Konstanzer Südkurier Opfer eines kriminellen Hacker-Angriffs

Möglicherweise Kontodaten ausgespäht – Nicht alle Südkurier-Kunden betroffen

Konstanz. Das Medienhaus Südkurier ist nach eigenen Angaben Opfer eines kriminellen Hacker-Angriffs geworden. Das teilte das Medienhaus betroffenen Kunden mit. „Das Medienunternehmen kann nicht ausschließen, dass Kundendaten, also unter Umständen auch Kontodaten ausgespäht worden sind,“ so ein Kunde. Das gehe aus einer Mitteilung des Medienhauses hervor. Der Mann zeigte sich verwundert.

Schadsoftware infizierte Rechner

Der Südkurier habe mitgeteilt, dass Kundendaten in einem Rechenzentrum gespeichert würden, das einen hohen Sicherheitsstandard habe. Trotzdem sei es Hackern gelungen, sich über die Infizierung von Teilen der Datenverarbeitungsanlagen mit Schadsoftware Zugang zu wenigen Datensätzen des Südkurier zu beschaffen. Das habe ihm das Medienhaus so mitgeteilt, so der betroffene Kunde. Der Vorfall habe sich bereits am 8. Januar 2012 ereignet. Ob bei dem Angriff tatsächlich Kundendaten ausgespäht worden sind, lasse sich laut Südkurier technisch nicht nachvollziehen, es sei aber leider nicht vollständig auszuschließen, heißt es nach Mitteilung des Kunden in einer von Geschäftsführer Rainer Wiesner unterzeichneten Mitteilung. Der Kunde sagte: „Ich würde von einem Medienunternehmen schon erwarten, dass es die Sachkompetenz hat, seine Kundendaten so zu sichern, dass Kontodaten nicht in die Hände von Hackern gelangen.“

Südkurier-Kunden sollen Kontoauszüge anschauen

Das Medienhaus habe den betroffenen Kunden mittlerweile empfohlen Kontoauszüge regelmäßig zu überprüfen. Dies gelte besonders für Lastschriften. Da Kunden eine falsche, nicht rechtmäßige Abbuchung noch sechs Wochen nach der  Belastungsbuchung bei ihrer Bank widerrufen können, dürfte es eher unwahrscheinlich sein, dass jetzt vorgewarnten Kunden ein Schaden entsteht.  „Ich bin auch nicht verunsichert, eher verärgert“, so der Kunde gegenüber See-Online.

Nur kleine Gruppe betroffen

Auf Nachfrage von See-Online hieß es am Montag seitens des Südkurier, dass überhaupt nur eine kleine Gruppe von Kunden betroffen sei. Diese Kunden seien informiert worden. Ob die Kunden Abonnenten der Printzeitung oder des E-Papers sind, scheint keine Roll zu spielen. Nähere Angaben machte das Unternehmen dazu nicht. Der Südkurier hatte seinen Kunden mitgeteilt, dass der Fall auch strafrechtlich verfolgt werde. Der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz, Oberstaatsanwalt Dr. Christoph Hettenbach, wusste vom Hacker-Angriff am Montag nichts. Auch Michael Aschenbrenner, Sprecher der Polizeidirektion, war der Vorfall zunächst nicht bekannt. Er müsse zunächst rückfragen, so der Polizeisprecher.

Ein Kommentar to “Konstanzer Südkurier Opfer eines kriminellen Hacker-Angriffs”

  1. Fossibär
    30. Januar 2012 at 13:59 #

    Wir wurden vom Südkurier ebenfalls informiert – und waren leicht verdutzt, denn wir sind schon lange nicht mehr Kunde des SK… Sind nur „(k)alte“ Kunden betroffen? In jedem Fall eine peinliche Sache für den Datenschutzbeauftragten des Südkurier!

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