Konstanzer SPD will Öffentlichkeit bei Krankenhaus-Entscheidung

Bürger in Krankenhausstruktur-Diskussion einbeziehen – Friedrich fordert Transparenz

Wer operiert im Kreis Konstanz wen und wo? Konstanz. Die Verhandlungen über eine neue Krankenhaus-Landschaft im Kreis sollen nicht nur hinter verschlossenen Türen stattfinden. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Peter Friedrich und Vertreter des Kreisseniorenrats fordern eine bessere und direkte Beteiligung der Öffentlichkeit.

Bekenntnis zu öffentlichen Krankenhäusern

Öffentliche Krankenhäuser seien für die Daseinsvorsorge unverzichtbar, sagte Peter Friedrich. Wenn sich das Krankenhaus-Angebot im Kreis ändere, betreffe dies alle Bürger. Sie wollten wissen, wo sie im Notfall hinfahren müssen. Rudolf Gerspacher vom Kreisseniorenrat regte daher einen Runden Tisch zur Krankenhaus-Kooperation im Kreis an. „Mehr Öffentlichkeit würde helfen, viele der Sorgen und Befürchtungen aufzugreifen.“, erklärte Friedrich. Denkbar sei auch ein öffentlicher Krankenhausausschuss des Kreistages. Denn zahlreiche Fragen, die mit einem angedachten Verbund der Krankenhäuser zusammenhängen, seien noch ungeklärt. Auch die Beschäftigten wollten wissen, wo und wie sie künftig arbeiten werden. Der Abgeordnete wünscht sich daher, dass der Landkreis sich nicht nur auf eine Moderatorenrolle beschränkt.

Sorge wegen möglichen Scheiterns

Der Kreisseniorenrat unterstützt die Bemühungen für einen einheitlichen Krankenhausverbund im Landkreis, erklärte sein Vorsitzender Ernst-Günter Hahn. Dieser Schritt, den andere Landkreise schon hinter sich haben, sei überfällig. Er diene besonders den Patienten, die die Konzentration der medizinischen Leistungen benötigten. Der Seniorenrat hat allerdings die Sorge, dass die Verhandlungen auf der Zielgerade scheitern könnten. Diese Befürchtung kann auch Peter Friedrich nicht entkräften, denn „je sichtbarer Entscheidungen werden, desto schwieriger werden die Verhandlungen“, sagt er und skizziert Konfliktpunkte und offene Fragen. Wie wird in der Krankenhaus-Holding entschieden? Wie sind die Stimmrechtsanteile der jetzigen Krankenhausträger in Zukunft? Wie arbeitet der Verbund mit dem Zentrum für Psychiatrie und den Schmieder Kliniken oder den Krankenhäusern in der Schweiz zusammen? Trotz dieser offenen Fragen seien der Kreisseniorenrat und Friedrich aber froh über die bislang erzielten Fortschritte.

Foto: Michael Bührke PIXELIO www.pixelio.de

3 Kommentare to “Konstanzer SPD will Öffentlichkeit bei Krankenhaus-Entscheidung”

  1. Kontrolleur
    15. Januar 2011 at 19:42 #

    Ich glaube, Gemeinderäte und sonstige Politiker haben als Vertreter der Öffentlichkeit lange genug mitgequatscht und herumlaboriert, daß es jetzt endlich an der Zeit wäre, die Geschicke des Krankenhauses in private Spezialistenhände zu legen, bevor das Krankenhaus vollends an die Wand gefahren wird und kein Verhandlungsspielraum mit bösen Betreibern besteht. Der Gemeiderat kann ja nicht mal so einfache Dinge wie Katamaran, Verkehrsführung oder Therme vernünftig beurteilen und muss überall mit seinem „exzellenten“ Fachwissen alles kaputt machen. Also, liebe Politiker: Einfach mal die Schnauze halten, wenn man keine Ahnung hat und Leute ranlassen, die was können. Als Gemeinderat wurdet ihr gewählt, um ordentliche Politik zu machen und nicht um überall mit eurem Halbwissen mitzuqatschen und reinzupfuschen.

  2. Winfried Kropp
    17. Januar 2011 at 09:26 #

    Politik funktioniert nur in Nordkorea ohne Debatte und öffentliche Diskussion. Wenn Sie verlangen, die Anderen sollen die Schnauze halten, fordern Sie das Ende der demokratischen Willensbildung. Wie man ohne diese eine ordentliche Politik machen kann, bleibt Ihr gut gehütetes Geheimnis.

  3. Zwerg Nase
    17. Januar 2011 at 14:51 #

    Nein, nur diejenigen sollen die Schnauze halten, die in der Vergangenheit bewiesen haben, daß eine laute Schnauze nur ins Desaster führt. Das gilt besonders für die Freunde sozialistischer Verstaatlichung und Bevormundung. „Politik machen“ heißt nicht, überall mitzuquatschen und sich überall einzumischen.

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