt
    ist für oder gegen S 21 zu sein.
    Auf meine Behauptung hin, daß dies so bei den Grünen
    nicht der Fall sein könnte, weil sich ja Alle der Partei
    hinzugeben haben, schäumte er.
    Was will ich damit sagen. Die Grünen und selbsternannten „Guten Menschen“ sollen aufhören
    Ihr „Gutmenschentum als Priesterherrschaft zu sehen.
    Dann ist in diesem Land wieder eine vernünftige
    Diskussion möglich. Vorher allerdings nicht.
    Leider.
    Dass ich die größe Bedrohung der freien Gesellschaft
    in der fortschreitenden Islamisierung sehe, dürfte hier
    hinlänglich bekannt sein.
    Dies sge ich aber nicht als dumpfer Rechtspopulist
    sondern als profunder Kenner der islamistischen
    Szene.
    Lothar Herzog

  2. Hinterwäldler
    10. Januar 2012 at 13:33 #

    Den gegenwärtigen Versionen des Staatstrojaners, wie auch jeder anderen Malware, erwehre ich mich im Bedarfsfall mit einem Restore eines Image der Startpartition. Bedroht fühle ich mich eher durch die fast allgegenwärtigen Datensammelwut von Google, Handel und Staat. Google und Handel für sich allein sind keine Bedrohung, aber eine Vermischung mit dem Staat ergibt dann eine explosive Mischung. Das sollte jedem Menschen bewusst werden.

    Eine weitere Bedrohung sind die gefährlich naiven Diskussionen und Positionierungen der Politiker. Volker Kauder war eines der prägnantesten Beispiele im Jahr 2011. Auf der einen Seite startete er eine Breitseite gegen das Kopieren urheberechtlich geschützter Werke und musste sich in der Folge gefallen lassen, das allein auf seiner Homepage mindestens 8 Raubkopien gefunden wurden (oder waren es mehr?).

  3. NDS-Leser
    10. Januar 2012 at 13:40 #

    Ich fürchte mich vor einer weiteren Spreizung der Einkommens- und Vermögensverteilung in unserer Gesellschaft, da dies die Wahscheinlichkeit gewaltätiger sozialer Unruhen nach dem Vorbild in UK, Frankreich und Spanien usw. erhöht. Quelle: http://nachrichten.t-online.de/un-organisation-warnt-vor-sozialen-unruhen-in-europa/id_51046180/index

    Und ich fürchte, daß die ganzen Überwachungsgesetze und -maßnahmen der letzten 10 Jahre nicht darauf abzielen sollten in erster Linie Terroristen aus dem arabischen Raum zu bekämpfen; sondern vielmehr dazu verwendet werden „wirtschaftlich, gesellschaftspolitisch motivierte Unruhestifter“ aus den eigenen Reihen (Bürger) frühzeitig zu identifizieren, zu überwachen und unter Kontrolle zu behalten, also um die Demokratie zu beschützen.

    Nur untergräbt man mit diesen Maßnahmen die Idee der freiheitlich demokratischen Gundordnung unseres Grundgesetzes (Demokratie) an sich. Gewerkschafter, abhängig Beschäftigte – die politisch aktiv sind – müssen sich sicher sein können, daß ihr demokratisches Engagement im Sinne einer gewaltfreien, demokratischen Veränderung der Gesellschaft nicht zu Inkaufnahme von Repressalien, Verlust der Privatsphäre oder gar zum Arbeitsplatzverlust führt. Gewaltfreies, politisches Engagement kann nur in einer angstfreien Gesellschaft gedeien, in der die Privatsphäre und freie Meinungsäußerung geschützt wird. Gerade die heutigen technischen Möglichkeiten zur Einführung einer Totalüberwachung beinhalten allerdings auch ungeahnte Möglichkeiten zum Mißbrauch im Namen der Demokratie.
    Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/35/35836/1.html

    Demokratie, Verbrechendsbekämpfung und Überwachung stehen und standen schon immer in einem permanenten Spannungsverhältnis, wie das sinngemäße Zitat von Benjamin Franklin aus dem Jahr 1775 zeigt: „Wer die Freiheit (Demokratie) für Sicherheit aufgibt, wird letzten Endes beides verlieren.“ Um auf die Eingangsfrage nach der Angst zurückzukommen, soll die Antwort lauten: “ Ich fürchte das uns die Demokratie verloren geht.“

    Schöne Woche der NDS-Leser

  4. Karottenstreichler
    10. Januar 2012 at 13:53 #

    Die selbsternannte „Heilsbewegung“ der 68 – er – Generation hat
    uns durch die selbstgerecht angewendete Gewalt einen Polizeistaat
    gebracht in dem vieles an Freiheit verloren gegangen ist.

