Konstanzer Till Seiler legt Bundestagsmandat nieder

Bundestagsabgeordneter informierte am Dienstagmorgen seine Partei

Konstanz. Der Grüne Konstanzer Bundestagsabgeordnete Till Seiler legt sein Bundestagsmandat nieder.

Nachrücker kommt aus Heilbronn

Die Niederlegung seines Mandats begründete der grüne Bundestagsabgeordnete Till Seiler so:

„Ich habe heute die Mitglieder des Kreisverbands Konstanz von Bündnis 90/Die Grünen und die Bundestagsfraktion darüber informiert, dass ich mein Mandat im Dezember niederlege.

Ich tue dies aus persönlichen Gründen. Die Erfahrungen aus meiner kurzen Zeit als Abgeordneter haben mich zu der Erkenntnis gebracht, dass eine Tätigkeit als Berufspolitiker wegen der damit verbundenen Anforderungen und Verpflichtungen für mich auf Dauer nicht in Frage kommt.

Der frühe Zeitpunkt meiner Mandatsniederlegung ermöglicht es meinem Nachfolger Ulrich Schneider aus dem Wahlkreis Heilbronn, sich rechtzeitig vor der Bundestagswahl 2013 einzuarbeiten und im Land bekanntzumachen. Ich selbst bleibe Mitglied der Grünen und der Freien Grünen Liste Konstanz.“

12 Kommentare to “Konstanzer Till Seiler legt Bundestagsmandat nieder”

  1. Umweltmeister
    22. November 2011 at 12:21 #

    Endlich ist der präpubertäre Krawallmacher und Fortschrittsgegner weg!
    Manchmal ist es eben doch nicht so schlimm wie es anfangs scheint!

  2. Paul
    22. November 2011 at 12:51 #

    Hauptsache er bewirbt sich nicht als Bürgermeister.

  3. Winfried Kropp
    22. November 2011 at 12:55 #

    Schade. Till Seiler ist ein politischer Gegner. Aber der engagierte Debattenredner hatte das Zeug zu einem standhaften und streitbaren, also einem guten Abgeordneten. Dass er sein Mandat so früh niederlegt, ist ein Verlust für unseren Kreis.

  4. Prinzipienreiter
    22. November 2011 at 12:59 #

    Ich bin doch sehr erstaunt, wie einfach es ist, ein demokratisch legitimiertes Mandat nach spätem Erkenntnisgewinn abzugeben; der späte Erkenntnisgewinn ist jedenfalls kein hinreichend schwerwiegender Grund für einen finalen Abgang. Wenn es einen anderen, sehr privaten Grund gäbe, würde mir der Hinweis darauf reichen, es gibt jedoch keinen Hinweis. Ich finde, dass bereits die Kandidatur und später die Annahme einer demokratischen Wahl eine Verpflichtung gegenüber den WählerInnen ist. Das Amt des Abgeordneten sollte kein Job sein, den man einfach hinschmeißt!

  5. Satansbraten
    22. November 2011 at 13:34 #

    Das ist nicht gut. Es dürfte doch hinlänglich bekannt
    sein, daß man als Abgeordneter mehr Arbeitszeit hat
    wie als Lehrer.
    So etwas kann sich auch nur jemand erlauben, der in
    einen sicheren Arbeitsplatz ( Beamtentum ) zurück
    kehren kann.
    Hoffentlich macht dieses Beispiel nicht Schule.

  6. St. Pauli
    22. November 2011 at 14:03 #

    Der ist einfach nur faul!

  7. Prinzipienreiter
    22. November 2011 at 14:28 #

    @Satansbraten: Ich teile Ihre Befürchtung. Bereits die Kandidatur sollte jedem ein dringender Anlass sein, seine/ihre innere Haltung gründlich zu prüfen, ob man/frau auch für den Fall der Fälle bereit ist, sich hineinzustürzen – dann sollte solch ein Abgang kaum passieren. Es gäbe vielleicht weniger Zählkandidaten, aber vielleicht auch mehr Engagement. Wobei ja ein Mandat für den Bundestag eindeutig von rechtzeitig erkennbar anderem „Kaliber“ ist als das für einen Ortschaftsrat (jenes will ich damit nicht schmälern), das weiß man doch nicht erst hinterher.

    @Winfried Kropp: Ja, es ist ein Verlust für den ganzen Wahlkreis und nicht bloß für eine Partei, der ich nicht angehöre. Schon wieder einer weniger – das macht diesen Rücktritt ja so ärgerlich.

    Ach wäre ich doch Beamter… ;-)

  8. Satansbraten
    22. November 2011 at 14:47 #

    @7
    Leider ist das Mandat für einen Abgeordneten des
    Deutschen Bundestages zur Beliebigkeit verkommen.
    Darum plädiere ich schon seit langem. Keine Beamte
    sowie nur eine Legislaturperiode.
    Sachkenntnis sollen die Fachbeamten in den für Sie
    zuständigen Ministerien haben.
    Damit würde immer frischer Wind und Elan in die
    Parlamente kommen.
    Mögen personelle Gründe der Anlass sein. Aber so
    eine Entscheidung ist für mich nach so kurzer Zeit
    einfach nicht nachvollziehbar.

