Konstanzer Stadtrat begeistert vom Projekt der sieben Bodensee-Städte

„Städte gestalten Zukunft“ Energiebedarf soll auf 2000 Watt pro Person sinken

Feldkirch/Bodensee (wak) Im von der EU geförderten Interreg IV-Projektes „Städte gestalten Zukunft“ beteiligen sich die sieben Bodenseestädte Feldkirch, Konstanz, Radolfzell, Schaffhausen, Singen, Überlingen und Friedrichshafen an einer Regionalstudie „2000 Watt Gesellschaft in der Bodenseeregion“.

Menschen sollen Energieverbrauch dramatisch senken

In der vergangenen Woche trafen sich 45 Vertretern aus Politik und Verwaltung der beteiligten Städte im Feldkircher Montforthaus, um die wichtigsten Ideen für die regionale Umsetzung der 2000-Watt-Gesellschaft auszuloten. Der Hintergrund: Pro Kopf verbrauchen die Menschen in den Industrieländern heute im Jahr durchschnittlich gut 50.000 Kilowattstunden Energie. Das entspricht einer Dauerleistung von bis zu 6000 Watt pro Person. Das ist viel zu viel, um dem globalen Problem der Klimaerwärmung zu begegnen und um mit den vorhandenen Ressourcen nachhaltig umzugehen. Mit einem an der ETH in Zürich entwickelten Modell einer 2000-Watt-Gesellschaft, bei dem eine Pro-Kopf-Leistung von 2000 Watt angestrebt wird, könnte die geforderte Nachhaltigkeit dagegen erzielt werden.

Sieben Bodenseestädte gehen voran

Die sieben Bodenseestädte wollen hierfür eine Vorreiterrolle einnehmen und im Rahmen einer grenzüberschreitenden Regionalstudie ihre Möglichkeiten ausloten, im Bodenseeraum eine solche 2000 Watt-Gesellschaft zu realisieren. Welche Maßnahmen zur Erreichung dieses hochgesteckten Zieles notwendig sind, wurde von 45 Vertretern aus Politik und Verwaltung in Feldkirch beraten. Die beim Treffen von Entscheidern und Planern aus den Bereichen „Politischer Prozess“, „Energieversorger“, „Regional-, Siedlungs- und Raumentwicklung“ sowie Mobilität festgelegten Maßnahmen sollen nun in weiteren Treffen fachlich vertieft werden, um deren Umsetzung gemeinsam vorzubereiten.

Bürger für grenzüberschreitenden Prozess gewinnen

Bis zum März 2011 soll die Regionalstudie vorliegen und dann in einem weiterführenden Prozess den Bürgern der Region nähergebracht werden, um sie für den gemeinsamen grenzüberschreitenden Weg einer 2000 Watt-Gesellschaft in der Bodenseeregion zu gewinnen. Begeistert zeigte sich nach seiner Rückkehr aus Feldkirch der Konstanzer Stadtrat Jürgen Ruff (SPD). Er sagte er sei als Vorsitzender des Fördervereins Mobilitätszentrale Konstanz nach Feldkirch gefahren. Dass er der auch einzige Vertreter aus dem Konstanzer Gemeinderat war, fand er schade. See-Online sagte Ruff am vergangenen Freitag, die 2000 Watt-Gesellschaft sei ein spannendes Projekt. Er sei begeistert darüber, wie viele Gedanken sich einzelne schon gemacht haben. Ruff räumt mit Vorurteilen auf: Zuerst habe auch er gedacht, die 2000 Watt-Gesellschaft sei einfach wieder ein neues Zeit fressendes Projekt. Mittlerweile ist der Konstanzer SPD-Stadtrat aber überzeugt, dass der Bodensee in Sachen Klimaschutz einen gewaltigen Schritt nach vorn machen kann.

Foto: wak

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