    Hiermit nochmals Danke an alle 68 – er. Danke, daß ich heute nicht
    mehr frei meine Meinung kundtun darf.

    Langsam komme ich mir vor wie in der DDR II.

  5. dk
    10. Januar 2012 at 23:35 #

    Für mich wäre es eine Bedrohung, wenn das Internet abgeschaltet würde. Als Mitbürger ist man dem „Mainstream“ nicht mehr so sehr ausgesetzt, wenn man Informationen aus weltweiten Quellen schnell beziehen kann: die Wirkung neutralisiert sich sozusagen in einem „zu Kenntnis nehmen“. Nebenbei ist das Internet auch ein sehr vielseitiges berufliches Hilfsmittel.

    Sehr überrascht hat mich heute mittag ein Telefonanruf von einer namhaften Softwarefirma aus den USA für (professionelle) Webtools. Ich musste zwar eingestehen, dass gehörtes „spoken english“ ziemliche Probleme bereitet und ich dafür ziemlich gut „written english“ durch das Lesen von Websites und Büchern beherrsche. „no problem“ war die Antwort nach einem ausgiebigen Gespräch über die vielfältigen Angebote der Firma. Eine Stunde später hatte ich ihr eine Mail geschickt und einige Sachen noch ausführlicher beschrieben.
    Die Firma wurde in Israel gegründet und hat weltweite Niederlassungen; ihre Produkt hatte ich längst gekauft.
    Es ist schon auffällig, mit wieviel Newslettern und Angeboten man aus den USA überschüttet wird. Und sogar am Telefon wurde das Gefühl vermittelt, jeder (mögliche) Kunde zählt – sogar bei mühsamen Englisch. Das Politik und Wirtschaft eine etwas andere Herangehensweise gegenüber Wählern und Mitarbeitern haben, muss seine lange Tradition haben und wird intensiv gepflegt. Wie anfangs erwähnt, kann man sich den Medien gut durch das Internet entziehen (oder eine „Fastenkur“ machen, was persönlich mit Ausdauersport aktuell ist).

  6. Jörg Drechsel
    13. Januar 2012 at 20:02 #

    Ich hatte eigendlich Antworten auf das Thema: konstanzer-piraten-fragen-wodurch-fuhlen-sie-sich-bedroht/ erwartet; statt dessen erhalte ich Ansätze und die „wichtige“ Info, das Jemand Freikarten verschenkt, aber nur gegen Gegenleistung. Zum Kommentar des „satansbraten“; Nein, Sie sind kein „dumpfer Rechtspopulist“, nein, Sie doch nicht……

    Wenn das die Zukunft der medien ist, bleibe ich lieber bei den Printmedien, da weiß ich wenigstens im Vorwege, wer dort Anzeigen schaltet und den Kurs bestimmt

  7. Satansbraten
    13. Januar 2012 at 22:31 #

    @6
    Ich habe kommentiert ohne eine Gegenleistung in
    Form einer Freikarte zu erwarten.
    Was stört Sie an meinem Kommentr?
    Wollen Sie mich etwa als … bezeichnen ?

    Bitte, erklären Sie sich.

  8. Jörg Drechsel
    14. Januar 2012 at 07:08 #

    @ satansbraten
    soll das jetzt eine Diskussion werden?
    Ich bezeichne Sie überhaupt nicht, weder als „satansbraten“ noch als „..profunder Kenner der islamistischen Szene“.
    Ich hatte mir nur mehr „neutrale“ Infos erhofft.
    Schoenes Wochenende wünsche ich

  9. Satansbraten
    14. Januar 2012 at 09:27 #

    Dann schreiben Sie halt das nächse mal einen eigenen
    Artikel.
    Schönes Wochenende.

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