Konstanzer Staatsanwaltschaft stellt nach tödlichen Schüssen Verfahren gegen Polizisten ein

Konstanz/Singen. Das Ermittlungsverfahren gegen einen Polizeibeamten, der im November 2012 in Singen einen Mann erschossen hatte, ist eingestellt. Das teilten die Staatsanwaltschaft Konstanz, die Landespolizeidirektion Freiburg und die Polizeidirektion Konstanz in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Der Polizist hatte einen 64-jährigen alkoholisierten Mann in dessen Schlafzimmer erschossen, der den Polizisten mit einem täuschend echt aussehenden Revolver bedrohte hatte.

Staatsanwaltschaft stellt Verfahren ein

Das Ermittlungsverfahren gegen den Beamten des Polizeireviers Singen ist nach dem Schusswaffengebrauch ist von der Staatsanwaltschaft Konstanz noch kurz vor Ende des vergangenen Jahres eingestellt worden. „Es kann ihm kein Sorgfaltspflichtverstoß vorgeworfen werden. Auch war das Vorgehen der Beamten im Rahmen des Einsatzes fehlerfrei, für etwaige Verstöße gibt es keinerlei Anhaltspunkte“, so die Begründung der Staatsanwaltschaft Konstanz.

Spielzeugwaffe nicht von echter zu unterscheiden

Die Staatsanwaltschaft ging nach Würdigung der Sach- und Rechtslage der Streifenbeamte von einer Notwehrsituation aus. „Dem Beamten blieb angesichts der scheinbaren Bedrohungslage und der diffusen Lichtverhältnisse keine Möglichkeit, einen gezielten nicht lebensgefährlichen Schuss zur Entwaffnung abzugeben. Er sah sich in der Situation, aus kürzester Entfernung einen Angriff mittels eines ungezielten Schusses abwehren zu müssen, so dass die Gefahr einer tödlichen Schussverletzung nahe lag“, so die Staatsanwaltschaft Konstanz. Die Spielzeugwaffe war nach Aussage der Staatsanwaltschaft in dem abgedunkeltem Raum nicht von einem echten Revolver zu unterscheiden.

Situation eskalierte

Die Polizisten waren in die Wohnung gekommen, um einen Vorführbefehl zu vollstrecken. Das Opfer war wegen Bedrohung und anderen Taten rechtskräftig zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von 90 Tagen verurteilt, die vollstreckt werden sollte. Beim Betreten des Schlafzimmers trafen die Polizisten auf einen 64-jährigen alkoholisierten Mann, der sie auf dem Bett sitzend mit einem täuschend echt aussehenden großkalibrigen Trommelrevolver bedrohte. Nachdem die Person trotz mehrfacher Aufforderung die Waffe wegzulegen weiterhin beidhändig auf die Beamten zielte, gab einer der beiden Streifenbeamten aus kurzer Entfernung hintereinander zwei Schüsse ab. Ein Geschoss traf den Mann an der rechten Halsseite und verletzte ihn tödlich. Landespolizeidirektion Freiburg, Dezernat Sonderfälle, hatte die Bearbeitung des Falles übernommen.

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