Konstanzer SPD greift OB wegen stockendem Bau eines Altenpflegeheims an

Jürgen Leipold (SPD): Wer verzögert Pflegeheim auf der Jungerhalde? – Zu wenig Pflegeplätze in Konstanz

Konstanz. Die AWO signalisierte Interesse und auch der Sozialkonzern Liebenau war interessiert. Doch im nördlichen Bereich der Jungerhalde stockt die Planung. Davon betroffen sei vor allem der gewünschte Bau eines Pflegeheims mit etwa 50 Plätzen. Das hat Stadtrat Jürgen Leipold zu einer Anfrage bei Oberbürgermeister Frank veranlasst. Leipold ist sauer, auch weil die Stadtverwaltung, wie Leipold meint, einen Gemeinderatsbeschluss ignoriert.

Keine Pflegeplätze in Konstanz

„Menschen, die für pflegebedürftige Angehörige akut einen Pflegeheimplatz suchen, haben in der Stadt Konstanz nicht sehr oft Erfolg. Die meisten müssen in das nähere oder weitere Umland im Landkreis ausweichen, was den Kontakt nach der Heimverlegung deutlich erschwert“, ärgert sich Jürgen Leipold. Auch der aktuelle Bericht zu stationären Pflege in Konstanz, den das Sozialamt jährlich verfasst, benennt dieses Problem. Es bestehe in der Stadt ein rechnerisches Defizit an Heimplätzen. Eine Versorgung im Hegau sei „gerade für ältere Angehörige und Partner ist das wegen ihrer oft geringen Mobilität eine Zumutung“, heißt es im 7. Bericht vom Mai letzten Jahres wörtlich.

Zwei mögliche Heimbetreiber in Warteschleife

Leipold versteht daher nicht, warum die Planung nicht weitergeht. Der Gemeinderat habe im Oktober letzten Jahres einstimmig ein eindeutiges Nutzungskonzept und ein klares Verfahren beschlossen. Auf jeden Fall sollte eine Pflegeeinrichtung mit 50 Plätzen dort angesiedelt werden. Die WOBAK sollte im ersten Halbjahr 2012 einen Wettbewerb ausloben. Gleichzeitig sollte die Stadt mit zwei potentiellen Heimbetreibern, der Arbeiterwohlfahrt und der Stiftung Liebenau weiter über ihre konkreten Pflege- und Raumkonzepte sprechen. Auf dieser Grundlage sollten auch die Nachbarn frühzeitig in die Planung einbezogen werden.

Pflegeheimbau verzögert sich um ein Jahr

Doch genau zu den Gesprächen mit den Heimbetreibern kam es bislang nicht. Sie seien sogar schon terminiert, aber kurzfristig wieder abgesagt worden, habe Leipold erfahren. Damit sei selbst gesetzte Zeitplan der Verwaltung mittlerweile unrealistisch geworden, kritisiert er. Oberbürgermeister Frank muss nun kritische Fragen beantworten. Schon die erste hat es wohl nicht nur nach Meinung der SPD in sich. Leipold fragt: „Wer hat veranlasst, dass der Beschluss des Gemeinderats ignoriert und faktisch konterkariert wird?“ Leipold will außerdem wissen, ob die Verwaltung ihr eigenes Konzept der Pflegewohngemeinschaften mittlerweile aufgegeben habe und ob es zutreffe, dass weitere Beratungen erst für die zweite Jahreshälte geplant seien. Frank soll erklären, ob es die Verwaltung angesichts der fehlenden Heimplätze für vertretbar halte, dass sich der Bau um mindestens ein Jahr verzögere.

Ein Kommentar to “Konstanzer SPD greift OB wegen stockendem Bau eines Altenpflegeheims an”

  1. Wolfgang Münst
    19. März 2012 at 12:35 #

    Durch die jüngsten Bauten der AWO in der Fürstenbergstraße und vor allem das Demenzhaus des Marienhauses am Salesianerweg wurden/werden weitere Pflegeplätze geschaffen. Insbesondere die Einrichtung des zum Caritasverband gehörenden St. Marienhauses ist vorbildlich und von hoher Qualtität.

    Auch wenn das Areal an der Jungerhalde planerisch für öffentliche Nutzungen vorgesehen ist, so stellen sich hier doch folgende Fragen:

    Besteht tatsächlich ein weiterer Bedarf an Pflegeplätzen?
    Ist das Areal an der Jungerhalde mit seinem schmalen handtuchartigen Grundstück für ein Pflegeheim, tatsächlich geeignet?
    Wolfgang Münst

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