Konzerthaus ist nicht gestorben

Linke Liste Konstanz fordert Nachdenken über deutsch-schweizerische Kooperation

Konstanz (wak) Nach dem Bürgerentscheid vom vergangenen Wochenende gegen das geplante KKH auf Klein-Venedig fordert die Linke Liste Konstanz (LLK) die Stadtverwaltung auf, schnell über eine Alternative nachzudenken und dementsprechende Schritte einzuleiten.

Idee eines Musikhauses ist nicht tot

Die Auffassung des Oberbürgermeisters Horst Frank, ein wie auch immer geartetes Konzerthaus sei nunmehr „eine Angelegenheit für die nächste Generation“ und somit erstmal gestorben, teilt die LLK nicht. „Mehrmals haben wir signalisiert, dass ein Konzert- oder Musikhaus (ohne Kongresscharakter und an einem anderen Standort) nicht nur für die Philharmonie sondern tatsächlich für ALLE eine wünschenswerte Einrichtung wäre, deren Umsetzung und Realisierung sicher eine große Mehrheit der Konstanzer Bevölkerung befürworten würde“, heißt es in einer Erklärung, die Stadtrat Holger Reile im Namen der Linken Liste abgegeben hat.

„Trauerwoche“ nach Bürgerentscheid vorbei

Nun seien die verantwortlichen Gremien gefordert, vernünftige Konzepte zu erarbeiten und bei den Planungen von Anfang an die BürgerInnen mit ins Boot zu nehmen. Verweigerungshaltung könne kein Wechsel auf die Zukunft sein, die (durchaus verständliche) „Trauerwoche“ für die enttäuschten KKH-Befürworter sei vorbei. Die Konstanzer Bürger erwarteten zu Recht, dass sich in Sachen Konzerthaus schnell etwas bewege, alle an einem Konzerthaus Interessierten an einem Strang ziehen und alternative Standorte suchen.

Grenzüberschreitendes Projekt für Linke denkbar

Weiter heißt es: „Da auch wir sehr wohl die Bedürfnisse der Philharmonie erkennen, sollten alternative Spielstätten geprüft werden. Des öfteren schon war von der ,Dreispitzhalle‘ im benachbarten Kreuzlingen die Rede, um nur eine von mehreren Möglichkeiten ins Gespräch zu bringen. Gerne wird von grenzüberschreitenden Projekten geredet – warum nicht hier?“ Die Aussage von Florian Riem, die Konstanzer gingen nicht gerne nach Kreuzlingen, greife hier zu kurz und entspreche auch nicht den Tatsachen. „Unserer Meinung nach ist es durchaus möglich, in Kooperation mit Kreuzlingen, beispielsweise einen grenzüberschreitenden Bus-Pendel-Verkehr einzurichten. Parallel dazu sollten andere Auftrittsorte für die Philharmonie auf den Prüfstand kommen und auf ihre Tauglichkeit untersucht werden“, schreibt Reile.

Idee eines Bürgerparks

Klar sei nun definitiv, dass auf Klein-Venedig nicht gebaut wird. Nach Auffassung der LLK könne und dürfe das aber nicht heißen, dass dort alles so bleibt, wie es ist. Auch hier gebe es hoffnungsvolle Zeichen aus Kreuzlingen. „Erst vor wenigen Tagen hat Stadtammann Andreas Netzle erklärt, er könne sich eine gemeinsame, grenzüberschreitende Planung für das gesamte Gelände Klein-Venedig gut vorstellen. Die Konstanzer Verwaltung wäre gut beraten, das nachbarliche Angebot anzunehmen“, so Reile. „Eine Sanierung des Geländes wäre wünschenswert, ein dann tatsächlich grenzüberschreitender, ineinander fließender BürgerInnenpark vorstellbar – weitere Ideen sind gefragt und auf ihre Realisierung zu überprüfen“, fordert die Linke. „Also: Kopf heraus aus dem Sand – packen wir es gemeinsam an!“

Foto: wak

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