Krankenhaus-Holding im Kreis Konstanz nimmt konkretere Züge an

Landrat Frank Hämmerle informiert über Sachstand – Öffentliche Kreistagssitzung am 28. November

Konstanz. Zufrieden mit dem aktuellen Sachstand zur Kreisholding zeigt sich Landrat Frank Hämmerle nach der jüngsten Sitzung des Lenkungsausschusses. Sowohl in den medizinischen als auch nicht medizinischen Bereichen sei man „wieder ein Stück weiter gekommen“, resümiert Hämmerle mit Blick auf die öffentliche Sondersitzung des Kreistags zur Kreishholding, die wie geplant am Montag, 28. November, stattfinden wird. Die Holding soll das Überleben der Krankenhäuser im Kreis Konstanz in öffentlicher Trägerschaft sichern. Weder die Klinik in Singen noch die in Konstanz wäre aus wirtschaftlichen Gründen alleine überlebensfähig.

Modell für Verteilung medizinischer Schwerpunkte

Für das Medizinische Konzept wurde anhand von zwei Abteilungen – wie vom Kreistag gewünscht – ein Modell entwickelt, das auf objektiven Kriterien beruht. Anhand dieser „nachvollziehbaren und transparenten Kriterien“, so Hämmerle, wolle man zukünftig Schwerpunktverteilungen zwischen den Kliniken regeln. Dabei gehe es nicht um politische Interessen, betont Hämmerle, sondern um sachliche und betriebswirtschaftliche Argumente. Diese reichen von den Patientenströmen über eventuelle bauliche Investitionen bis hin zum sogenannten „case mix“, einer Richtgröße für die Einnahmen eines Krankenhauses. Bei der Kreistagssitzung am 28. November wird das Modell vorgestellt.

PwC stellt Fünf-Jahres-Prognose für Holding vor

Auch die Ergebnisse der sogenannten Due Dilligence-Püfung (Unternehmensbewertung und Risikoanalyse) durch die Beraterfirma PwC sowie das Ergebnis einer zusätzlichen Finanzprüfung, welche der Kreisrat im Juli beschlossen hatte, werden bei der Kreistagssondersitzung Thema sein. Die zusätzliche Prüfung bezieht sich auf die fünf-Jahres-Prognose, die von den Kliniken zusammen mit PwC erstellt wurde. Die Prüfung dieser mittleren Finanzplanung wurde zwischenzeitlich einem neuen, bisher nicht am Verfahren beteiligten Gutachter übertragen. Das Ergebnis soll zeigen, ob die Holding nicht nur kurz-, sondern auch mittelfristig so viel Überschuss erwirtschaftet, dass genügend Geld für bauliche Investitionen der Zukunft und für die geplante Zwangsverzinsung zur Verfügung steht.

Nichtöffentliche Information Mitte November

In einer umfangreichen, nichtöffentlichen Informationsveranstaltung Mitte November werden u.a. alle Kreis- und Gemeinderäte und die Personalvertretungen zur Vorbereitung der Sondersitzung über den aktuellen Sachstand informiert. Selbstverständlich wird auch die Presse in einem gesonderten Termin rechtzeitig vor der Kreistagssitzung im November ihre Informationen erhalten.

Arbeitnehmervertreter berücksichtigt

Mittlerweile haben die Personalvertretungen aller beteiligten Kliniken ihren Vertreter in die Kreisholding-Arbeitsgruppe „Geschäftsführer“ gewählt. Es ist dies der Vorsitzende des Betriebsrats Singen/Engen. Auch die Mitglieder der neuen Teilprojektgruppe 5 stehen fest. Es sind dies je ein Vertreter und Stellvertreter von den Kliniken Singen/Engen, Stühlingen, Radolfzell, Konstanz, Vincentius AG und Hegau-Jugendwerk Gailingen. Damit sei die Einbeziehung der Arbeitnehmervertreter in den Holdingprozess gewährleistet.

Die Öffentlichkeit kann sich fortlaufend über die Fortschritte bei der Kreislösung informieren. Dazu hat das Landratsamt Konstanz auf seiner Homepage eine eigene Rubrik eingerichtet.

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