Konzerthalle für Südwestdeutsche Philharmonie

Konzert- und Kongresshaus kostet voraussichtlich 2,6 Mio Euro jährlich

Konstanz (wak) Ein Konzert- und Kongresshaus auf Klein Venedig soll zu allererst eine Konzerthalle für die Südwestdeutschen Philharmonie werden. Darauf weist die Stadt hin. Für große Pop- oder Rockkonzerte mit 10.000 Besuchern wie sie zum Beispiel in der Neuen Messe in Friedrichshafen stattfinden, wäre die Halle aufgrund ihrer Größe nicht geeignet. Die fixen Folgekosten für ein Konzert- und Kongresshaus beziffert die Stadt Konstanz mit jährlich 2,6 Mio. Euro.

Bühne fürs Konstanzer Orchester

Bisher finden die meisten Konzerte der Südwestdeutschen Philharmonie in Konstanz im Konzil statt. Mit seinen historischen Räumen verfügt es aber nicht über eine adäquate Akustik. Auch aufgrund der baulichen Situation mit vielen Säulen, die die freie Sicht auf die Bühne behindern, ist es nicht ideal.Ein Konzert- und Kongresshaus auf Klein Venedig würde der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz eine angemessene Bühne bieten. So argumentiert die Stadt in ihrer Imagebroschüre.

Mehr Konzertbesucher in neuer Konzerthalle

Die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz werde mit einem neuen Konzerthaus in die Lage versetzt, ihre Qualitäten nicht nur in Zürich, Luzern, St. Gallen oder Friedrichshafen, sondern auch in Konstanz voll zur Geltung zu bringen, so die Stadt. Die Existenz und Zukunft der Südwestdeutschen Philharmonie würden durch ihre größere Wirtschaftlichkeit aufgrund höherer Platzkapazitäten und dadurch mehr Zuhörern bei den Konzerten langfristig gesichert, prognostiziert die Stadt. Darüber hinaus könnte das Orchester im Konzert- und Kongresshaus ein wesentlich breiteres Repertoire anbieten, heißt es in der Infobroschüre der Stadt weiter.

Bei 1200 Besuchern ist Schluss

Eine moderne Bühnentechnik und größere Raumnutzung erlaubten zudem „ein breites zusätzliches Spektrum von volkstümlichen Musikveranstaltungen bis hin zu internationalen Bühnenshows und Ausstellungen“. Auch im Bereich der Rock und Popmusik seien Verbesserungen beim Angebot möglich, behauptet die Stadt. Geeignete Räume für Besucherzahlen bis 1.200 Personen gebe es bisher in der Stadt nicht. „Von einer Erweiterung und einem erhöhten Bekanntheitsgrad des Konstanzer Kulturangebots profitiert der gesamte Kulturbereich“, behaupten die Konzerthausbefürworter weiter.

48 Millionen Investition – Hotel baut privater Investor

Die Kosten für die Investition liegen bei insgesamt 48 Millionen Euro brutto. Zins- und Tilgungsleistungen hängen ganz wesentlich von den Marktkonditionen ab, so die Stadt. „Diese sind derzeit günstig und werden es voraussichtlich auch für die nächste Zeit noch bleiben“, heißt es wörtlich in der Broschüre. Ausgehend von einer Finanzierungssumme von 35 Mio. Euro (48 Mio. Euro Gesamtbaukosten abzüglich 13 Mio. Euro bereits bestehender Rücklage) rechnet die Stadt bei 4,5 % Zins und 2% Tilgung rund 2,3 Mio. Euro an jährlichen Zins- und Tilgungsleitungen. Hinzu komme ein jährlicher Betriebskostenzuschuss von geschätzt 300.000 Euro. Damit ergeben sich nach Rechnung der Stadt jährliche Aufwendungen von 2,6 Mio. Euro. Weitere Kosten wie für eine nötige Unterführung, die unter den Bahngleisen hindurch führen müsste, werden mit 8 Mio. Euro beziffert. „Diese Kosten werden entsprechend der fortgeschriebenen Eisenbahnkreuzungsvereinbarung zu zwei Drittel von der Bahn und dem Bund mitfinanziert“, so die Stadt. Zusätzlich werde das „städtische Drittel“ teilweise über weitere Fördermitteln gedeckt. Mögliche Zusatzkosten für die Erschließung und restliche Außenanlagen beziffert die Stadt mit maximal 6,2 Mio. Euro. Eine Einfahrt von Kreuzlingen in die Parkierungsanlage würde 1,2 Mio. Euro kosten. Die Parkierungsanlage solle aber nicht aus dem städtischen Haushalt, sondern von einem Investor finanziert werden. Entstehen soll auch ein Hotel, das von einem privaten Investor finanziert und betrieben werden soll. Kosten für den städtischen Haushalt entstünden hier nicht.

Foto: wak

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