  9. Prinzipienreiter
    22. November 2011 at 15:05 #

    „Die Graswurzelbewegung Americans Elect will per Abstimmung im Netz einen eigenen, unabhängigen Bewerber fürs Weiße Haus küren.“
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,797334,00.html

    Ein Modell, das auch wir ausprobieren könnten. Auch wenn es dem einen oder anderen Parteifunktionär noch nicht so recht ins Weltbild passt.

  10. Satansbraten
    22. November 2011 at 15:11 #

    @9
    Und es kommt immer wieder eines ins Spiel. Die
    Rücksichtnahme auf die Partei.
    Ein Abgefordneter ist eigentlich nur dem Gewissen
    verpflichtet. Und zwar seinem eigenen.
    Darum sollte der Einfluss von Pateien zurück gefahren
    werden.
    Auch sollte die 5 % – Hürde abgeschafft werden. Dies
    sind alles Dinge aus der verstaubten Mottenkiste.
    Jeder Bürger sollte die Möglichkeit haben in den
    Bundestag gewählt zu werden. Hauptsache für mich
    wäre: Charakterliche Eignung und Rückrad.

  11. db
    22. November 2011 at 22:12 #

    Hier äußern sich jetzt vermutlich die gleichen Leute abfällig zu Seilers Rücktritt, die sonst immer Rückgrat und Prinzipientreue bei Politikern fordern. Wenn aber nun einer dieser Politiker erkennt, dass er seinen Prinzipien nicht treu bleiben kann, wenn er im Bundestag bleibt, wird wieder harsch kritisiert. Dabei verdient es doch Respekt, wenn jemand eine solche Entscheidung trifft, anstatt seinen Idealen zu entsagen und die restliche Legislaturperiode bei gutem Gehalt abzusitzen. Aber nein, es sollte nicht so leicht sein, ja, man sollte vielleicht besser gezwungen werden, das Mandat zu behalten…? Oder ein bisschen öffentlichen Seelenstriptease hinlegen, um „sehr private Gründe“ auch kritischen Zeitgenossen glaubhaft zu vermitteln? Möglicherweise mit ärztlichem Attest? Oder Bescheinigung vom Seelsorger? Es lohnt sich sicherlich, darüber genauer nachzudenken. Möglicherweise besteht ja sogar gar kein Handlungsbedarf, wer weiß?

    Zu den Forderungen, keine Beamten ins Parlament wählen zu dürfen – warum denn eigentlich nicht? Zählen die denn nicht als „jeder Bürger“, der nach Meinung von „Satansbraten“ andererseits dann doch ins Parlament gewählt werden darf? Besteht hier möglicherweise ein Widerspruch? Sollte man nicht vielmehr von der Privatwirtschaft fordern, politisches Engagement ähnlich zu unterstützen wie der Staat und eine Rückkehr in den Beruf zu ermöglichen, nachdem die Legislaturperiode vorbei ist? Damit wäre dem Wechsel in den Parlamenten wohl mehr gedient.
    Und die alte Sponti-Forderung nach nur einer Legislaturperiode zu hören ist ja wirklich interessant. Wir könnten ja auch, wie zu den Anfängen der Grünen der Fall, nach zwei Jahren rotieren? Dann könnte die Verwaltung (- bestehend aus? Ach ja: Beamten -) gegenüber den zumeist ahnungslosen Amateuren, die dann kurzzeitig große Regierungspolitik machen, richtig ungestört schalten und walten.
    Da stört es auch nicht mehr, wenn die 5%-Hürde gekippt wird und dann Aktivisten der Tierschutzpartei neben Abgeordneten der NPD und der bibeltreuen Christen im Parlament die krudesten Debatten veranstalten.

  12. Satansbraten
    23. November 2011 at 08:49 #

    Herr Seiler ist laut Südkurier ein Politikwissenschaftler.
    Meiner Meinung nach sollte jemand vorher wissen auf was
    er sich bei der Wahrnehmung eines Mandates und den
    sich daraus ergenden Verpflichtungen ergibt.
    Der Rücktritt mag „Prinzipientreu“ sein. Für mich bleibt
    ein schaaler Geschmack dabei.
    Bei den „Beamten“ habe ich mich vielleicht nicht richtig
    ausgedrückt. Ich bin der Meinung, daß jeder Bürger in
    das Parlament einziehen sollen könnte. Wenn Sie sich
    aber die heutige Zusammensetzung anschauen, dann
    werden Sie feststellen, daß die überwiegende Zahl der
    Abgeordneten Beamte sind. Und sehr viele Lehrer sind
    auch vertreten. Sie bekommen von mir Zustimmung für
    Ihre Idee, daß auch die Privatwirtschaft einem Bürger
    die Möglichkeit der politischen Betätigung ermöglichen
    sollte. Er sollte auf seinen Arbeitsplatz zurückkehren
    dürfen.
    Die 5 % – Hürde ist in meinen Augen undemokratisch.
    Wenn Sie sich die Wahlbeteiligung anschauen, dann
    sind 5 % von diesen erklecklichen Stimmen viele.
    Und ob nun die Tierschützer oder die PBC in das
    Parlament kommen ist doch unbedeutend, wenn sich
    in Berlin „Edelkommunisten“ auch im Parlament tummeln.
    Ausserdem bin ich für die Einführung einer Wahlpflicht.
    Dann könnte niemand mehr sagen. Mich hat man ja
    nicht gefragt.

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