Konstanzer VHS-Dozent empört über Müller-Fehrenbach

CDU-Stadtrat diffamierte Dozenten in öffentlicher Sitzung des Kulturausschusses – Öffentlichkeit war Müller-Fehrenbach ein Dorn im Auge

Konstanz. Der VHS-Dozent Dennis Riehle hat sich in einem offenen Brief an den Konstanzer CDU-Stadtrat Wolfgang Müller-Fehrenbach über dessen Aussagen in einer öffentlichen Sitzung des Kulturausschusses empört. Müller-Fehrenbach, der selbst im VHS-Beirat sitzt, hatte einen Brief von VHS-Dozenten an Bürgermeister Claus Bodt als „unangemessen“ bezeichnet. Statt dessen hatte Müller-Fehrenbach dem VHS-Vorstand ausgezeichnete Arbeit bescheinigt. Der CDU-Stadtrat hatte sein Missfallen darüber ausgedrückt, dass die Volkshochschul-Problematik öffentlich diskutiert werden soll. Er hätte die Geschehnisse am liebsten unter den Teppich gekehrt, statt sie öffentlich aufzuarbeiten.

 Brief im Wortlaut

„Sehr geehrter Herr Müller-Fehrenbach,

mit großer Empörung nehme ich Ihre Aussagen über den Dozentenrat der VHS Konstanz-Singen zur Kenntnis.

In der Sitzung des Kulturausschusses haben Sie die Dozenten massiv diffamiert. Auch wenn Sie in einem Online-Forum solche Absichten bestreiten, haben Sie gerade den Dozenten, die einen offenen Brief kurz vor der Sitzung an Bürgermeister Boldt geschrieben haben, übermäßige Einmischung vorgeworfen. Da auch ich zu den Unterzeichnern dieses Schreibens gehöre, fühle ich mich persönlich durch Sie angegriffen.

Sie beziehen sich mit Ihrer Kritik auf die Aussage, wonach bei der Führung der VHS „Skrupellosigkeit“ anzutreffen sei. Solche Worte gehörten sich für Demokraten nicht. Mein Verständnis von Demokratie umfasst auch das Recht auf freie Meinungsäußerung, wodurch ich diese Wortwahl gerechtfertigt sehe.

Zudem möchte ich bezweifeln, dass Sie um den Umgang des VHS-Vorstandes mit uns Dozenten wissen. Sie selbst sagen, dass Sie durch beratende Beiratstätigkeit kaum Einblicke haben. Dann steht Ihnen auch nicht zu, unseren Vorwurf zurückzuweisen. Denn immerhin muss man dem Vorstand konstatieren, dass von seiner Seite aus der Weg eines argumentativen Dialogs verlassen wurde (und nicht umgekehrt, wie es Frau Nikola Ferling behauptet).

Die Einbestellung von Dozenten zum Einzelrapport, das Nachspionieren bezüglich Qualifikationen der einzelnen Dozenten oder aber die Intransparenz der VHS gegenüber uns Dozenten, die wir die Schule vor den Besuchern zumeist am häufigsten vertreten und somit auch maßgebliche „tragende Säule“ der Einrichtung sind (und dennoch skandalöserweise nicht in der Satzung erwähnt werden), sind ebenso wie ein realer Verlust an Honorar durch durchschnittlich 8 % mehr Entlohnung, aber Kappung der Fahrtkostenpauschale kein Grund, mit Kritik an der VHS-Leitung „hinter dem Berg“ zu halten.

Daher sehe ich Ihre Anschuldigungen an die Dozenten als wenig qualifizierten Beitrag in der Debatte an – zeugt er doch von wenig Hintergrundwissen in der gesamten Angelegenheit.

Freundliche Grüße

Dennis Riehle“

Foto: CDU

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