Konstanzer Stadttheater goes Africa

Motto lautet: Afrika – in weiter Ferne so nah – Großen Haus schließt im Mai 2012

Konstanz. Theaterintendant Christoph Nix posiert mit einem Zebra im Arm. Antilopen springen durch den Spielplan. Das Konstanzer Stadttheater macht in der Spielzeit 2011/2012 Afrika zum Thema. In die neue Spielzeit starten wird das Theater mit der Uraufführung von Henning Mankells „Die rote Antilope“.

„Die rote Antilope“

Eine Affinität zu Afrika hat das Konstanzer Stadttheater schon länger. Es gibt eine Partnerschaft mit Malawi und eine Freundschaft mit Togo. „Die rote Antilope“ werde in in Deutschland erst aufgeführt und in 80 Tagen geht es um die Welt. Apropos Welt. Christoph Nix mochte bei der Vorstellung des Spielplans nicht plaudern und auch nicht fabulieren über Dies und Das. Er sagt einen Satz zu Japan und keinen zum Überfall auf die SPD-Landtagskandidatin Zahide Sarikas.

„Die Weißen denken zu viel“

„Rassisten sind wir alle, ob wir es wollen oder nicht.“ Diesen Satz hat Christoph Nix aufgeschrieben. Später zitiert er einen aus einem Buch, den der Schweizer Paul Parin notiert hat. Er lautet: „Die Weißen denken zu viel.“ Vielleicht habe das Theater deshalb den Schwerpunkt Afrika gewählt, weil wir „wohlhabend und verzweifelt“ sind, schreibt Nix. Über die Leinwand des Zebra-Kinos flimmerte ein Film „Crossing Borders“, der Szenen aus Afrika zeigt. Das Theater wolle auch Autoren des „schwarzen Kontinents“ Raum geben, steht im Vorwort zum Ausblick auf die neue Spielzeit.

Verkürzte Spielzeit wegen Bauarbeiten

Sie wird kürzer sein als sonst. Das Große Haus schließt am 26. Mai. Das Theater braucht eine neue Bühnentechnik. Fünf Monate lang bis zum November wird es nicht zur Verfügung stehen. Am 29. Juni 2012 hat „Der Glöckner von Note Dame“ in einer Dramatisierung von Christoph Nix auf dem Konstanzer Münsterplatz Premiere. Am 6. Juli 2012 soll im Überlinger Sommertheater Premiere sein. Auf die Bühne bringen will das Stadttheater dort ein Molière-Stück „Tartuffe“. Christoph Nix geht davon aus, dass die Tradition des Sommertheaters fortgesetzt werde. Sollte die Stadt Überlingen ihren Zuschuss kürzen, wäre es aber in Gefahr.

Traum des Rosenverkäufers

Während das Große Haus mit Henning Mankells „Die Rote Antilope“ in die neue Spielzeit startet, beginnt sie in der Spiegelhalle mit der Uraufführung von Joseph Conrads „Herz der Finsternis“. Auf dem Spielplan stehen außerdem „Robinson & Cruso“, „Othello“, „Romeo und Julia“, Ad De Bonts „Mutter Afrika“, „Das Dschungelbuch“, Brechts „Die Rundköpfe und die Spitzköpfe“ oder im Jungen Theater Robert Schneiders „Dreck“. Jahrelang hat der Araber Sad von Deutschland geträumt. Jetzt ist er da. Und der Traum des Rosenverkäufers zerplatzt. Es geht im Stück um Anfeindungen und rassistische Bemerkungen. Dabei kommt Bernd Schlenkrich, Leiter des Jungen Theaters, dann doch noch auf den Überfall auf die SPD-Landtagskandidatin. Er sagte: „Man weiß gar nicht, was man dazu sagen soll.“Das Motto der Spielzeit lautet lautet nicht zufällig: „Afrika – in weiter Ferne so nah“.

Foto: wak

 

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