Konzerthaus-Gegner zwitschern ihren Widerstand

Gegner des Konzert- und Kongresshauses auf Twitter, Facebook und im Blog

Konstanz (wak) Der Widerstand gegen das Konzert- und Kongresshaus in Konstanz findet auch in sozialen Netzwerken und im Internet statt. Während die Web-Seite zwar reserviert aber bis jetzt noch nicht anklickbar ist, twittern die Gegner heftig. Auch in Facebook finden sich Kommentare von Gegnern des offenbar insgesamt 65 Millionen Euro teuren Projekts.

Tweets unter No_KKH

Die Website http://www.nein-zu-klein-venedig.de ist angemeldet und registriert und dürfte in Kürze freigeschaltet werden. DieFacebook-Gruppe ist noch provisorisch: Sie wird laufend aktualisiert und ergänzt. Der Twitter-Account lautet: http://www.twitter.com/No_KKH, Hashtags für alle Tweets: #KKH #Konstanz. Zu sehen ist bei Twitter bisher noch ein Zufalls-Logo des Twitter-Accounts – es wird in Kürze aber gegen ein professionell gestaltetes Logo des Bündnisses ausgetauscht. Wenigstens die Ankündigung gibt es schon.

Was die Gegner so twittern…

Wir haben uns die Kommentare auf Twitter schon einmal angeschaut und festgestellt, dass verschiedene Gruppen und Initiativen den Widerstand mit tragen. Darunter ist ATTAC genauso wie die Piratenpartei. Moniert wird über Twitter auch schon einmal „Intransparentes Vorgehen“. Die Urteile, die Konzerthausgegner zwitschern, sind kurz, prägnant und eindeutig: „Kalkulation auch der Zinsen und der laufenden Kosten ist naiv optimistisch…“, heißt es da zum Beispiel. Längere Statements sind mit 140 Zeichen maximal schließlich auch kaum zu machen. In einem anderen Tweet steht und es sieht nach einem Verteilungskampf aus: „notwendige Ausgaben werden jetzt schon nicht gemacht! Gegen den Bau #KKH Konstanz“. „Es wird d Überleben d Arbeitsplätze v Orchester u Theater bezweifelt wenn“, zwitschert ein anderer. Die erstenKritiker werden aber auch schon ungeduldig und monieren, dass noch immer keine Inhalte auf der Internetseite stehen. Bisher folgen den  Konzerthausgegnern auf Twitter noch nicht einmal zehn Followers. Das könnte sich aber bald ändern: Die Piratenpartei zumindest macht übers Wochenende ein paar Flugblätter.

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Ein Kommentar to “Konzerthaus-Gegner zwitschern ihren Widerstand”

  1. Fenedig
    6. Februar 2010 at 11:26 #

    Das Problem der twitternden, facebookenden, piratierenden, attack(c)ierenden, sowie allen anderen Gegnern des KKH unter Federführung der SPD, Linker, einiger versprengter Grüner, usw. – bei aller Anerkennung der Ausnutzung demokratischer Rechte des Widerstands gegen das von der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat vorgeschlagene “Jahrhundertprojekt” ist, dass sie es nicht ganz einfach haben, eine einheitliche Linie zu finden, um gezielten Widerstand leisten zu können. Die Gegnerschaft ist erkennbar von vielen Einzelinteressen geprägt. Jede Gruppierung versucht sich entsprechend ihrem Grundverständnis zur Gesellschaft, zur Stadt, auf ihre Weise zu profilieren, manchmal allgemein verständlich, dann wieder eingeengt in eigener Regie ganz klientelbezogen. Es sieht also nicht sehr positiv aus, der geballten, bis jetzt nur splitterweise, jedoch nicht fundamental widersprochenen Projektion der Stadtoberen die Stirn zu bieten, um festzustellen, dass die Zukunft der Kultur-, Tourismus-, Einkaufs-, Universitätsstadt zusammen mit vielen weiteren urbanen Merkmalen, auch ohne eine moderne Infrastruktur zu gestalten ist, zu der eben heute, wie in vergleichbaren Städten, ein modernes, vielfach nutzbares Veranstaltungshaus den sinnvollen Rahmen bilden kann. Eine andere Frage ist die des richtigen Standorts: Darüber wurde jedoch schon alles gesagt und geschrieben. Auch hier kristallisierte sich heraus, dass unter den jetzigen Bedingungen – und diese werden sich in den nächsten 20-30 Jahren wohl nicht grundsätzlich ändern, Klein Venedig die wohl nicht ganz optimale – in welcher Stadt gibt es das schon! -, jedoch bestmöglichste, kernstadtnaheste, öpnv-günstigste Wahl ist. Sollten andere eine noch bessere, machbare Variante erkennen, sind die Pläne – inklusive Finanzierung von Grundstücks- und Gebäudekosten, sowie der Zeitrahmen konkret vorzulegen. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass das Stemmen der vielen Millionen zur Realisierung des vorliegenden, städtischen Projekts auf Klein Venedig nicht einfach sein wird. Das behauptet auch niemand ernsthaft. Und ob – nebenbei geschrieben – die vielen “gutbürgerlichen Sonderveranstaltungen” dann noch auf das restliche Brachfeld am See passen werden, oder zusätzlich zum KKH ein (blumiger!) “Stadtgarten Klein-Venedig” eine ganz neue Perspektive am See einläuten könnte, sollte einmal andiskutiert werden. Und Mut brauchte es – was schliesslich das KKH betrifft, bereits im Mittelalter, als das grosse Kauf- und Lagerhaus haus am Hafen, das spätere Papstwahlgebäude – Konzil genannt – gebaut wurde, ganz abgesehen vom mächtigen Münster, dessen Baubeginn noch in eine früherer Zeit zu datieren ist. Und dabei hatte die Stadt damals nicht mal einen Zehntel der heutigen Einwohner. Es ist für die Projektgegner also mit Fug und Recht wohl schwierig, überzeugend darzustellen und der Stadt abzusprechen, gerade heute in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit an eine machbare, gute Zukunft zu glauben. Positives städtisches Denken ist ein übergeordneter Wert an sich, gerade in einem heutigen Gemeinwesen, das auf vielen Gebieten der Konkurrenz rund herum ausgesetzt ist und sich behaupten muss und – wenn viele daran mitarbeiten – es letztlich auch kann!

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