Konstanzer SPD steht auf Namensliste der Zwickauer Terrorzelle

Polizeidirektion informierte Partei Ende vergangener Woche – Am Samstag Nazi-Aufmarsch in Singen

Konstanz. Auf der Namensliste der Zwickauer Terrorzelle steht auch die Konstanzer SPD. Das sagten Mitglieder der SPD-Fraktion am Montagabend. Die Polizeidirektion Konstanz hatte die Partei Ende vergangener Woche informiert. Am Samstag war es in Singen zu einem Nazi-Aufmarsch gekommen.

10.000 Namen auf NSU-Liste

Auf einer Liste der Terrorgruppe NSU stehen insgesamt 10.000 Namen. Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, hatte im November erklärt, alle auf der Liste stehenden Personen würden informiert. Auf der Liste sollen sich die Namen von Politiker, Kirchen, Ortsvereine von Parteien und Vereine gegen Rechts finden. Medienberichten zu Folge ist die Liste angeblich schon zwischen 2005 und 2007 zusammengestellt worden.

Keine Anschlagpläne

Nach Einschätzung des Bundeskriminalamts habe es im Zusammenhang mit diesen Daten aber keine konkreten Anschlagpläne gegeben. Das Zwickauer Neonazi-Trio hat bisherigen Erkenntnissen zu Folge aber zehn Menschen ermordet.

SPD positioniert sich seit jeher gegen Rechte

Die Konstanzer SPD war überrascht, dass sie auf der Liste stand. Allerdings hat sich die Konstanzer SPD immer klar gegen rechtsextremistische Gewalt und Propaganda positioniert. Erst im November hatten sich in Konstanz mehrere Hundert Menschen an einer Demonstration gegen rechtsextremistische Gewalttaten und rechtsextreme Propaganda beteiligt. Aufgerufen hatte die Nachwuchsorganisation der SPD, die Konstanzer Jusos.

Rechtsextreme am Bodensee aktiv

Rechtsextremisten sind auch am westlichen Bodensee aktiv. Freie Kräfte Hegau-Bodensee, NPD Kreisverband Bodensee – Konstanz und Junge Nationaldemokraten Konstanz treten immer wieder in Erscheinung. Zuletzt hatte es am Samstagabend vergangener Woche in der Singener Innenstadt nach einem angeblichen Angriff auf Deutsche eine spontane Demonstration von etwa 30 Nazis gegeben. Die Rechten zogen mit einem Transparent, Fackeln und einer Fahne durch Singen.

Singener OB will Aufklärung

Zwei junge Deutsche sollen am Vorabend des Aufmarsches, am Freitagabend vergangener Woche, nach einer Jahresabschlussfeier des NPD Kreisverbandes Bodensee-Konstanz nahe des Singener Bahnhofs von einer Gruppe Türken als „verdammte Nazischweine“ bezeichnet und angegriffen worden sein. Angeblich hätten die Angreifer von ihren Opfern abgelassen, als eine Polizeistreife zufällig vorbei gefahren sei. Die Rechten behaupteten, dass die Polizei den Opfern nicht geholfen habe. Anzeige erstattet hatten die Opfer zunächst nicht – und sie ließen sich auch nicht sofort im Krankenhaus behandeln. Der Singener Oberbürgermeister Oliver Ehret fordert Medienbericht zu Folge die Aufklärung des Vorfalls.

Foto: wrw PIXELIO www.pixelio.de

3 Kommentare to “Konstanzer SPD steht auf Namensliste der Zwickauer Terrorzelle”

  1. Christine
    13. Dezember 2011 at 18:21 #

    Als ich gerade die Überschrift auf Twitter gelesen habe, fiel mir als Erstes der Anschlag damals auf Frau Sarikas ein. Es ist bestimmt weit hergeholt, es war eine erste Eingebung.
    Aber das wurde doch bisher auch noch nicht aufgeklärt, oder?

  2. Michael
    13. Dezember 2011 at 22:38 #

    Ich hatte genau denselben Gedanken @Christine.

  3. Satansbraten
    15. Dezember 2011 at 17:55 #

    Genau. Über den Anschlag auf die Frau wurde nichts
    mehr berichtet!

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