Konstanzer SPD will über Radweg an der B 33 beraten

800 Unterschriften für Radweg entlang der Bundesstraße – Nicht alle mögen abgelegene Strecke an der Bahnlinie

Konstanz. Dass viele Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer lieber entlang der viel befahrenen B 33 als auf einem Radweg enlang der Bahnlinie fahren, hat sich mittlerweile auch bis zu Konstanzer Kommunalpolitikern herumgesprochen. Besonders nachts ist der Radweg an der Bahnstrecke nicht bei allen Radlern beliebt. Die SPD will jetzt über einen  B 33-Radweg beraten. Der Ausgang ist noch offen.

800 Unterschriften für Radweg an B 33

Der Technische und Umweltausschuss des Konstanzer Gemeinderats soll gründlich über einen zusätzlichen bzw. den Erhalt eines Radwegs parallel zur neuen B 33 beraten. Dies hat Stadtrat Dr. Jürgen Ruff (SPD) beantragt. 800 Unterschriften hat eine Initiative gesammelt und dem Reichenauer Bürgermeister Wolfgang Zoll übergeben. Diese Zahl zeige, dass für einen zusätzlichen Weg durchaus Bedarf gebe, so Ruff. Die Bürger, die sich für diese Verbindung ausgesprochen haben, hätten verdient, dass ihr Anliegen seriös und ernsthaft diskutiert werde.

 Radstrecke an Bahnlinie angeblich beste Lösung

Im Rahmen des Ausbaus der B 33 haben die Gemeinde Reichenau und die Stadt Konstanz der Verlagerung des Radwegs zur Bahnlinie zugestimmt, weil dies den Zielen der Gemeinden zur Entwicklung des Radwegenetzes entsprach. So sei der Abschnitt zwischen dem Mühlenweg und dem Reichenauer Bahnhof erst durch bürgerschaftliches Engagement für den Fahrradverkehr ertüchtigt worden, erinnert Ruff an die Planungsgeschichte. Der Weg entlang der B 33 war für viele Radfahrer unbeliebt und wurde lange als „Ho Chi Mihn Pfad“ verspottet. Daher sei der neue Radweg entlang der Bahn für die große Mehrheit der Radfahrer die beste Lösung.

 Alternativroute am Seerhein entlang

Die große Resonanz der Unterschriftenaktion zeige jedoch, dass eine straßennahe, zusätzliche Radwegeverbindung über ein hohes Potential verfüge. Auch von Konstanz aus gebe es Radfahrer, die entlang dem Seerhein und durch das Industriegebiet Unterlohn den Weg Richtung Westen suchen. Umwege würden von Radfahrern nur unter bestimmten Bedinungen akzeptiert, dieser Besonderheit des Verkehrsmittels müsse die Verkehrsplanung Rechnung tragen. Die Reichenauer Initiative wolle einen Wirtschaftsweg, der zur Erschließung des Wollmatinger Rieds zu Pflegezwecken vorgesehen ist, auch für den Radverkehr nutzen.

Finanzierung ungewiss

Die SPD will Vertreter des Regierungspräsidiums und des Naturschutzes an den Beratungen beteiligen. Nicht nur die Finanzierung und Planungsfragen müssten geklärt werden. Da der zusätzliche Radweg das Naturschutzgebiet Wollmatinger Ried nicht nur streifen werde, stellt sich die Frage wie ein Ausgleich dafür geschaffen werden könne. „Wir wollen schnell klären, ob und wie sich der zusätzliche Weg realisieren lässt.“

 

Die von der städtischen Pressestelle verlautbarte Auffassung, dass die Stadt Konstanz nichts gegen einen Radweg habe, wenn ihn andere bezahlen, hält Ruff für unangemessen. Dies sei kein ernsthafter, seriöser Umgang mit einem Bürgeranliegen, schreibt er dem Oberbürgermeister.

 

Ein Kommentar to “Konstanzer SPD will über Radweg an der B 33 beraten”

  1. Wo.Becker
    2. November 2012 at 14:23 #

    wer liebt als Alltagsfahrer schon Umwege??
    ===================================

    So wie der Pkw-Alltags-Fahrer keine Umwege liebt, so ist es auch beim Alltags-Fahrradfahrer.

    Gesucht wird nicht ein, sonder der schnellste Weg von Ort A nach Ort B und das ist
    im Fall Insel Reichenau nach Konstanz ein Weg entlang der B33.

    Nicht ohne Sinn heißt es, dass abgesetzte Radwege nicht weiter als 5 Meter von der zugehörigen Straße entfernt verlaufe dürfen.

    Das bedeutet, dass es keine Radverkehrsanlage ( Radweg ) im StVO Sinne
    z. B von und nach Dingelsdorf gibt.
    Der Tourist will meist eine schöne Strecke ( nicht der erschöpfte, der will schnell zum Ziel ).
    Sind es Umwege, dafür aber schön und abgasarm, so wird dieser Umweg gerne angenommen.
    Z.B.
    Es gehen von Dingelsdorf nur Radwege im allgemeinen und touristischem Sinne in alle Himmelsrichtungen,
    zu allen benachbarten KN-Teilorten und auch in die Altstadt von Konstanz.
    Sie führen aber über Umwege zum Ziel und ab und an sind auch Höhenunterschiede zu überwinden
    (Dingelsdorf Dettingen über Ziegelhof ).

    Direkte Radwege besser Radverkehrsanlagen entlang der jeweiligen Straßen fehlen.

    Ich radel somit jeden Morgen gegen 4:40 Uhr von Dingelsdorf nach Lizelstetten über die L219, mit Licht versteht sich.

    Das die Kommune Konstanz nichts gegen einen Radweg längs der Bundesstraße B33 hat,
    aber an den Kosten sich nicht beteiligen will, erinnert sehr an eine Handlung, die im Testament beschrieben ist.
    Oder wie der Volksmund auch sagt: Wasch mich, aber mach mich nicht nass.

    Schade ist, dass die SPD in Konstanz bei ihren Gesprächen nicht den Arbeitskreis – Radverkehr
    und den Ansprechpartner für Radverkehrsfragen in Konstanz einbezieht.

    Auch sollte man sich die Diskussion in der Facebook-Gruppe => Radfahrer.konstanz <=
    ( http://www.facebook.com/groups/radfahrer.konstanz/ ) ruhig mal ansehen.

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